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Abbey Road Institute in London

Ein Dortmunder studiert, wo die Beatles produzierten

DORTMUND Räumlich ist Leif Bent der Welt, die er begehrt, schon sehr nahe. Seit fast zwei Monaten studiert der 18-jährige Dortmunder Musiker am Abbey Road Institute in London. Dort, wo einst die Beatles produzierten, geht Leif Bent durch eine harte Schule. Er macht das gerne. "Ich möchte mein Leben ganz der Musik widmen."

Ein Dortmunder studiert, wo die Beatles produzierten

Leif Bent vor einer Live-Session unter freiem Himmel in London, wo er seit Anfang September studiert.

Songwriting, Produktion, instrumentale Vielseitigkeit: Die Popstar-Basis steht in den nächsten Monaten auf dem Stundenplan des ehemaligen Max-Planck-Gymnasiasten.

„Im Abbey Road Institute haben wir sehr coole Lehrer aus der Musikindustrie, die uns in verschiedenen Kursen unterrichten“, erzählt der Abiturient. Das Institut an den legendären Aufnahmestudios ist eine private Pop-Hochschule, die verschiedene Zweigstellen in Europa hat.

Spielen, spielen, spielen

Er saugt die Atmosphäre der gigantischen Metropole in sich auf, in der „alles so schnell passiert“. Das eigentlich Interessante spiele sich dabei außerhalb des Unterrichts ab. Denn Leif Bent macht das, was für junge Musiker mit Ehrgeiz womöglich am Wichtigsten ist: spielen, spielen, spielen.

Er nimmt an „Open Mic Nights“ in ganz London teil, spielt kleine Straßen-Auftritte, trifft viele andere Musiker. Das führt in London schnell zu ungeahnten Kooperationen, etwa mit dem Grammy-Award-Gewinner Phil Ramocon, erfolgreicher Songwriter, Produzent und ehemaliger Tour-Musiker für Bob Marley und andere Reggae-Größen.

Der 18-jährige Musiker aus Dortmund geht das Ganze mit Enthusiasmus, aber ohne inneren Zwang an.  „Ich möchte mit meiner Musik so viele Menschen wie möglich erreichen. Geld ist dabei nur die nebensächliche Notwendigkeit und nicht mein Ziel. Geld sollte niemals das Ziel sein, wenn man so etwas macht. Das wird dann nichts“, sagt Leif Bent.

Musik war schon früh Teil seines Lebens. Mit sieben Jahren fängt der Eichlinghofer an, Gitarre zu spielen, bringt sich dann im Laufe der Jahre Klavier, Bass und Schlagzeug selbst bei. Auf dem Max-Planck-Gymnasium spielt er in der Bläserklasse und lernt zwei Jahre Posaune. Er spielt Gitarre in der Big-Band und ist im stadtweiten Leistungskurs Musik.

Eigene Songs mit 13

Als er 13 ist, schreibt er die ersten eigenen Lieder. Mittlerweile sind nach eigener Aussage „viele hundert Songs entstanden“. Der Sohn eines Uni-Professors und einer Patentanwältin steigt immer tiefer in die Materie ein, lernt, seine Musik auch selbst aufzunehmen.

In die breitere Öffentlichkeit wagt er sich erstmals im Herbst 2014 – über das Video-Portal Youtube, wo er einen eigenen Kanal startet. Erst mit Coversongs, dann auch mit eigenen Titeln. In Zeiten des Internet-Vertriebs beschleunigt sich vieles für junge Musiker.

Vorläufiger Höhepunkt für den jungen Dortmunder: Die erste eigene EP, ein verkürztes Album, mit dem Titel „Listen“ erscheint im August 2016. Zarte Anfänge, was die Hörerzahlen angeht, aber das Ergebnis harter Arbeit. Musikalisch steht Leif Bent irgendwo zwischen modernem Pop-Zeitgeist im Stile von Ed Sheeran oder Bruno Mars, rockigen und sanften Klängen und Rap.

Das hat Qualität, wirkt aber an der ein oder anderen Stelle noch etwas zu hörbar konstruiert. Aber genau deshalb ist er ja in London, werkelt in den hochprofessionellen Studios, trifft inspirierende Menschen. Und kommt so der Welt, die er begehrt, in kleinen Schritten näher.

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