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Alfred-Trappen-Straße

Erziehungsberatungsstelle feiert 30-jähriges Bestehen

HÖRDE Die Erziehungsberatungsstelle in Hörde wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Sie hat Tabus gebrochen, die heute keine mehr sind - und wird heute mehr denn je gebraucht.

Erziehungsberatungsstelle feiert 30-jähriges Bestehen

Das Team der Erziehungsberatungsstelle: Edith Reifarth, Alfred Hennekemper, Renate Gieszek, Norbert Driller, Marianne Deddens und Hans-Jürgen Fuss (v.l.).

„Das war ein Glücksfall“, sagt Hans-Jürgen Fuss im Rückblick auf das Jahr 1982. Er meint die Eröffnung der Erziehungsberatungsstelle in der Alfred-Trappen-Straße 39. Der Teamleiter war von Anfang bis heute fester Bestandteil.  Drei Jahrzehnte, in denen sich viel verändert hat: die Mitarbeiter (bis auf Fuss), der Klientenkreis oder die Arbeitsweisen in der Erziehungsberatung. Die Anzahl der Klienten hat sich im Vergleich zu 1982 verdoppelt.

Heutzutage erbitten pro Jahr im Schnitt rund 400 Familien Hilfe, die sie von dem multiprofessionellen Team so schnell wie möglich erhalten. Im Jahr 2011 suchten 385 Familien die Einrichtung auf. 91 Prozent stammen direkt aus Hörde.  Diese Entwicklung zeigt, dass Erziehungsberatung kein Tabu mehr ist. Gründe dafür sieht der Teamleiter in einer veränderten Gesellschaft und Öffentlichkeit. „Die Probleme tauchen heute viel öfter in den Medien auf“. So konnten Hemmschwellen, die Erziehungsberatung aufzusuchen, mit den Jahren, abgebaut werden. Auch weil man, so Fuss, seit Jahren stetig hier am Standort präsent sei und man verstärkt mit Lehrern und Schulen arbeite.  

 „Lehrer schlagen die Brücken und stellen die Verbindung zu uns her“. Vonseiten der Schulen gibt es mittlerweile so starke Nachfrage nach einer Zusammenarbeit, „dass unsere Ressourcen beileibe nicht ausreichen, um alle Anfragen der Schulen bedienen zu können“, wie Fuss erklärt.  Die Vernetzung und Kooperation mit anderen Institutionen gehöre heute zum Alltag, so habe sich auch der Klientenkreis verändert. „Heute kommt auch die Oberschicht oder die Unterschicht in die Beratungsstellen, früher war Erziehungsberatung ja fast nur eine Sache der Mittelschicht“, weiß Alfred Hennekemper, Leiter des Psychologischen Beratungsdienstes beim Jugendamt.

 Die Arbeit in der Erziehungsberatung hat ein anderes Gesicht bekommen, weil die Bereiche komplexer und die Arbeitsweise tiefgründiger als noch vor 30 Jahren geworden sind. „Die Arbeitsfelder sind viel umfassender geworden, man geht viel mehr in die Tiefe“, meint Fuss. Heute gebe es Arbeitskreise zu einzelnen Themen.  „Wir müssen uns ständig weiter qualifizieren, weil sich die Probleme so schnell ändern und immer vielfältiger werden“, sagt Familientherapeut Norbert Driller. Bereiche wie sexuelle Gewalt, Kinder alkoholkranker Kinder stünden immer mehr im Mittelpunkt und der Öffentlichkeit.

 Es mangelt nicht an Herausforderungen für das Team. Die Suchtberatung werde immer komplexer, so Driller. Die Themen Neue Medien und Computer binden ebenfalls Kapazitäten. Demnächst werde noch ein freier Mitarbeiter für das Feld Medienkompetenz eingesetzt, berichtet Driller.  Weitere relativ junge Themen sind die „Anordnende Beratung“ (bei Scheidungen) oder Legasthenie und Dyskalkulie (Rechenschwäche). Letztere ist gerade erst anerkannt worden. In Hörde gibt es mit Edith Reifarth schon länger eine Dyskalkulie-Spezialistin. „Wir haben viel zu tun“, sagt sie.    

Das Team der Erziehungsberatungstelle


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