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Dortmunder Zoo erbt 800.000 Euro

Eine alte Dame hatte ein großes Herz für Zootiere

Dortmund Mit einer Investition von fünf Millionen Euro ist der Umbau der Robbenanlage das größte Projekt im Zukunftskonzept des Zoos. Da kommt eine Erbschaft von 800.000 Euro für den Dortmunder Zoo wie gerufen. Die Erblasserin hatte klare Vorstellungen zur Verwendung des Geldes.

Eine alte Dame hatte ein großes Herz für Zootiere

2020 soll der Umbau der Robbenanlage mit einem Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro beginnen. Foto: Dieter Menne

Die alte Dame hatte ein Herz für Tiere. Besonders für Zootiere. Sie hinterließ dem Dortmunder Zoo 805.000 Euro. Das Geld soll zum Bau von Tiergehegen eingesetzt werden, verfügte die Dortmunderin ausdrücklich.

Für den Zoo kommt diese Erbschaft wie gerufen, hat er doch erst im vergangenen Jahr sein Investitionsprogramm von 31 Millionen Euro gestartet, mit dem die Stadt ihn bis zum Jahr 2023 fit für die Zukunft machen will. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Robbenanlage, deren Umbau im Jahr 2020 in Angriff genommen wird, damit sie auch den heutigen Anforderungen der tierschutzgerechten Haltung von Seebären und Seelöwen genügt. Mit einem Kostenvolumen von fünf Millionen Euro ist sie das größte Projekt im Zukunftskonzept des Zoos.

Die Robbenanlage ist seit ihrer Eröffnung 1955 unverändert, entsprechend abgenutzt und undicht. 2020 soll es mit dem Umbau losgehen, die Generalplanung ist ausgeschrieben, hatte Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter schon vor Wochen mitgeteilt. Zuvor wird in diesem Sommer noch das Robbenbecken saniert.

Sprungfelsen bleibt

Die grundsätzliche Struktur der bestehenden Anlage, so wie viele Dortmunder – auch schon ältere – sie aus ihrer Kindheit kennen, soll Vorbild für das neue Gehege sein. Die Altanlage mit dem traditionellen Sprungfelsen wird neu beschichtet und als gesetzlich vorgeschriebenes Nebenbecken erhalten bleiben.

Die neue Anlage soll mit dem bis zu vier Meter tiefen Hauptbecken rund 1000, aber mindestens 850 Quadratmeter umfassen, das Hauptbecken 80 Prozent der Fläche einnehmen. Geplant sind auch ein großes und ein kleines Stallgebäude, jeweils mit Fußbodenheizung, und ein Aufzuchtbecken außerhalb des Besucherbereichs.In der umgebauten Anlage sollen sich vier erwachsene Kalifornische Seelöwen und fünf erwachsene Südamerikanische Seebären wohlfühlen. Besucher werden das von dem weiterhin tribünenähnlichen Vorplatz beobachten können.

Unterirdische Höhle

Die Schaufütterungen der Robben sind der größte Besuchermagnet im Zoo, noch vor dem Streichelgehege und dem Spielplatz. Nirgendwo hält sich das Publikum länger auf. Das soll auch während der Umbauarbeiten gewährleistet bleiben. Damit die Besucher die Robben noch besser in ihrem Element beobachten können, ist eine unterirdische Höhle geplant, von der aus man Einblick in den Unterwasserbereich des Hauptbeckens hat. Als Vorbild dient hier der Zoo im englischen Bristol.

Mit der Erbschaft wird die Robbenanlage zwar nicht schneller gebaut; denn sie war bereits finanziell eingeplant. Und die Planungsabläufe ließen sich dadurch nicht verkürzen, teilt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage mit. Doch mit dem durch die Erbschaft eingesparten Geld könne der Zoo noch andere Projekte umsetzen. Welche, sei noch nicht entschieden, sagt Pinetzki.

Im vergangenen Jahr zählte der Zoo 445.694 Besucher. Das sind 44.541 Besucher weniger als im Jahr 2016.

Allerdings hatte die Stadt wegen der Baustellen im Zoo ohnehin nur mit 420.000 Besuchern kalkuliert. Sehr beliebt sind die Zooführungen (299) und Kindergeburtstage (331).

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