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Gericht glaubt 17-Jähriger

DORTMUND Der 26-Jährige nickte heftig, als ihn der Vorsitzende Richter der 36. Strafkammer des Landgerichts darauf hinwies, dass er gegen das eben verhängte Urteil Revision einlegen könne. Dreieinhalb Jahre Haft wegen Vergewaltigung lautete das Urteil - der Angeklagte jedoch spricht von einvernehmlichem Sex mit einer 17-Jährigen.

Die Frau hatte den Richtern von einer Vergewaltigung im Keller eines inzwischen geschlossenen Kiosks berichtet. Der Vorsitzende: "Wir sind davon überzeugt, dass sie die Wahrheit sagt." So ging das Gericht davon aus, dass sich die Frau in den früheren Kioskmitarbeiter verliebt habe. Dieser habe am Tattag die Situation ausnutzen wollen und in alkoholisiertem Zustand die 17-Jährige zu sich in den Kiosk bestellt.

Dort sei er "sofort aufs Ganze" gegangen, so das Gericht, und habe sie gezwungen, mit ihm in den Keller zu kommen, wo die Vergewaltigung schließlich passiert sei.

Ein Belastungsmotiv sei bei der Frau nicht zu erkennen gewesen, so der Richter. Da Aussage gegen Aussage stand, habe man sich lange mit der Frage beschäftigt, ob die Frau absichtlich eine Falschaussage gemacht haben könnte - beispielsweise wegen verletzter Gefühle oder als Ausrede für ihr langes Fernbleiben von Zuhause. Merkwürdigerweise hatte sie nämlich in ihrer ersten Vernehmung von einem unbekannten Vergewaltiger gesprochen. Den 26-Jährigen hatte sie nicht erwähnt.

Trotz allem blieben die Richter jedoch dabei: Die Irritationen reichten nicht dafür aus, den Angeklagten im Zweifel freizusprechen. Für die Frau spreche der "Detailreichtum ihrer Schilderungen". So etwas denke man sich nicht aus.

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