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Zeit für Schnäppchenjäger

Händler in Dortmund locken am Black Friday mit Rabatten

DORTMUND Der „Black Friday“ ist der Freitag nach Thanksgiving in den USA: Händler locken mit Rabatten, die Kunden, die vielfach frei haben, kaufen kräftig. Auch in Dortmund bieten die Händler 20, 30, 50 oder noch mehr Prozent Preisnachlass – teils sogar die ganze Woche über.

Händler in Dortmund locken am Black Friday mit Rabatten

„Black Shopping“ nennt Karstadt die laufende Woche und lockt Kunden mit täglichen Schnäppchen. Foto: Michael Schnitzler

Den Black Friday gibt‘s in den USA seit Jahrzehnten. Vor einigen Jahren initiierten Online-Händler wie Amazon am Montag darauf den „Cyber Monday“: Online wurden zunächst vor allem Technikprodukte verhökert. Inzwischen veranstaltet Amazon gleich eine ganze Cyber-Monday-Woche – diese Woche; Händler wie Karstadt und Saturn geben ebenfalls eine Woche lang Prozente auf viele Produkte.

Am Black Friday beteiligen sich am Freitag (24.11.) in Dortmund unter anderem Kaufhof, Peek&Cloppenburg, H&M und C&A. Media Markt ruft den „Red Friday“ aus. Und Kleinere Händler machen ihren Kunden derzeit auch vielfach Sonderangebote, aber eher ohne Bezug zum Black Friday. Wie bei Kaufhof gibt es auch in der Thier-Galerie am Freitag und zudem am Samstag (25.11.) Rabatte: Dort laden 60 Händler zu den „Best Price Days“ – die Bezeichnung „Black Friday“ hat sich nämlich ein chinesisches Unternehmen schützen lassen.

Viele Jüngere in Dortmund kennen den Black Friday

Wer sich in der Dortmunder Innenstadt bei Passanten umhört, stellt fest: Der Black Friday ist vor allem Jüngeren inzwischen ein Begriff und wird mit „Schnäppchen!“ konnotiert. „Ich finde das gut, dass es diese Sonderangebote gibt“, sagt etwa Alaan Taabakh. Ältere oder weniger konsumfreudige Kunden kennen den Black Friday noch nicht unbedingt und zucken mit den Schultern.

Axel Schroeder, stellvertretender Vorsitzender des Cityrings, weiß aus Gesprächen vor allem mit Textilhändlern, dass der Black Friday bei Kunden „sehr beliebt ist, das wird genutzt“. Gerade Textilhändler haben online mit Zalando und anderen starke Wettbewerber; mit Aktionen wie dem Black Friday locken sie die Kunden in die Innenstadt. „Den Kunden macht es Spaß, Schnäppchen zu jagen“, sagt Schroeder.

Der Black Friday sei unter anderem durch Radio- und Fernsehwerbung „in aller Munde“, sagt Steffen Siewert, Chef von Galeria Kaufhof in Dortmund. Die „Erwartungshaltung der Kunden“, an diesem Tag Sonderangebote vorzufinden, sei da: „Der werden wir gerecht.“ Für die Kunden lohne es sich, verspricht Siewert – und für die Händler?

Händler wollen mit Black Friday Umsätze steigern

„Natürlich wollen wir da ein gutes Geschäft machen“, sagt Siewert. Auf die Frage, ob am Black Friday nicht einfach Umsätze entstünden, die dann im späteren (Vor-)Weihnachtsgeschäft ausbleiben, sagt Siewert: „Das Ziel ist es, mehr Umsatz zu machen.“ Ob das funktioniert, könne man erst nach Weihnachten sehen.

Nach Ansicht von Thomas Schäfer, Geschäftsführer vom Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland, will der stationäre Handel etwas vom Black-Friday-Kuchen abbekommen, der vor allem online gegessen wird. „Ob das funktioniert, weiß ich nicht“, sagt er. Im vergangenen Jahr seien nicht alle teilnehmenden Händler in Dortmund zufrieden gewesen. Zahlen des Handelsverbands Deutschland suggerieren, dass die Aktion zwar keine überwältigende, aber doch eine nennenswerte Anzahl Kunden anzieht: Im vergangenen Jahr hätten 16 Prozent der Verbraucher den Black Friday für reduzierte Einkäufe genutzt.

Verbraucherschützerin warnt vor teuren Käufen

Helene Schulte-Bories von der Verbraucherzentrale Dortmund rät, am Black Friday nicht blind Schnäppchen zu kaufen, sondern zu vergleichen und auf die Qualität der Produkte zu achten. Und sie rät, auch im Sinne der Nachhaltigkeit zu fragen, ob man ein bestimmtes Produkt wirklich braucht. Oder ob man es nur kauft, weil es günstig ist. „Ein Produkt, das man nicht braucht und deshalb nicht nutzt, ist ein teures Schnäppchen“, sagt Schulte-Bories. Sie rät zudem davon ab, Schnäppchen auf Kredit zu finanzieren. Nicht, dass man hinterher noch Verzugszinsen zahlen müsse. Dann wäre es ein teures Schnäppchen.

Und noch ein Tipp von Schulte-Bories: Wer am Black Friday schon Geschenke kauft, solle sich informieren, ob er diese auch nach Weihnachten noch zurückgeben kann.

Wen die ganze Kauferei und die andauernde Schnäppchenjagd nervt, der kann sich übrigens an das globalisierungskritische Netzwerk Attac halten: Das ruft für Samstag (25.11.) den „Kauf-Nix-Tag“ aus.

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