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Anwohner-Ärger

EDG ist hilflos gegen illegale Nordstadt-Müllhalden

DORTMUND Es ist eine endlose Geschichte: In manchen Straßen der Nordstadt türmen sich illegale Müllhalden. Die Entsorger der EDG sind ratlos, wie sie das Problem dauerhaft beseitigen können. Ein Anwohner sieht die Stadt in der Pflicht.

EDG ist hilflos gegen illegale Nordstadt-Müllhalden

Eine Couchgarnitur sorgte an der Schmiedestraße für Ärger bei den Anwohner. Sie war nicht offiziell als Sperrmüll angemeldet.

Ara Kaneshan verzweifelt. Sperrmüll, Hausmüll und Schrott – „es gibt kein erkennbares System, das diesen Müll produziert. Aber der öffentliche Straßenraum ist hier ein Zwischenlager.“ Über die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) verliert der Nordstädter kein schlechtes Wort. „Die machen ihren Job. Mehrmals täglich fahren die hier die Straße ab und fahren den Müll weg. Die Leute hier haben das Prinzip verstanden.“

Den Müll, der nicht mehr in die eigene Tonne passt, stellen jene Leute auf den Gehweg. Sperrmüll, dessen Abtransport in haushaltsüblicher Menge 20 Euro kosten würde, landet ebenfalls auf der Straße. Und die EDG holt den Dreck Wagen für Wagen ab. Zahlen müssen dafür nicht die unerkannt agierenden Verursacher, sondern die Gebührenzahler.

EDG: "Wir wissen nicht, was die richtige Strategie ist"

Warum lässt die EDG den Müll nicht einfach liegen, um die Verursacher zu erziehen? Aus zwei Gründen:

  • Erstens: „Wir könnten den Müll aus pädagogischen Gründen liegenlassen. Aber durch Liegenlassen werden wir dem Problem nicht gerecht“, sagt EDG-Sprecher Matthias Kienitz.
  • Zweitens: Lässt die EDG den Müll tagelang liegen, stellen andere Leute immer mehr dazu. Das Problem wird also größer und nicht kleiner – und damit steigt der Ärger der den Müll seriös entsorgenden Nachbarn. Matthias Kienitz: „Für uns ist das inzwischen eine alte Diskussion. Wir wissen nicht, was die richtige Strategie ist. Und wir wissen auch, dass es für dieses Problem keine einfachen Lösungen gibt.“ Ob sie den Müll liegenlasse oder schnell abtransportiere: So oder so würde die EDG das illegale System unterstützen.

Anwohner: "Denen ist es egal, ob sich jemand beschwert oder nicht"

Ara Kaneshan ärgert sich nicht nur seine Nachbarn, sondern auch über die Stadt. Beim Ordnungsamt und beim Umweltamt habe er die Probleme mehrfach vorgetragen. Sein Fazit: „Denen ist es egal, ob sich jemand beschwert oder nicht.“ Dem Umweltamt habe er monatelang zu unterschiedlichen Zeiten hinterher telefoniert, aber nie eine Reaktion erhalten.

Den Vorwurf der „absoluten Gleichgültigkeit“ weist Michael Meinders als Stadt-Pressesprecher zurück. Die Schmiedestraße sei dem Ordnungsamt und der unteren Abfallwirtschaftsbehörde seit längerer Zeit als „Problembereich für illegale Abfallablagerungen“ bekannt. Die Stadt und die EDG würden schnellstmöglich auf Bürgerbeschwerden reagieren. Offenbar hinkt die Kommunikation mit den Bürgern diesem Tempo hinterher.

Mülldetektive ermitteln ohne Erfolg

Wie auch immer: Ara Kaneshan hätte es gern sauber in seiner Straße. „Sie leben halt in der Nordstadt“, soll ihm ein Behörden-Mitarbeiter gesagt haben. Für ihn „das bisher flachste Argument, das ich gehört habe“.

Verursacher kennt die EDG nicht. „Wir fragen uns tatsächlich, wo die großen Sperrmüllmengen in dieser Straße herkommen und fahren den Müll mit der Faust in der Tasche weg“, berichtet Kienitz nach einem Gespräch mit den Kollegen von der Straße. Auf der Schmiedestraße im Einsatz war bereits ein Mülldetektiv der EDG. Ohne Erfolg.

Zeugen wollen nicht aussagen

Die Arbeit der Detektive, die sich auf die Lauer legen und die Nacht- und Nebelkipper („Nunkis“) bei der Arbeit fotografieren, sei sonst generell erfolgreich. Inzwischen erkundigen sich auch andere Städte bei der EDG.

Dabei mangelt es nicht einmal an Zeugen unter Bürgern, die Nunkis beobachten und melden würden. Kienitz über die Praxis: „95 Prozent der Anrufer ziehen sich zurück, wenn wir sie auffordern, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen.“

DORTMUND Mit Videokameras, Fotoapparaten und Nachtsichtgeräten auf der Lauer: Wer Haus- und Sperrmüll illegal abkippt, muss jetzt zu jeder Zeit an jedem Ort in Dortmund damit rechnen, erwischt zu werden. Die EDG setzt dauerhaft einen Müll-Detektiv ein.mehr...

DORTMUND Bei ihrer Arbeit wurden sie bedroht und mit Müll beworfen: In der Nordstadt müssen die Straßenreiniger der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) besonders viel aushalten. Die Firma will ihre Mitarbeiter schützen - und bietet deshalb Deeskalations-Trainings an.mehr...

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