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Nordstadt-Engel ausgezeichnet

„Fahrrad-Bekloppte“, Alleskönner und Ansprechpartner für 60 Familien

Nordstadt Jedes Jahr werden beim Neujahrsempfang im Dietrich-Keuning-Haus drei künstlerische Kupfer-Skulpturen „Engel der Nordstadt“ verliehen. Diesmal gingen sie an äußerst vielseitige Helfer.

„Fahrrad-Bekloppte“, Alleskönner und Ansprechpartner für 60 Familien

Drei Kupfer-Engel werden zu Beginn eines jeden Jahres an Menschen und Gruppen verliehen, die sich besonders um die Nordstadt verdient gemacht haben. Am Samstagabend wurde die Auszeichnung für 2017 verliehen. Foto: Oliver Schaper

„Die Nordstadt ist der internationalste und vielfältigste Stadtteil“, führt Bürgermeisterin Birgit Jörder (SPD) in den vom Dietrich-Keuning-Haus (DKH), dessen Förderverein und dem Quartiersmanagement Nordstadt ausgerichteten Neujahrsempfang ein. „Wir konnten schon vieles gemeinsam bewegen.“

Der Leiter freut sich über „richtig gute“ Preisträger

Der volle Saal zeige, dass sich die Veranstaltung etabliert habe. „Beim ersten Mal ist es Neugier“, sagt Jörder. Beim zweiten Mal zeige sich das wahre Interesse. „Wir haben drei richtig gute Menschen und Institutionen ausgesucht“, leitet Levent Arslan, kommissarischer Leiter des DKH, zur Preisvergabe über.

Astrid Wendelstigh, Axel Rickel, Patric Matzke und Christoph Hinz, die selbst ernannten „Fahrrad-Bekloppten“, werden zur Laudatio von Susanne Linnebach vom Amt für Wohnen für ihr Engagement rund ums Rad ausgezeichnet. „Fahrradwerkstatt und vegane Küche“, heißt es montags ab 18 Uhr in der Bornstraße bei Velokitchen.

Profis und Kundige bieten bei der Reparatur „Hilfe zur Selbsthilfe“ an, zudem veganes Essen. „Jede Essensvorschrift wird eingehalten“, betonen sie. Wertschätzung für Räder und die „andere Mobilität“ wollen sie vermitteln; Rad-, Zubehör- und Geldspenden sind willkommen.

„Fahrrad-Bekloppte“, Alleskönner und Ansprechpartner für 60 Familien

Das Team der „Velokitchen“ Foto: Oliver Schaper

Vielseitig hilft auch Kissa Utzelmann. „Sie ist ein Glücksfall“, lobt Nordstadtengel-Ideengeber und Sponsor Christian Schmitt die kleine, zierliche Frau. „Sie ist das Abbild der Nordstadt.“ In vielen Initiativen ist die gebürtige Algerierin tätig, steht Frauen zur Seite, spielt mit Kindern und ist, wie sie selbst sagt, „immer dort, wo Hilfe nötig ist“. Sie spricht Französisch, Arabisch und das in Nordafrika verbreitete Berberisch. Gerade für Flüchtlinge ist sie Ansprechpartnerin.

„Fahrrad-Bekloppte“, Alleskönner und Ansprechpartner für 60 Familien

Kissa Utzelmann Foto: Oliver Schaper

Wie Hassan Adzaj für circa 60 Roma-Familien. Der Vorsitzende des Vereins „Roma Than“ ermöglicht Kulturangebote und Deutschkurse, hilft bei Behördengängen und Problemen. „Meine Mitstreiter und ich sind zwölf Stunden am Tag im Einsatz“, sagt der gelernte Concierge. Das Ziel des auch im DKH Tätigen ist ein „Haus der Roma-Kultur“. „Die Integration im Roma-Kids-Club klappt hervorragend“, weiß Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder.

„Fahrrad-Bekloppte“, Alleskönner und Ansprechpartner für 60 Familien

Hassan Adzaj (Mitte) Foto: Oliver Schaper

„Lachen ist ein gemeinsames Ding, egal woher Du kommst“, meint Comedian Sertac Mutlu. Er zeigt anhand von Alltäglichem satirisch die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und seinen türkischen Vorfahren auf. „Energiereich und spektakulär“, so die Moderatorinnen Özge Cakirbey und Esther Festus, kommen die DKH-Tanzgruppe „Unique“ sowie das Duo „Luke und Paul“ mit ihren Hip-Hop-Einlagen daher.

Ein Akteur erhält ein Sonderlob

Demgegenüber verzaubert Nordstadt-Bewohner Oliver Pilsner als Zauberer „Piloso“ die Gäste mit Seil-, Karten- und Geldschein-Tricks. Angesichts der unerklärlichen Magie bleiben Fragezeichen.

Keine Fragen gibt es bezüglich der „Nordstadtengel“. Sie haben es sich, wie der kräftige Applaus belegt, verdient. Wie auch derjenige, der all dies ermöglicht. „Unser ganz besonderer Engel ist Christian Schmitt“, ruft Astrid Wendelstigh aus. „Ohne ihn gäbe es uns und diese Ehrung nicht!“

Die „Engel der Nordstadt 2017“ wurden aus Vorschlägen der Bevölkerung von der „Lenkungsgruppe Stadtbezirksmarketing“ gewählt.

Mit der Auszeichnung wird besonderes ehrenamtliches Engagement in der Nordstadt gewürdigt. Seit 2005 werden pro Jahr drei „Engel“ gekürt.

Finanziert wird das Quartiersmanagement mit Mitteln des Bundes, des Landes NRW und der Stadt über das Programm „Soziale Stadt“.

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