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„Blind und Hässlich“

Film von Dortmunder Produzent läuft im ZDF

DORTMUND Das ZDF zeigt am späten Montagabend in seiner Reihe „Das kleine Fernsehspiel“ den Film „Blind und Hässlich“. Der Dortmunder Menno Döring hat den Film produziert. Es geht um den hässlichen Ferdi, die blinde Jona und eine ganze Menge Lügen.

Film von Dortmunder Produzent läuft im ZDF

Eine Szene aus „Blind und Hässlich“: Ferdi, der sich hässlich findet, beschreibt Jona, die vorgibt blind zu sein, den Sonnenuntergang. „Das steht diese große Lüge zwischen ihnen“, sagt Produzent Menno Döring, denn Jona kann ja sehen. „Und trotzdem ist es sehr romantisch. Foto: Blind und Hässlich

Ferdi glaubt, er sei hässlich. Er war deshalb schon oft in Therapie. Sein Selbstwertgefühl ist nicht gerade das allerbeste. Als er gerade von einer Brücke springen möchte, trifft er Jona. Jona hat gerade die Schule geschmissen und ist blind. Zumindest behauptet sie das.

„Blind und Hässlich“ heißt der Film, der die Geschichte von Ferdi und Jona erzählt. Produziert hat ihn der Dortmunder Menno Döring.

Ein Treffen mit Polizeiruf-Schauspieler Uwe Steinle

Filme, sagt Menno Döring, 34 Jahre alt, mochte er schon immer. Zufällig traf er, Anfang der 2000er-Jahre, einmal den Polizeiruf-Schauspieler Uwe Steinle und der nahm ihn mit ans Film-Set. „Er sagte zu mir: ,Dann entscheidet sich, ob du dabeibleiben willst.‘“

Menno Döring gefiel es, er wollte dabeibleiben und entschied sich, Film zu studieren. Das machte er zunächst in seiner Heimat, Dortmund, an der WAM Medienakademie und später an der renommierten Potsdamer Filmhochschule. Sein Abschluss WAM-Film „Schweigen ist feige“ handelt von (dem mittlerweile verstorbenen) Arne Elsholtz, dem Synchronsprecher von Tom Hanks.

Sommerberg ist Namensgeber für Produktionsfirma

2005 hat er die Film-Produktionsfirma Summerhill Lights gegründet – Namensgeber ist das Örtchen Sommerberg im Stadtteil Holzen, wo Döring aufgewachsen ist. Die Firma sitzt in Wellinghofen und in Berlin.

Seit 2014 führt er das Unternehmen, das vorher eher ein Zusammenschluss von Studenten war, professionell mit seinem Freund Lasse Scharpen. Kurz darauf sind die beiden auf den Berliner Regisseur Tom Lass und seine Filmidee zu „Blind und Hässlich“ aufmerksam geworden. Tom Lass ist, streng genommen, ein Laie. Denn er hat nie Film studiert. Aber genau deshalb, sagt Menno Döring, fand er ihn so interessant.

Unterstützer aus Dortmund

Als Produzent ist er die Schnittstelle zwischen Regisseur und Fernsehsendern oder Filmförderungen, die ein Filmprojekt finanzieren. Für „Blind und Hässlich“ konnte er das ZDF mit seiner Reihe für Nachwuchsfilmer, „Kleines Fernsehspiel“, gewinnen. Zunächst aber habe der Film umgesetzt und somit vorfinanziert werden müssen. Dafür hat Menno Döring Unterstützung in Dortmund gefunden. Er habe ein Netzwerk an Privatleuten, die ihn bei dem Film unterstützt haben, sagt er. „Ohne die Dortmunder Finanziers hätten wir den Film nicht drehen können.“

Das wäre schade gewesen. Denn, so sehen es die Kritiker des internationalen Verbands der Filmkritik, der Film ist gut. Deshalb haben sie „Blind und Hässlich“ im Juli mit ihrem Fipresci-Preis beim Filmfest in München bedacht. Ein Preis, den schon die Filme „Toni Erdmann“ und „Das weiße Band“ bekommen haben, die beide danach für den Oscar nominiert waren.

Ein ehrlicher Film über die verlogene Welt

Es sei die Art und Weise wie die Geschichte erzählt werde, die „Blind und Hässlich“ so interessant mache, sagt Menno Döring. Der Film sei Drama und Komödie zugleich. Regisseur Tom Lass spielt selbst die Hauptrolle von Ferdi, der sich hässlich findet.

Lass sagt, es sein ein ehrlicher Film über die verlogene Welt, in der wir leben. Ein Film, der Hoffnung machen soll und dabei scheitert. Ganz bewusst seien diese 100 Minuten voller Lügen. Es fängt an bei Jona, die sagt, sie sei blind.

Zu sehen ist „Blind und Hässlich“ heute (13. 11.) um 23.55 Uhr im ZDF.

Seine Premiere hatte der Film am Samstag beim Filmfest in München.

Gedreht wurde er 2015 in Berlin.

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