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Altersteilzeit

Direktor Wettengl verlässt das Museum Ostwall

DORTMUND Der Umzug vom Ostwall ins Dortmund U war seine größte Aufgabe. Jetzt geht Museumsdirektor Kurt Wettengl nach mehr als zehn Jahren in Altersteilzeit. Sein Nachfolger wird nicht nur das Museum Ostwall, sondern den gesamten U-Turm leiten. Wir blicken auf Wettengls Zeit zurück.

Direktor Wettengl verlässt das Museum Ostwall

Museumsdirektor Kurt Wettengl geht in Altersteilzeit.

Eine Bilanz

Fast 50 große und kleine Ausstellungen und sechs Sammlungspräsentationen zeigte Kurt Wettengl seit Januar 2005 am alten Standort am Ostwall (unter anderem Tobias Zielony, „Stadt/Raum“, Thomas Rentmeister, „mit allem rechnen“, „Wo ist zuhause?“, Ilya & Emilia Kabakov, „Schrumpfende Städte“, Anna & Bernhard Blume, Otto Piene). Knapp 40 Präsentationen („Bild für Bild“, Alex Katz, Heinz Mack, „Fluxus-Kunst für Alle“, „Stadt in Sicht' id='2039704' tag='' type='Artikel“) und vier Sammlungspräsentationen („Das Museum als Kraftwerk“, „Der Zweite Blick“, „Anybody can have an Idea“, „Angenehmer Aufenthalt“) waren es im Dortmunder U. Ein Höhepunkt war zuletzt die Ausstellung „Arche Noah' id='2541177' tag='' type='Artikel“, die bisher die bestbesuchteste Ausstellung im Dortmunder U war.

Das Museumskonzept

Wettengl prägte das Leitbild vom „Museum als Kraftwerk“. Mit dem Blick auf die Vergangenheit über die Gegenwart nachdenken, so sah er seine Arbeit. „Neben der Kunst im engeren Sinne wurden deswegen auch Aspekte der architektonischen Gestaltung, der Stadtplanung und -entwicklung sowie Fragen der Gestaltung der Gesellschaft in den Ausstellungen und Angeboten des Museums Ostwall thematisiert,“ so Kurt Wettengl. Im Zentrum der Arbeit steht die eigene Sammlung. Bereits in seinem ersten Jahr initiierte Kurt Wettengl die Reihe „Sammlung in Bewegung“, die die Werke in immer neuen Konstellationen zeigt. Wettengl setzt auf die Kunst des Expressionismus, des Informel und der Zero-Gruppe und gibt dem Bereich Fluxus großes Gewicht. Ausstellungen, die zu Publikumsmagneten wurden, konnte er damit nicht bieten. Zu wenig Besucher ist denn auch eine Kritik, der der Museumschef häufig begegnete.

Die Sammlung

Durch städtische Ankaufsmittel, Zuwendungen des Landes und der Freunde des Museums Ostwall wurde sie ständig erweitert. Zu den Neuerwerbungen gehörten Werke Adrian Pacis, Tobias Zielonys oder Mark Dions sowie zahlreiche Werke des mit Dortmund verbundenen Künstlerpaares Anna und Bernhard Blume. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Freunde des Museums Ostwall erwarben die Freunde gemeinsam mit der Stadt Dortmund einen bedeutenden Bestand der Fluxus-Bewegung aus der Sammlung Wolfgang Feelischs.

Die Kunstvermittlung

Wettengl hat vor dem Studium der Kunstgeschichte ein Examen in Kunstpädagogik abgelegt. So entwickelte er den Bereich Bildung und Kommunikation weiter. Er gliedert sich in drei Aufgabenfelder „Museum als Lernort für Schulen, Kitas und Studierende“, „Museum als Bildungsort für Multiplikatoren“ und „Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Museum“.

Die Nachfolge

Die  Suche nach dem Nachfolger  ist seit langem im Gange. Er soll nicht nur das Museum Ostwall leiten, sondern auch die Gesamtleitung des U-Turms übernehmen. Eine Findungskommission, zu der neben Politikern auch fachkundige Berater gehören, wird nach der Sommerpause tagen. Noch in diesem Jahr soll der Rat eine Entscheidung treffen.

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