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Neues Konzept für Radwege in und um Dortmund

Ein Spinnennetz mit dem Wall im Zentrum

Dortmund Für Radfahrer ist Dortmund an manchen Stellen ein heißes Pflaster. Vor allem die Radwege am Wall bergen gefährliche Stellen. Dass sich das ändern muss, sehen auch die Stadt und der Regionalverband Ruhr – und haben jeweils umfassende Konzepte für die Zukunft der Radwege vorgelegt.

Ein Spinnennetz mit dem Wall im Zentrum

Ein Radweg am Ostwall/Schwanenwall in Richtung Hauptbahnhof. Mehrfach müssen Radfahrer die Spur und den Untergrund wechseln. Foto: Foto: Peter Bandermann

Wer als Radfahrer den Wall umrunden will, braucht nicht nur gute Reifen und Nerven, sondern bisweilen auch einen Kompass. Vor allem am Ostwall und Schwanenwall führt der ausgeschilderte Radweg mit vielen Verzweigungen über wechselnden Untergrund, mal über Fußwege, mal über Nebenfahrbahnen, auf jeden Fall aber über viele Ampelkreuzungen. Die Strecke ist nur ein Beispiel dafür, dass Radfahren in Dortmund an vielen Stellen sehr unattraktiv ist.

Stadt verspricht „mutige Ideen“

Doch die Stadt verspricht Besserung. Die Förderung des Radverkehrs ist einer der zentralen Punkte der Verkehrswende, mit der die Stadtplaner vor allem gegen die hohe Luftbelastung in der Innenstadt vorgehen wollen. Über das Landesprojekt „Emissionsfreie Innenstadt“ kann Dortmund bis zu 10,4 Millionen Euro abrufen. Damit wolle man „modellhafte, auch mutige Ideen“ umsetzen, kündigte Planungsdezernent Ludger Wilde an.

Und Mut wird dazugehören, einen der wichtigsten Punkte des Konzepts umzusetzen: einen durchgängigen, attraktiven Radweg auf dem Wall. Dazu müssten dann wohl auch zumindest an einigen Stellen bisher für Autos vorgesehene Fahrspuren und Parkplätze etwa im Bereich Schwanen- und Ostwall geopfert werden.

Die Planungen der Stadt decken sich mit einem ehrgeizigen Vorhaben des Regionalverbands Ruhr (RVR). Er will ein regionales Radwegenetz entwickeln, das städteübergreifend Pendler zum Umsteigen vom Auto aufs Rad bewegen soll.

Regionales Netz aus Radschnellwegen

Die RVR-Planungen sehen Radverbindungen in drei Kategorien vor. Ganz oben stehen die Radschnellwege wie der RS1 (in der Grafik gelb), der sich bekanntlich quer durchs Ruhrgebiet ziehen soll. In Dortmund führt er als vier Meter breiter Radweg weitgehend kreuzungsfrei entlang der B1, dann durch das Kreuzviertel und entlang der S-Bahn-Linie 4.

Die nächste Kategorie bilden die „Regionalen Radhauptverbindungen“ (in der Grafik rot), die sich wie ein Spinnennetz über die Städte ziehen könnten. Auch für sie ist ein fester Qualitätsstandard vorgesehen – mit mindestens drei Metern Breite und durchgehend asphaltiert. Bei einer gemeinsamen Führung mit Gehwegen ist eine Mindestbreite von 3,50 Meter vorgesehen.

Ein Spinnennetz mit dem Wall im Zentrum

In Dortmund wäre der Wallring ein zentraler Knotenpunkt dieser „Regionalen Radhauptverbindungen“. Vom Wallring aus sollen mehrere Arme in die verschiedenen Himmelsrichtungen führen. In Richtung Nordosten etwa geht es über den Borsigplatz und dann parallel zur Brackeler Straße und der Bahnlinie in Richtung Hamm. Im Nordwesten folgt die Strecke weitgehend dem Verlauf der Emscher beziehungsweise Emscherallee in Richtung Mengede, in Richtung Süden geht es über die Märkische Straße bis Hörde und von dort weiter nach Aplerbeck beziehungsweise Schwerte.

In die dritte Kategorie, die der „Regionalen Radverbindung“ (in der Grafik grün) gehört der Weg, der entlang von Bundesstraße 54 und Hagener Straße nach Süden führen soll. Hier ist für einen gemeinsamen Rad- und Gehweg eine Breite von 2,50 Meter bis 3 Meter vorgesehen.

Radschnellweg hängt in Dortmund hinter dem Plan

Eigentlich sollte es schon in diesem Jahr einen Vorgeschmack auf den Radschnellweg Ruhr in Dortmund geben – mit der Umwandlung der Große-Heim-Straße im Kreuzviertel in eine Fahrradstraße, in der Radfahrer Vorfahrt vor Autofahrern haben. Doch die Radler müssen sich noch ein wenig in Geduld üben. In diesem Jahr kommt der Radschnellweg Ruhr in Dortmund wohl nur auf dem Papier voran.

Die Entwurfsplanung für die Strecke durch das Kreuzviertel vom Südwestfriedhof bis zur Ruhrallee soll bis Ende März fertig sein. „Noch im März werden wir bei der Bezirksregierung Arnsberg den Förderantrag für Ausführungsplanung und Bau dieses Abschnittes stellen. Spätestens im Frühjahr 2019 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden“, kündigt Planungsdezernent Ludger Wilde an. Dazu gehört unter anderem eine neue Fahrbahndecke für die Sonnenstraße.

Erst nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Große-Heim-Straße zur Fahrradstraße. Der Beschilderungs- und Markierungsaufwand ist hoch, weil die geltenden Vorfahrtsregelungen aufgehoben werden müssen. Außerdem erfordert die Umwidmung ein förmliches Anhörungsverfahren mit der Polizei, erklärt Stadtsprecherin Heike Thelen.

Projekt wird mit den Städten abgestimmt

Am 23. März soll die RVR-Verbandsversammlung den ersten Entwurf für das regionale Netzt absegnen und die weitere Planung in Auftrag geben. Dazu gehört auch die Beteiligung der betroffenen Städte. „Vorgesehen sind bis zum Sommer drei Teilraum-Konferenzen“, erklärt RVR-Sprecher Jens Hapke. Bis September müssen dann Rat und Verwaltung ihre Stellungnahme liefern. „Das Ziel ist, bis Jahresende einen mit den Städten abgestimmten Entwurf zu erreichen“, sagt Hapke.

Bei den Radfahrern dürften die Pläne sicherlich auf Beifall stoßen. Auch, wenn der ADFC-Vorsitzende Werner Blanke noch längst nicht alle Wünsche erfüllt sieht: In der City brauche es auch schnelle und direkte Verbindungen von Nord nach Süd und Ost nach West ohne Umweg über den Wall. Dazu gehöre auch, am Hauptbahnhof eine Durchquerungsmöglichkeit zu schaffen. Und auch die Ampelschaltung am Wall – zurzeit auf die Bedürfnisse des Autoverkehrs abgestimmt – müsse verändert werden. Für die Verkehrsplaner gibt es also noch viel zu tun.

So macht man den Fahrrad-Frühjahrscheck

Alexander Kopplow ist seit über 30 Jahren Zweiradmechanikermeister und gibt Tipps, wie man sein Fahrrad fit fürs Frühjahr macht.
Das Wichtigste, sagt Alexander Kopplow, sei der Frühjahrsputz. Dass das Fahrrad danach im besten Fall glänzt wie neu, ist aber nur ein Nebeneffekt. Denn indem man das Rad gründlich reinigt, fasst man jedes Bauteil an und fühlt so, ob es zu locker ist (z.B. die Schutzblechstreben) oder sich nur schwer bewegen lässt (z.B. der Fahrradständer). „Beim Putzen bekommt den besten Überblick“, so der 62-Jährige.
Vor dem Ölen der Fahrradkette sollte diese mit einem trockenen Lappen bereinigt werden. „Dafür am besten keinen Kettenreiniger oder Lösungsmittel verwenden, das würde die Lebensdauer der Kette verkürzen“,warnt der Experte. Zum Ölen ein hochwertiges Kettenöl („Kein dünnes Haushaltsöl!“) benutzen. Sparsam die Gelenke zwischen den Kettengliedern schmieren und danach die Kette von außen trocken reiben.
Nach dem Winter sind die Reifen oft platt und müssen aufgepumpt werden. Die Daumenprobe danach reiche nicht, sagt Kopplow, um empfiehlt eine Standluftpumpe mit Manometer. Die gibt es schon ab 30 Euro. Auf jedem guten Reifen ist angegeben, welcher Druckbereich für ihn zulässig ist, meistens auf der Mantelseite.
Prüfen, ob die Bremse leichtgängig ist und ob bei gehaltener Handbremse der Abstand zum Lenker groß genug ist. „Der Leerweg sollte möglichst klein sein“, sagt Kopplow. Auch sollte man einen Blick auf den Abnutzungsgrad der Bremsbeläge werfen. „Bei Problemen mit der Bremse empfehle ich, sich besser an einen Fachmann zu wenden.“
Ein Fahrradschloss ist ein Muss, sonst freuen sich Diebe über leichtes Spiel. Ein älteres Schloss, das klemmt, kostet Nerven. „Nicht mit Kraft dran rütteln“, rät der Zweiradmechanikermeister, der seit 25 Jahren bei „Das Rad“ am Brüderweg tätig ist. Ein Tropfen Ketten- oder Motoröl kann wahre Wunder bewirken.

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