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Interaktives Bild

Die Stationen des Anschlags auf den BVB-Bus

HÖCHSTEN Drei Sprengsätze, zwei Schwerverletzte, geschockte BVB-Spieler und ein zerstörter Bus: Um exakt 19.16 Uhr am 11. April wurde der BVB-Bus bei der Abfahrt am Hotel "L'Arrivee" in Dortmund-Höchsten angegriffen. Mittlerweile lässt sich der Ablauf des Anschlags sehr genau rekonstruieren. Wir zeigen die Stationen der Attacke in einem interaktiven Bild.

Klicken Sie auf die gelben Punkte auf dem Bild, um mehr Informationen zu bekommen:

 

 

Das ist über die Ermittlungen bekannt:

 

Dienstag, 11. April

Noch am Abend werden auf dem Gelände des Tatorts drei identische Bekennerschreiben gefunden. Die Schreiben beginnen mit den Worten „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen“. Am Tatort beginnt die Spurensuche, die mehr als eine Woche andauern wird.

 

Mittwoch, 12. April

Die Generalbundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen.  Es wird von einem terroristischen Hintergrund ausgegangen. Die Polizei nimmt in der Nacht auf den 12. April zwei Männer aus der nordrhein-westfälischen Islamistenszene fest: einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg und einen 26-jährigen Iraker aus Wuppertal.

An der Echtheit der am Tatort gefundenen Bekennerschreiben kommen immer mehr Zweifel auf: Zu einem IS-Anschlag passt nicht, dass sie am Tatort und nicht in den Sozialen Netzwerken hinterlassen wurden. Außerdem sind sie in deutscher Sprache verfasst und enthalten konkrete Forderungen. Auch das ist untypisch. Im Internet tauchen weitere Bekennerschreiben auf. Eines, angeblich von einer antifaschistischen Gruppe verfasst, wird schnell als unglaubwürdig eingestuft.

 

Donnerstag, 13. April

Was erst wie ein rascher Fahndungserfolg aussieht, bestätigt sich nicht. Zwar beantragt die Bundesanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den 26-jährigen Iraker. Dafür, dass er an dem Anschlag auf den BVB-Bus beteiligt war, gibt es jedoch keine Beweise. Ihm wird aber die Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS vorgeworfen. Der Verdacht gegen den Mann aus Fröndenberg wird fallen gelassen.

Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger wird in alle Richtungen ermittelt, es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter gewaltbereite Fußballfans seien. Am Abend taucht beim Berliner „Tagesspiegel“ ein weiteres Bekennerschreiben per Mail auf. Es enthält rechtsextreme Parolen, von Anfang an gibt es aber Zweifel, dass der oder die Verfasser etwas mit dem Bombenanschlag zu tun haben. Wie jetzt bekannt wurde, ist der Freitag festgenommene  mutmaßliche Täter bereits zu diesem Zeitpunkt im Visier der Ermittler. „Auf die Spur des Verdächtigen sind wir durch auffällige Options-Geschäfte gekommen“, sagte Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Freitag.

 

Freitag, 14. April

Die Ermittlungen laufen weiter – und zwar offiziell in alle Richtungen. „Wir suchen nach mordbereiten Tätern“, sagt Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann in Düsseldorf. Die Bekennerschreiben vom Tatort, so sagt er weiter, könnten keiner einzelnen extremistischen Richtung zweifelsfrei zugeordnet werden. Es wird in Richtung Links- und Rechtsextremismus sowie Islamismus ermittelt. Die Polizei sucht noch einmal mit einem Spürhund die Umgebung des Tatorts nach Spuren ab.

 

Samstag, 15. April

Das Bundeskriminalamt (BKA) bildet eine 100-köpfige Sonderermittlergruppe, die den Namen „Pott“ trägt. Den Verdacht, dass der verwendete Sprengstoff aus Beständen der Bundeswehr stammt, bestätigt das BKA nicht. Die These, dass der Anschlag einen rechtsextremistischen Hintergrund haben könnte, rückt mehr und mehr in den Fokus. Doch auch hier mahnen Experten zur Vorsicht.

 

Sonntag, 16. April

Die Ermittler scheinen bei der Suche nach den Tätern weiter im Dunkeln zu tappen.

 

Montag, 17. April

Weiter gibt es keine konkreten Hinweise auf die Täter. Nach dpa-Informationen ist ein Großteil der Metallstifte, die der oder die Täter in den Rohrbomben verwendeten, über den Mannschaftsbus hinweg geflogen. Die Sprengwirkung lag demnach bei mehr als 100 Metern, einer der Metallstifte hatte sich in die Kopfstütze eines Busses gebohrt.

 

Dienstag, 18. April

Eine Woche nach der Tat rekonstruieren die Ermittler den Anschlag am Tatort. Auch die Spurensuche läuft weiter. Ein Wiesenstück, das an der Hecke liegt, in dem die Sprengsätze angebracht waren, wird mit einem Staubsauger nach letzten Spuren abgesucht. 

 

Freitag, 21. April

Zehn Tage nach dem Anschlag scheint der Täter gefunden. Im Raum Tübingen wird ein 28-jähriger Deutsch-Russe festgenommen. Er hatte zum Zeitpunkt der Tat ein Zimmer in dem Hotel gemietet, in dem auch der BVB residierte, und soll von dort aus die Explosionen ausgelöst haben. Der 28-Jährige soll kein terroristisches Motiv haben, sondern aus Habgier gehandelt haben.

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