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Linie: Marten - Castrop-Rauxel

Durfte eine 14-Jährige nicht aus Bus aussteigen?

DORTMUND Ein Busfahrer, der eine 14-Jährige nicht aussteigen lässt. Eine Frau, die an einer Haltestelle stehen bleiben muss. Ein Verkehrsunternehmen, das sich über den Ton der Beschwerde ärgert. Rund um die Linie 480 von Dortmund-Marten nach Castrop-Rauxel gibt es Vorwürfe.

Durfte eine 14-Jährige nicht aus Bus aussteigen?

Die Bushaltestelle Vincennesstraße in Fahrtrichtung Innenstadt in Frohlinde. Hier wollte eine 14-Jährige aussteigen - doch ihren Angaben nach hielt der Busfahrer einfach nicht an.

Teil 1: Eine 14-Jährige darf nicht raus

Dieser Fall spielte am Mittwochabend zwischen 21 und 22 Uhr. Eine 14-Jährige war von einer Klassenfahrt zurückgekehrt und wollte an der Haltestelle Vincennesstraße aussteigen.

Obwohl das Mädchen rechtzeitig zwischen den Haltestellen Frohlinde Denkmal und Vincennesstraße den Halteknopf gedrückt habe – aus Angst sogar mehrfach – und sogar aus Verzweiflung gerufen habe, doch anzuhalten, habe der Busfahrer diese Signale ignoriert und sei weiter zur Haltestelle Pankok gefahren. Das zumindest sagt Karin K., die Mutter der 14-Jährigen, die ihren vollständigen Namen nicht veröffentlicht wissen will.

Das sei nicht das erste Mal gewesen, so Karin K. weiter. Wiederholt sollen Busfahrer der Linie 480 den Haltewunsch ihrer Tochter an der Vincennesstraße missachtet und sie erst eine Haltestelle weiter in Richtung Schwerin (Pankok) aus dem Fahrzeug aussteigen lassen haben - also nicht im Ort, sondern im Grünen.

„Ich war tief verärgert. Ich war beruflich unterwegs und musste das abbrechen, weil meine Tochter wieder einmal allein am Feldrand hergehen musste“, so die Mutter verärgert. Deshalb habe sie sich nicht nur umgehend an das Unternehmen, sondern auch an unsere Redaktion gewandt.

 

Teil 2: Eine Frau darf nicht rein

Ein zweiter Fall soll sich am Donnerstag um 10.10 Uhr ereignet haben - erneut an der Linie 480. Die Rauxelerin Rosemarie Schwerinski stand an der Haltestelle der Bahnhofstraße. Was dann passierte: „Der Fahrer ist einfach durchgerauscht vom Hauptbahnhof in Richtung Castrop und hat mich an der Schulstraße stehen lassen.“

Schwerinski weiter: "Ich war sauer, weil ich dadurch in Zeitverzug kam, denn ich hatte einen Termin in Castrop", sagte die Rauxelerin. Genau das habe sie auch dem Fahrerkollegen der Linie 482 gesagt, mit dem sie zehn Minuten später ihre Fahrt nach Castrop angetreten habe. 

Auf eine weitere Beschwerde habe sie verzichtet. Als sie dann aber in der Zeitung von der Entrüstung der Frohlinder Mutter gelesen habe, habe sie ihr Erlebnis loswerden müssen.

 

Teil 3: So antwortet der Betreiber der Buslinie DSW21

Wolfgang Herbrand, Leiter der Unternehmenskommunikation, nahm im Anschluss an den Vorfall Kontakt mit der Mutter auf und bat sie um weitere Hinweise. Darüber hinaus drückte er seine Verwunderung darüber aus, dass vergangene Beschwerden angeblich nicht verfolgt worden seien. „Ihre nachweislich einzige bislang bei uns eingegangene Information datiert aus Mai 2013“, ließ er die Frohlinderin wissen.

Zudem heißt es in dem Schreiben: „Im Allgemeinen achten unsere Fahrer auf Haltewunschsignale. Warum dies bei Ihrer Tochter – derart oft – nicht funktionieren soll, ist für uns nicht nur unverständlich, sondern in der von Ihnen beschriebenen Häufigkeit sehr ungewöhnlich.“ Der aktuelle Fall werde nach Angabe weiterer Informationen geprüft.

 

Teil 4: Darum ärgert sich die Mutter über die DSW21-Antwort

Karin K. pocht deutlich auf eine konkretere Antwort vom Verkehrsunternehmen. „Was heißt hier prüfen?“, fragte sie und gab sich selbst die Antwort: „Da gucke ich in den Dienstplan und dann habe ich das in zwei Minuten.“

Herbrand indes schätzt, die Prüfung werde noch eine Zeit lang dauern.

 

Teil 5: Warum sich der DSW21-Sprecher ebenfalls ärgert

Herbrand zeigte sich deutlich ungehalten über Stil und Ton von Karin K. in ihren Beschwerdemails. „Wir haben es bei allem Respekt nicht nötig, uns so von einem Kunden aufmischen zu lassen. Das ist ein Stil, der befremdet“, erklärte er am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Es mache die Sache zum Beispiel nicht einfacher, wenn sie einen Mitarbeiter als „blind und taub“ bezeichne.

RECKLINGHAUSEN Ein Busfahrer, der einem Fahrgast in Süd das Einsteigen außerhalb einer Haltestelle verweigert haben soll, muss sich seit Freitag vor dem Arbeitsgericht in Herne verantworten. Von den Vestischen Straßenbahnen wurde er zuvor schon abgemahnt.mehr...

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