Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Nicht barrierefrei

Eltern ärgern sich über Bahnhof Dorstfeld-Süd

DORSTFELD Als Dr. Barbara Mertins 2015 an die TU Dortmund berufen wurde, stand für die Professorin und ihren Mann fest: Wir wollen in der Nähe der Uni wohnen. Ganz bewusst entschieden sich die begeisterten Radfahrer, mit ihren Kindern – drei und ein Jahr alt – von Heidelberg nach Dorstfeld zu ziehen. Eine Fehlentscheidung?

Eltern ärgern sich über Bahnhof Dorstfeld-Süd

Am S-Bahnhof Dorstfeld-Süd gibt es keinen Lift. Familie Mertins muss deshalb immer die Kinder im Fahrrad-Anhänger tragen.

Der Start war eigentlich optimal: „Ich habe damals sehr schnell eine passende Wohnung gefunden“, erinnert sich Holger Mertins (47), der ebenfalls an der TU arbeitet. Ein wichtiges Kriterium war bei der Suche für seine Frau und ihn eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

„Das hat gepasst“

„Wir verzichten ganz bewusst auf ein Auto“, erklärt Dr. Mertins (42). „Wir sind leidenschaftliche Radfahrer, fahren damit zur Arbeit, zum Einkaufen, im Anhänger die Kinder. Wenn das nicht geht, fahren wir mit Bus und Bahn.“ Und auch damit konnte Dorstfeld zunächst punkten: Der S-Bahn-Haltepunkt Dorstfeld-Süd liegt nur wenige Minuten von der Wohnung der Familie entfernt. „Das hat alles gepasst“, berichtet Holger Mertins.

Doch dann dies: „Stellen Sie sich vor, wie das ist, mit zwei kleinen Kindern, und zwei Kinderwagen, wenn Sie plötzlich feststellen, dass der S-Bahnhof keinen Fahrstuhl hat“, schildert Barbara Mertins den beschwerlichen und auch gefährlichen Abstieg zur S-Bahn, der täglich auf sie und ihren Mann wartet.

Nicht damit gerechnet

„Ich habe nicht gesehen dass es dort keinen Lift gibt. Und das an solch einer Stelle auch nicht erwartet“, sagt Holger Mertins. Schließlich liegen immerhin die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und -medizin sowie die gut besuchte DASA in unmittelbarer Nähe. „Zudem leben hier viele Kinder, auch Menschen mit Behinderungen. Wie soll das ohne Fahrstuhl gehen?“, fragt Barbara Mertins.

Also ergriff die Professorin die Initiative, schrieb an die Bahn AG und die Stadt Dortmund. „Die Stadt ignoriert unser Schreiben bislang“, berichtet sie. „Wir erhielten aber einen Anruf von der Bahn AG die uns erklärte, dass kein Geld für den Lift da sei und Dorstfeld-Süd nicht auf der Prioritätsliste steht.“ Was Barbara Mertins besonders ärgert: Ihr wurde im Telefonat vorgeschlagen, sich doch politisch zu engagieren. Ein Vorschlag, der ihr absurd erscheint. „Denn ist es nicht im öffentlichen Interesse, dass Familien die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen?“, fragt sie. Und sie fragt sich auch, ob es womöglich keinen Lift gibt, weil Dorstfeld nicht zu den Top-Vierteln gehört.

Nicht aufgeben

Obwohl ihnen inzwischen einige Arbeitskollegen geraten haben, doch das Viertel zu wechseln, denken Barbara und Holger Mertins noch nicht daran aufzugeben. „Denn wir sind eigentlich gekommen, um hier Fuß zu fassen“, sagt die Professorin. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Polizei sucht Zeugen

Unbekannter kommt aus Gebüsch und entreißt Seniorin Handtasche

DORSTFELD Ein bislang unbekannter Mann hat einer 84-jährigen Frau am Samstagvormittag in Dorstfeld ihre Handtasche entrissen. Er floh zu Fuß. Jetzt sucht die Polizei Zeugen.mehr...

1250 Haushalte betroffen

Dorstfeld war zweieinhalb Stunden ohne Strom

DORSTFELD/BAROP Der Stromausfall in Dorstfeld ist behoben. Nach Angaben von Stromnetzbetreiber "Dortmunder Netz GmbH" waren rund 1250 Haushalte betroffen. Auch an der Technischen Universität und der Fachhochschule in Barop gab es Probleme. Die Ursache ist nun auch bekannt.mehr...

An der Zeche Zollern

Neues Kinderhospiz entsteht mit Wald zum Toben

BÖVINGHAUSEN Gegenüber der Zeche Zollern entsteht ein weiteres Hospiz. Gebaut wird es für todkranke Kinder und junge Leute. Der Grundstückskauf ist unter Dach und Fach. Baustart des neuen Kinderhospizes soll 2019 sein. Das ist das Ziel des Teams um Stiftungsgründerin Elisabeth Grümer. Jetzt geht‘s noch ums Geld.mehr...

SEK-Einsatz in Dorstfeld

Mann bedroht Ehefrau und Tochter mit Schusswaffe

DORSTFELD Mit einer Schusswaffe hat ein 52-Jähriger in der Nacht zu Dienstag seine Frau und seine erwachsene Tochter in einer Wohnung in Dorstfeld bedroht. Der Mann versuchte offenbar, die beiden Frauen in der Wohnung festzuhalten. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei nahm den Dorstfelder schließlich fest.mehr...

Siedlung Oberdorstfeld

Denkmalschutz soll gewahrt bleiben

DORTMUND/GELSENKIRCHEN Am Denkmalschutz in der Dortmunder Bergbausiedlung „Oberdorstfeld“ wird vorerst nicht gerüttelt. Das hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Freitag signalisiert. Mehrere Eigentümer waren vor Gericht gezogen, weil sie von der Stadt aufgefordert worden waren, Veränderungen an ihren Häusern wieder rückgängig zu machen.mehr...

Polizeikontrolle in Dorstfeld

Verdächtige wollen von Drogen im Taxi nichts gewusst haben

MARTEN/DORSTFELD "Die Tüte voller Drogen? Die gehört uns nicht!" So haben zwei Dortmunder in der Nacht zu Mittwoch reagiert, als die Polizei in Dorstfeld das Taxi kontrollierte, in dem sie gerade unterwegs waren. Die Behauptung überzeugte die Beamten jedoch nicht wirklich - aus zwei Gründen.mehr...