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Kältebus für Dortmund?

Hilfe für Obdachlose - Rechnung für die Stadt

DORTMUND Soziales Engagement oder Geschäftemacherei mit der Armut? Der Verein Pro-Obdach will von Oktober bis April einen Kältebus für Obdachlose nachts auf die Dortmunder Straßen bringen sowie ein Hotel in Oespel als Anlauf-, Beratungs- und Übernachtungsstelle betreiben - die Rechnung soll an die Stadt gehen.

Hilfe für Obdachlose - Rechnung für die Stadt

Ein Bettler auf dem Westenhellweg.

Der nach eigenen Angaben als gemeinnützig anerkannte Verein, so der Vorsitzende Peter Steins (53), sammelt über den Sommer Spenden für den Kleinbus, den es bereits ähnlich in anderen Städten gibt. „Die Obdachlosen können sich dort kurz hineinsetzen, aufwärmen, ein heißes Getränk oder einen Schlafsack bekommen“, erläutert Steins.

 Für den Kauf des Hotels, das nur zum Teil Übernachtungsstelle werden soll, will der Verein bereits Investoren an der Hand haben. Beschafft haben soll sie laut Steins der Ex-Geschäftsführer und -Miteigentümer der Berliner Treberhilfe, Hans-Harald Ehlert.  Der 50-Jährige ist vor zwei Jahren mit einem Sozialskandal bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Als Geschäftsführer der Treberhilfe, einer gemeinnützigen GmbH für Obdachlosenhilfe und Straßensozialarbeit, fuhr Ehlert einen Maserati als Dienstwagen, bezog ein Gehalt von mehr als 300.000 Euro und ist öffentlich für ein profitorientiertes Sozial-Unternehmertum eingetreten.  

 Er habe gesehen, „welch ein Imperium“ Ehlert in Berlin aufgebaut habe, so der Dortmunder Steins, der den Verein Pro-Obdach im März gegründet hat und 400-Euro-Kräfte als Spendensammler sucht. Man kenne Obdachlose doch „nur vom Weggucken“, und 43 Übernachtungsplätze an der Unionstraße seien für Dortmund „relativ wenig“, meint Steins. Er will mit Pro-Obdach unter das Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbands schlüpfen, auch in der Hoffnung auf Spenden und Fördermittel, die aus dem Topf der gerichtlich verhängten Geldstrafen kommen. Davon will der Verein Pacht oder Leasingraten für das Hotel bezahlen.  

 Angebote, die die Obdachlosen wahrnähmen, könne man der Stadt nach dem Sozialgesetzbuch in Rechnung stellen. Steins: „Die Stadt ist in der Pflicht, wenn sie sich nicht in der Lage sieht, eigene Angebote zu machen.“ Dazu Peter Bartow, Leiter des Sozialamtes: „Wenn es den betroffenen Menschen hilft, sind wir die letzten, die sich verweigern.“ Doch die Stadt biete bereits gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Unterbringungen an, „bis hin zu Einzelzimmern“.

   Dennoch – auch bei der Aufnahme im Paritätischen Wohlfahrtsverband sieht Steins „überhaupt keine Schwierigkeiten“. „Dann besitzt der Verein eine Glaskugel“, meint dagegen Gunther Niermann, Geschäftsführer des Paritätischen Dortmund, mit Verweis auf ein bis zu sechsmonatiges Prüfverfahren auf Bundes-, Fach- und Kreisgruppen-Ebene.  Pro-Obdach ist nicht der einzige Sozialverein, für den sich Steins engagiert. Er sucht Mitglieder beziehungsweise Spenden für die „Kinderhilfe Rhein-Ruhr e.V.“ und einen Tiernotarzt-Wagen.   

Gemeinnützigkeit


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