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Großer Besucherandrang beim Dortmunder Katholikentag

DORTMUND Bei hervorragendem Wetter hat eine Vielzahl gut gelaunter Teilnehmer am Samstag den ersten Dortmunder Katholikentag gefeiert. Er stand unter dem Motto "... da berühren sich Himmel und Erde".

Großer Besucherandrang beim Dortmunder Katholikentag

Ein fröhliches und buntes Erscheinungsbild bot der erste Dortmunder Katholikentag nach seiner Eröffnung am Samstagmorgen.

Karibische Steeldrum-Klänge sind wahrscheinlich nicht die Art Musik, die man zur Eröffnung einer katholischen Veranstaltung erwartet. Beim ersten Dortmunder Katholikentag hat aber alles gestimmt. Schließlich wurde von ganz oben dafür gesorgt, dass die Besucher im von einer Zeltplane geschützten Propsteihof bei hochsommerlichen Temperaturen ganz dem umfangreichen Programm widmen konnten. Besonders gefragt war unter anderem das Kirchen-Kabarett „Baustelle Kirche“ mit Ulrike Böhmer, bei dem der Propsteihof gut gefüllt war. Aber auch auf der Kirchenmeile mit den Ständen der Pastoralverbünde, Gruppen und Verbände, an der Hüpfburg und dem Kletterturm auf dem Hansaplatz, den Mitmachaktionen auf dem Platz von Hiroschima und an weiteren Orten rund um das Katholische Centrum tummelten sich viele Besucherinnen und Besucher. Viel diskutiert wurde im Saal der Marien-Gemeinde Kirche. Dort ging es um die heutige Stellung der Familie in der Gesellschaft oder um die Entwicklung der Ökumene. Im Hauptsaal des katholischen Centrums drehte es sich um ethische Fragen bei der Pränataldiagnostik. Oder um die Armut in Dortmund und die Herausforderung, die diese für Christen mit sich ringt. „Hätten wir noch vor zehn Jahren gedacht, dass wir noch einmal Menschen in Mülltonnen wühlen sehen werden auf der Suche nach etwas Verwertbarem?“, fragte Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Kommende Dortmund. Jeder Achte in Deutschland lebe in Armut, und in Dortmund „sitzt uns der Strukturwandel noch in den Knochen“. Zu lang dauerte allerdings Klasvogts Einführung in das Thema, bei dem er mehrfach zu der wenig überraschenden Aussage kam, dass sich vor allem in der Nordstadt viel Armut auftut.

Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeier nahm den Ball direkt auf. Der Sozialbericht von 2006 habe gezeigt, dass man sofort handeln müsse. „Wir wissen, dass wir nicht mehr jeden Stadtbezirk gleich behandeln können. Gleich ist nicht immer gerecht.“ Eberhard Weber vom DGB Östliches Ruhrgebiet klagte über die im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten die zu langsam sinkende Arbeitslosigkeit und zu schlecht bezahlte Arbeit. „Hätte man damals auf die Experten gehört“, blickte Christoph Gehrmann vom Caritas auf die jüngere Vergangenheit zurück. „Sie haben vorausgesehen, dass die Einführung von Hartz IV zur Steigerung der Kinderarmut führen wird.“ Im Kampf gegen die Armut sieht Superintendent Jürgen Lemke die Kommunen recht machtlos. „Aber Menschen und Gemeinden können Helfen.“ Das habe zum Beispiel die Regenflut in Marten gezeigt.

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