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Erst planen, dann verkaufen

Architekten und Investoren planen und bauen, die Stadtverwaltung begleitet und genehmigt. Diese Form der Arbeitsteilung bei Bauvorhaben gehört bald der Vergangenheit an. Denn eine neue EU-Regelung stellt die bisherigen Regeln der Stadtplanung auf den Kopf.

Städtische Grundstücke, für die konkrete Bebauungsziele bestehen, müssen künftig europaweit ausgeschrieben werden. Das Problem: Um die Qualität der Bebauung zu sichern, muss die Stadt im Prinzip alle Details der Planung vorgeben. Denn im Nachhinein ist daran nichts mehr zu ändern. "Nachverhandeln ist nicht möglich", weiß Dortmunds Rechtsdezernent Wilhelm Steitz. Unterlegene Konkurrenten des meistbietenden Investors könnten ansonsten wegen der Änderung der Ausschreibungsgrundlagen klagen.

Auf der anderen Seite dürfen die Städte die Vorgaben an die Architektur auch nicht zu hoch schrauben, weil sich sonst gar kein Investor finden könnte. Eine Gratwanderung - die wahrscheinlich auf das Setzen von Standards hinausläuft, die wenig Raum für individuelle und kreative Gestaltung lassen. "Das kann zu Lasten der Qualität gehen", fürchtet der Leiter des Stadtplanungsamtes, Ludger Wilde.

Eines der ersten Grundstücke, bei denen die neuen Regeln angewendet werden müssen, wäre das frühere Wihoga- und Wirtschaftshof-Areal am Rombergpark. Dort soll nach dem Willen der Stadt Gesundheitswirtschaft ansiedeln. "Hier müssen wir wohl europaweit ausschreiben", meint Planungsamtsleiter Ludger Wilde. "Das wird das Projektverfahren auf jeden Fall verlängern." Und auch die Kosten, die mit einer europaweiten Ausschreibung verbunden sind, steigen. Wirtschaftsförderer Thomas Ellerkamp, der sich um die Entwicklung des Romberpark-Areals bemüht, findet das neue Verfahren denn auch schlicht "eine Katastrophe." Oli Seite 2: Bürokratisches

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