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Dogewo verteidigt Vorgehen beim Kahlschlag

Ärger im Kreuzviertel über ein „Efeu-Massaker“

Gartenbauer entfernten in einem Hinterhof an der Lindemannstraße im Kreuzviertel im Auftrag des Wohnungsunternehmens Dogewo21 großflächigen Efeu an einer Hauswand. Die Mieter wundern sich nicht nur über die plötzliche Eile des Kahlschlags.

Dortmund

von Oliver Volmerich

, 12.06.2018
Dogewo verteidigt Vorgehen beim Kahlschlag

Dogewo-Mieterin Meike Herzog vor dem gekappten Efeu an der Hauswand. © Oliver Volmerich

Einen Blick aufs Grüne genossen die Bewohner des Hauses an der Lindemannstraße 39 im Kreuzviertel. An der Brandwand des Nachbarhauses rankte sich das Efeu hoch bis zum Dachfirst. Einige Mieter hatten die grünen Ranken sogar in die Gestaltung ihrer Balkone einbezogen.

Damit ist jetzt Schluss: Die Wurzeln des Efeu wurden von einer Gartenbaufirma gekappt, das Efeu an der Hinterhofmauer komplett und an der Hauswand bis in eine Höhe von 2,50 Meter entfernt.

Zum Entsetzen der Mieter. Als „Massaker“ empfinden Bewohner des Hauses den Kahlschlag im Hinterhof. Die Gartenbaufirma, die die Wurzeln gekappt und das Efeu teilweise entfernt hat, war allerdings im offiziellen Auftrag tätig. Das Wohnungsunternehmen Dogewo21 hatte Pflegearbeiten beauftragt, die von den Mietern angemahnt worden waren. Doch die Gartenbauer beseitigten nicht nur Laub und Moos, sondern auch den grünen Wandschmuck.

Grundsätzliche Anweisung an Gartenbauer

„Gartenbaufirmen haben bei Pflegearbeiten von uns die grundsätzliche Anweisung, Efeu zu entfernen“, erklärte Dogewo-Sprecher Christoph Schwarz. Und warum wurden die Mieter von der im wahren Wortsinn einschneidenden Maßnahme nicht vorab informiert?

Da die meisten Mieter berufstätig seien, habe die Firma niemanden ansprechen können. Warum aber solche Eile im Verzug war, nachdem man das Efeu augenscheinlich über viele Jahre hatte wachsen lassen, konnte Schwarz auch nicht erklären, räumte ein, dass die Kommunikation nicht ideal gelaufen sei.

Absterbende Pflanze aus Vogelschutzgründen hängengeblieben

Für Ärger sorgt bei den Mietern aber nicht nur das Kappen des Efeus, sondern auch, dass die absterbende Pflanze ab einer Höhe von 2,50 Meter bis zum Dach des fünfgeschossigen Hauses hängengeblieben ist. Das geschah aus „Brut- und Vogelschutzgründen“, erklärt Schwarz. „Uns wurde gesagt, dass die Pflanzenteile im Laufe der Zeit nach und nach herunterfallen“, berichtet Mieterin Meike Herzog, deren Balkon von den Gartenbauern völlig verdreckt hinterlassen wurde.

Immerhin verspricht Christoph Schwarz hier Abhilfe. Weil ein Hubsteiger nicht in den engen Innenhof zu bekommen ist, soll im Herbst ein Gerüst aufgebaut werden, um den Efeu entfernen zu können. Das zeige, wie schwierig die Pflege des Efeus an dieser Stelle sei. Durch das Entfernen spare man so nun Betriebskosten, die ansonsten die Mieter belastet hätten.

Die Mieter wiederum wundern sich, dass die Stadt Dortmund die Grüngestaltung von Dächern und Fassaden aus Klimaschutzgründen propagiert, die Stadttochter Dogewo dagegen Efeu entfernen lässt.

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