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Polizei warnt

Diebstahl in Bus und Bahn: Die Täter reisen mit

DORTMUND Die Polizei in Dortmund und die Bundespolizei warnen wieder vor Dieben, die auf Bahnhöfen, in Zügen und vor Fernbussen auf Beutezug gehen. Wer in Bus oder Bahn eingestiegen ist und Platz genommen hat, sollte sich nicht in Sicherheit wiegen.

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Gelegenheit macht Diebe: Am Busbahnhof und im Hauptbahnhof sollten Reisende gut auf ihr Gepäck achten.

Bundespolizisten nahmen am Dortmunder Hauptbahnhof einen 27-jährigen Duisburger fest, der per Haftbefehl gesucht wurde.

Denn die Täter fahren mit. Unauffällig bewegen sie sich zwischen den Fahrgästen. Sie fragen nach dem Weg, bitten um eine Zigarette oder Feuer und schaffen in einer alltäglichen Situation die Gelegenheit für einen Diebstahl. Die meisten Opfer bemerken die Tat erst, wenn der Dieb längst aus dem Blickfeld ist. Allein im ersten Quartal 2015 zählte die Bundespolizei in Dortmund Taschendiebstähle im oberen dreistelligen Bereich.

Die Täter plündern in Nachtzug-Abteilen, lauern ihren Opfern auf Bahnsteigen auf oder ziehen Koffer aus den offen stehenden Gepäckräumen der Reisebusse am Busbahnhof in der Innenstadt und ziehen unauffällig damit davon, so, als seien sie die rechtmäßigen Eigentümer. Zwar informieren Landespolizei und Bundespolizei die Reisenden in allen Jahreszeiten über die Täter und deren Methoden, doch die hohen Fallzahlen sind auch ein Beweis dafür, dass die Aufklärungsarbeit noch nicht fruchtet. Die Bundespolizei geht deshalb jetzt auf die Bürger zu und will ermitteln, wie gut die Fahrgäste überhaupt informiert sind.

Ein Streifenteam der Bundespolizei im Dortmunder Hauptbahnhof.

Mittwoch (17.6.2015) sind Bundespolizisten zwischen 10 und 14.30 Uhr in Köln, Düsseldorf und Dortmund unterwegs, um Bahnkunden in Fernzügen, auf Regionalexpress-Linien und in den Bahnhöfen anzusprechen. Dabei verteilen sie ein Formular mit sechs Fragen. Die anonym erfassten Antworten sollen Folgen für die weitere Aufklärungsarbeit haben. Die Fäden dafür laufen bei der Bundespolizeidirektion in Münster zusammen. Wer an der Bürgerbefragung teilnehmen möchte, kann sich den Fragenbogen auch hier

herunterladen und die ausgefüllte Version eingescannt an diese an diese E-Mail-Adresse der Bundespolizei in Münster senden.

Ein Dieb mit 77 Taten

Tatorte sind immer wieder die Städte Köln, Duisburg, Düsseldorf (Flughafen) und Dortmund sowie die Bahnstrecken zwischen den Metropolen. So groß wie das Arbeitsaufkommen der Fahnder ist auch deren Frust: Im vergangenen Jahr hatten Zivilfahnder der Bundespolizei einen Taschendieb mit 77 Taten auf dem Konto erwischt. Er war in Düsseldorf in einen Zug eingestiegen Die Polizisten mussten ihn in Dortmund  wieder laufenlassen. Gegen den Mann lagen keine Haftgründe vor. Das war kein Einzelfall. Nach einer Festnahme lassen die von den Fahndern ertappten Täter die Ermittlungsarbeit der Polizei mit größter Geduld über sich ergehen - um dann aufs Neue loszuziehen. Die gut organisierten Banden sind dabei so aktiv, dass sie die spezialisierten Fahnder der Bundespolizei in Zügen oder auf Bahnsteigen längst erkennen. Bundespolizeisprecher Volker Stall: "Wir müssen die Kollegen deshalb immer wieder aufs Neue austauschen."

Täter lenken ab und bitten um Hilfe

Typisch ist auch dieser Fall an einem Samstagabend am Dortmunder Busbahnhof im Zentrum der Stadt: Eine Diebesbande hatte drei auf einen Reisebus wartende Bürger ausgespäht. Einer der Täter sprach die Wartenden auf einen am Boden liegenden Schlüssel hin. Die so erzeugte Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft nutzten Komplizen aus, um unauffällig mit dem Handgepäck einer behinderten Frau davonzuziehen. Schaden: 1200 Euro Beute.

Kim Ben Freigang, Sprecher der Polizei in Dortmund, berichtet von einem ähnlich dreisten und der Polizei längst bekannten Trick: Unauffällig schiebt ein Täter eine Geldbörse unter einen PKW und bittet den Fahrer, diese wieder hervorzuziehen. Während der hilfsbereite Fahrer unter das eigene Auto kriecht, plündert ein Komplize den Innenraum des Autos. Das Diebstahls-Opfer bemerkt die Tat viel zu spät. Trickdiebe arbeiten also anders als Taschendiebe. Während Taschendiebe nahezu lautlos vorgehen, suchen Trickdiebe die Kommunikation mit den Opfern - um abzulenken, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Hilfsbereitschaft und Arglosigkeit zu erzeugen.

Profis kommen auf 10 000 Euro Beute am Tag

Die absoluten Profis unter den Dieben kommen nach Angaben erfahrener Fahnder auf eine Beute im Wert von bis zu 10 000 Euro. Am Tag. Sie mischen sich unter die Reisenden und folgen ihnen vom Bahnsteig bis in die Züge. Es reicht also nicht, allein beim Warten auf den Zug oder Bus die Augen auf zu halten. Volker stall von der Bundespolizei: "Besonders leichtes Spiel haben die Täter, wenn Reisende einschlafen." Im Visier haben sie auch Geschäftsreisende in ICE-Zügen. Mit dem Griff ins Gepäcknetz erbeuten die Täter unbemerkt eine Laptoptasche mit hochwertigen elektronischen Dokumenten, persönlichen Dokumenten und Bargeld. Derweil kann die Polizei nur zu erhöhter Aufmerksamkeit auffordern und Reisende bitten, Wertgegenstände dicht am Körper zu tragen.

BOCHUM Taschendiebe haben sich offenbar eine neue Opfergruppe ausgeguckt: Menschen, die spät in der Nacht durch die Kneipen des Bermuda-Dreiecks streifen. Jetzt ergreifen die Wirte eigene Maßnahmen und führen mehr Kontrollen durch.mehr...

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