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Phoenix-West

Gasometer: Pläne für Kletterzentrum sind vom Tisch

HÖRDE Der geplante Umbau des früheren Hoesch-Gasometers auf Phoenix-West zu einem Kletterzentrum für den Breiten- und Spitzensport ist verworfen. Das Projekt ist zu teuer. Dafür wird jetzt über etwas anderes nachgedacht.

Gasometer: Pläne für Kletterzentrum sind vom Tisch

Der Gasometer neben den Phoenix-Hochöfen sollte zum Kletter-Trainingszentrum für Olympia werden.

Die Stadt und der Vorstand der Dortmunder Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) haben sich verständigt, nun doch die Finger vom Gasometer zu lassen. Untersuchungen ergaben, dass die Kosten inklusive der Fach- und Dachsanierung des dickbäuchigen Behälters bei mehr als 20 Millionen Euro liegen.

„Das wäre wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen“, sagt der Dortmunder DAV-Vorsitzende Jürgen Domjahn. Deshalb habe man entschieden, die Pläne mit dem 76 Meter hohen Gasometer nicht weiter zu verfolgen. Die Gespräche mit der Stadt seien „aber sehr konstruktiv verlaufen“, sagt Domjahn. „Die Verwaltung hat sich richtig reingehängt.“

Pläne von hoher Qualität

Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagte auf Anfrage, er bedauere es sehr, dass sich die Idee eines bundesweit und international beachteten Kletterzentrums im Gasometer nicht umsetzen lasse. Die vorgelegten Pläne und Berechnungen seien aber „von hoher Qualität“ und ließen sich möglicherweise als Grundlage für andere Nutzungen des früheren und seit Jahren leer stehenden Hoesch-Gasometers heranziehen.

Auch wenn der dickbauchige Behälter als Standort nicht mehr infrage kommt: Aufgeben müssen die rund 4500 Mitglieder des Dortmunder Alpenvereins die Hoffnung auf ein Kletterzentrum nicht. Aktuell wird die Option geprüft, „an einem anderen Standort im Dortmunder Süden“ komplett neu zu bauen. Als mögliche Blaupause komme die Kletterhalle in Neu-Ulm in Betracht, sagt Domjahn.

Die Baukosten sollen nunmehr bei rund vier Millionen Euro liegen. Bauherr soll weiterhin der Dortmunder Alpenverein sein. Zur Finanzierung des Projekts setzt der DAV neben einer Kreditaufnahme auf Eigenanteile sowie auf Zuschüsse aus Sportfördertöpfen - verbunden mit der Hoffnung, die Stadt möge einen Teil beisteuern. Geplant ist, auch dieses Kletterzentrum später zu einem Olympiastützpunkt aufzuwerten. Zudem sollen dort weitere Sportangebote wie Gymnastik und Wandern integriert werden. Im Außenbereich ist beispielsweise ein Parcours für Mountainbiker geplant, und natürlich soll neben Bewegungs- und Veranstaltungsräumen auch die Geschäftsstelle des DAV ins Zentrum einquartiert werden.

Gasgebläsehalle auf Phoenix-West

Und welche neuen Standorte kommen aktuell in Betracht? Drei Grundstücke hat der Verwaltungsvorstand der Stadt ausgeguckt: Ganz oben auf der Prioritätenliste rangiert die alte Gasgebläsehalle auf Phoenix-West. Dabei geht es speziell um jene Fläche, die durch den Zusammenbruch des größten Teils der Halle im Winter 2010 frei gezogen werden musste. Besitzer ist der Grundstücksfonds Ruhr, der von der Entwicklungsgesellschaft NRW.Urban verwaltet wird.

Als Alternative zur Gasgebläsehalle kommt eine Fläche „im Umfeld des Hörder Goethe-Gymnasiums“ in Betracht – ein städtisches Grundstück. Als dritte Option prüft der Verwaltungsvorstand eine noch freie Fläche auf der frühen Zeche Crone in Hacheney. Der größte Teil des Geländes ist allerdings schon besiedelt: Dort gibt es einen Baumarkt, eine Tankstelle und bald den neuen Recyclinghof der EDG.

Er hoffe, so DAV-Vorsitzender Domjahn, dass die Stadt eines der drei Grundstücke tatsächlich projektiere. „Wir würden uns freuen, wenn uns die Stadt schnell ein Angebot machen könnte.“ Wunsch des DVA sei es, das Kletterzentrum „deutlich vor Olympia 2020“ zu eröffnen.

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