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Keine krebsauslösenden Stoffe

Dorstfeld-Süd: Obst ist unbelastet

DORSTFELD Die Anwohner der früheren Giftsiedlung Dorstfeld-Süd dürfen aufatmen, zumindest teilweise: Die bisherigen Tests mit Gartenobst haben keine neuen Auffälligkeiten zutage gefördert. Die Ergebnisse der Luftproben allerdings stehen noch aus.

Dorstfeld-Süd: Obst ist unbelastet

Die Siedlung Dorstfeld-Süd aus der Luft.

Die Unsicherheit war mit Händen zu greifen, als Anfang Juli rund 300 Bewohner von Dorstfeld-Süd zur städtischen Infoveranstaltung in die DASA kamen. Jahrelang war es ruhig gewesen um die ehemalige Altlasten-Siedlung, die in den 80er Jahren saniert worden war. Bis sich vor einiger Zeit im Zuge einer städtischen Fragebogenaktion herausstellte, dass seit der damaligen Sanierung 104 Menschen an Krebs erkrankt waren bzw. sind. Plötzlich war es wieder da, das Gespenst von Dorstfeld-Süd.

Monate nach ihrer Info-Veranstaltung kann die Stadt den Anwohnern zumindest teilweise Entwarnung signalisieren. Fünf Bewohner von Dorstfeld-Süd hatten Äpfel, Kirschen, Pflaumen und Weintrauben aus dem eigenen Garten bei der Stadt zur Analyse eingereicht. Nach Darstellung des Umweltamtes hat es keine Auffälligkeiten gegeben.

Die Werte an Blei, Cadmium, Chrom und Benzol lägen „durchgängig unter der Bestimmungsgrenze für die Analyse“, lässt das Umweltamt wissen. Auch die Belastungen mit Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die im Verdacht stehen Krebs auszulösen, seien „aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich“. Fazit der Stadt: Der Verzehr der Obstproben könne mit Blick auf die gemessene Konzentration an Schwermetallen und PKA „uneingeschränkt empfohlen werden.“

Ergebnisse liegen noch nicht vor

Gedulden müssen sich hingegen noch sechs Haus- und Wohnungseigentümer, die sich wegen „auffälliger Gerüche“ in ihren Kellern gemeldet haben. Experten waren inzwischen in den Räumen und haben gemessen. Die Ergebnisse der Luftanalysen, die das Dortmunder Büro „Harress Pickel Consult“ liefern soll, liegen noch nicht vor.

Wie bei der Info-Veranstaltung befürchtet, lassen auch die Ergebnisse aus dem statistischem Abgleich mit dem Landeskrebsregister (LKR) auf sich warten. Zwar hat das Gesundheitsamt die Daten aus der Fragebogenaktion inzwischen nach Münster geschickt.

Die Antwort, ob es tatsächlich zu einer auffälligen Häufung an Krebserkrankungen kommt, steht noch aus. Zudem hat die Stadt einen Gutachter beauftragt, die Sanierungsarbeiten nach Aktenlage noch einmal aufzurollen. Er soll Klarheit schaffen, ob die 1992 abgeschlossene Sanierung tatsächlich erfolgreich war - und ob dieses Urteil nach den heutigen Maßstäben und Erkenntnissen immer noch gilt. Nach den Herbstferien will die Verwaltung die Anwohner zu einer weiteren Info-Veranstaltung einladen.

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