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Dortmunder Schuhplattler ließen es auf der Wittener Alm knallen

SCHNEE Die grob gestrickten Strümpfe sitzen, die „Musi spuilt“, die Gamsbärte zittern im lauen Sommerwind und es knallt droben auf der Wittener Alm. Der Bayernverein Einigkeit Dortmund hat dort zum Preisplatteln eingeladen.

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Die Socken müssen sitzen und wenn es dann noch richtig knallt - dann ist es ein zünftiger Schuhplattler.

Mit einer Brezel stärkt sich der Nachwuchsplattler für den nächsten Tanz.

Frank Fiebig schlägt sich auf die Schenkel, klatscht mit den Hand auf die Absätze seiner blank gewichsten, schwarzen Schuhe. Carolin Gwose tanzt um ihn herum. Sie muss in ihrem feschen Dirndl heute gleich mehrmals auf die Bühne auf der großen Wiese. „An Dirndln mangelt es uns wirklich. Aber wir haben das Preisplatteln bei uns im Ruhr-Lippe-Gau erst vor vier Jahren wieder eingeführt. Das muss sich erst etablieren“, hofft Vereinsvorsitzender Jürgen Wörl auf mehr und vor allem weiblichen Nachwuchs unter den Freunden bayrischen Brauchtums.Zwölf Paare waren beim Platteln am Start Zwölf Paare, von Kindern bis zu Senioren - platteln an diesem Sonntagnachmittag um acht Wanderpokale, fast jeder wird einen bekommen. Die Wertungsrichter blicken aufmerksam unter den Hutkrempen hervor und achten darauf, ob die Hüte sitzen, die polierten Knöpfe an den Hosenträgern und die Tänzer in den vorgezeichneten Kreisen bleiben. Platteln ist Sache der Buam, die Dirndl mit den blumendekorierten Ausschnitten an den Kleidern tanzen um sie herum und lächeln. Die Zuschauer an den Kaffeetischen trinken Weißbier, klatschen Beifall für den geplattelten „Reit im Winkl“ und fühlen sich wohl, wie neulich im Urlaub am Tegernsee.

Vorfahren kamen im letzten Jahrhundert ins RuhrgebietBayerisches Brauchtum im Ruhrgebiet, so betont, Jürgen Wörl, hat nichts mit einem Faible für eine Urlaubsregion zu tun: „Die Vorfahren unserer Mitglieder kamen im letzten Jahrhundert hierher, weil es hier Arbeit gab. Viele warne Bierbrauer. Ihre Nachfahren pflegen Traditionen weiter.“ Luggi Beer, mit 80 Jahren ältestes Mitglied, bedauert, dass seine vier Kinder und die Enkel nicht auf die Wittener Alm kommen: „Die kriege ich hier nicht hoch. Das tut weh. Meine Eltern kamen 1923 nach Dortmund.“ Beer, der noch fit ist, beim Platteln aber nicht mehr mithalten will, zeigt auf seine Lederhose: „Die ist über 50 Jahre alt. Die hat schon mein Vater getragen.“Hosen gibt es für 350 Euro und mehr Überhaupt die Lederhosen. Unter 350 Euro geht da nichts, nach oben gibt es lange keine Grenze. Aus Hirschleder müssen sie sein, meint Wörl: „Es gibt auch welche aus glänzendem Rentierleder. In Bayern tragen sie manche Plattler, weil es besser knallt, wenn man draufhaut. Aber für den Festumzug ziehen die auch wieder Hirschleder an.“

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