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Dortmund leuchtet

6400 Menschen verdienen in Dortmund ihr Geld in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Einige dieser "kreativen Köpfe" stellen wir in unserer Serie vor. Heute: Die Agentur visuelle konzepte

Dortmund leuchtet

<p>"Das neue Dortmund" setzte die Agentur visuelle konzepte auf 200 qm in der Phoenix-Halle ins richtige Licht. Spiler</p>

In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sah eine Ausstellung meist so aus: Viele Tafeln, auf denen mal mehr Text und weniger Fotos oder umgekehrt zu sehen waren. Eintönig. Dass es anders geht, darum bemühen sich seit rund 20 Jahren Antje (46) und Sybille Hassinger (44), zu denen 1990 der Fotograf Jürgen Spiler (51) stieß.

Interaktive Ausstellung

Eines der jüngeren Projekte des Trios, das zu den Mitgründern des Künstlerhauses Dortmund zählt, ist die Ausstellung über "Das neue Dortmund" in der Phoenix-Halle. Eine Ausstellung, "die aus sich heraus leuchtet, das wollten wir schon immer mal machen", erzählt Antje Hassinger. Aber so etwas passe nicht zu jedem Thema, "eine Ausstellung über Zwangsarbeit in Münster können Sie nicht mit Leuchtkästen gestalten". Aber die Phoenix-Halle mit ihrem diffusen Licht und das Ausstellungsthema waren dafür der ideale Rahmen.

Unter fünf Agenturen hat sich visuelle konzepte bei der Vergabe durchgesetzt. Vorgabe war es, auf 200 qm eine Dauerausstellung zu schaffen, "die das vierjährige Kind ebenso wie den Fachjournalisten fesselt", so Sybille Hassinger. Es ist eine ausgesprochen interaktive Ausstellung geworden, bei der per Knopfdruck Kinder verraten, was für sie in der Zukunft noch erfunden werden muss, oder wo hinter Klapptürchen diverse Gerüche zu erschnuppern sind. Freuen würden sich die drei kreativen Köpfe, wenn es häufiger Aufträge aus Dortmund geben würden.

Ausgesprochen geschätzt werden sie hingegen von der renommierten Kunstsammlung NRW in Düsseldorf, für die sie schon einige Ausstellungen konzipiert haben. So gestalteten sie die Begleitausstellung zu "la révolution surréaliste". Für das "atelier sureal" entwickelten sie fünf verschiedene Experimentierstationen. Die boten die Möglichkeit, Techniken der Surrealisten wie etwa das Fotogramm künstlerisch auszuprobieren und nachzuempfinden.

Kultur und Historie sind die beiden Bereiche, in denen visuelle konzepte Schwerpunkte setzt. Nicht nur bei Ausstellungen, auch bei der Gestaltung von Buchtiteln, neuen Buchreihen bis zum künstlerischen Layout von Kalendern und Bildbänden. Für Biographien übernehmen sie die komplette Bildredaktion, sichteten etwa für die Lebensgeschichte Che Guevaras von Thomas Mießgang, die gerade auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, tausende Fotos des Revolutionärs.

Weg gefunden

Sybille und Antje Hassinger, beide Malerinnen, haben früh erkannt, "dass man von der Malerei allein nicht leben kann". Doch mit der Agentur haben alle drei einen Weg gefunden, "wo sich die künstlerische und die gewerbliche Arbeit gegenseitig befruchten", so Jürgen Spiler. kiwi

visuelle konzepte, Tullstraße 12, Tel. 82 91 38 www.visuelle-konzepte.net

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