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"Hoffen dürfen alle"

Das Weihnachtsgeschäft ist angelaufen. Was davon zu erwarten ist, darüber sprach RN-Redakteurin Bettina Kiwitt mit Dr. Wilm Schulte (Foto), Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Mitte.

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Qualitaetsroute: Dr. Wilm Schulte 08.02.2007Foto: Andreas Wegener/RN

Je mehr es jetzt auf das Weihnachtsfest zugeht, desto voller wird die City. Reminghorst

Im letzten Jahr hat das Weihnachtsgeschäft gebrummt, weil es Vorzieheffekte wegen der Mehrwertsteuererhöhung gegeben hat. Dieses Mal gibt es lediglich die höhere Mehrwertsteuer.

Schulte: Die Vorzieheffekte bezogen sich, wie wir rückblickend haben feststellen können, im Wesentlichen auf langlebige Konsumgüter wie z. B. Möbel oder Autos. Der Handel hat nachweislich im laufenden Jahr unter der Mehrwertsteuererhöhung gelitten. Für das Weihnachtsgeschäft dürfte die Mehrwertsteuererhöhung allerdings keine große Rolle mehr spielen. Die Kunden haben sich daran gewöhnt.

verdi hat angekündigt, auch im Weihnachtsgeschäft zu Streiks aufzurufen. Macht Ihnen das Sorgen?

Schulte: Wie sagt man heute: "Nicht wirklich". Natürlich ist ein Streik im Trubel des Weihnachtsgeschäftes für die betroffenen Unternehmen nicht angenehm. Sie werden allerdings alles daran setzen, durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass die Geschäfte geöffnet sind und die Kunden trotz des Streiks freundlich bedient werden. Ob sich verdi mit dem Streik viele Freunde schafft, steht auf einem anderen Blatt ...

Während viele Branchen brummen, war das Jahr für den Einzelhandel bisher nicht berauschend. Wo liegen die Gründe, dass die Kunden ihr Geld nicht in den privaten Konsum stecken?

Schulte: Erfahrungsgemäß kommt ein Aufschwung immer erst mit einem Zeitverzug im Handel an. Zudem hat die Mehrwertsteuererhöhung das Kaufverhalten der Verbraucher zumindest in den ersten Monaten nachdrücklich negativ beeinflusst. Die gestiegenen Energiepreise tun ein übriges.

Was muss sich ändern, damit auch der Einzelhandel den Konjunkturaufschwung zu spüren bekommt?

Schulte: Wenn ich diese Frage beantworten könnte, wäre ich fein raus. Eigentlich stimmen die wesentlich bestimmenden Faktoren, so dass die Voraussetzungen für bessere Umsätze und damit für eine gutes Weihnachtsgeschäft gegeben sind: Die Kunden müssen also nur kaufen ...

Welche Branchen im Einzelhandel gehören zu den Gewinnern, welche zu den Verlierern?

Schulte: Wie immer sind die Branchen des Handels unterschiedlich ge- und betroffen. Glaubt man den statistischen Daten, haben im bisherigen Jahresverlauf auf der Sonnenseite vor allem Parfümwaren, Schuhe, Bekleidung und Unterhaltungselektronik gestanden. Lebensmittel, Uhren und Schmuck haben dagegen Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Hoffen dürfen alle auf ein gutes Weihnachtsgeschäft.

Haben Sie Ihren Wunschzettel fürs Christkind schon geschrieben?

Schulte: Wollen Sie die Wahrheit wissen? Nein. Ich lasse mich lieber überraschen. Ich bekomme allerdings gerne Wunschzettel! Ich gehöre nämlich zu den Notkäufern, die kurz vor Weihnachten unter Panikattacken leiden, weil sie einmal mehr nicht rechtzeitig geplant haben. Mein Wunsch an die Kunden: Nehmen Sie mich nicht zum Vorbild, sondern planen Sie in Ruhe - jetzt!

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