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"Rechter Großaufmarsch"

Hooligans kommen zur Nazi-Demo nach Dorstfeld

HUCKARDE / DORSTFELD Gewaltbereite Hooligans rufen zur Teilnahme an der Nazi-Demo in Huckarde und dem Rechtsrock-Konzert in Dorstfeld am Samstag auf. Die Gewerkschaft der Polizei befürchtet Gewalt gegen Einsatzkräfte. Das Dortmunder Blockade-Bündnis rechnet mit einem "rechten Großaufmarsch". Der Samstag könnte gefährlich werden.

Hooligans kommen zur Nazi-Demo nach Dorstfeld

Hooligans trafen sich im September 2014 mit Neonazis in Dortmund.

Am 28. September 2014 distanzierten sich 300 Hooligans auf der Katharinenstraße in der Innenstadt vom Rechtsextremismus. Ohne sich dabei anstrengen zu müssen, ertrugen sie vor sechs Monaten die Anwesenheit der Dortmunder Neonazis in den eigenen Reihen.

Längst sind die "Hooligans gegen Salafisten"-Aktivisten ("Hogesa") zu einem großen Sammelbecken für gewaltbereite Nationalisten geworden. Nach der Randale in Köln am 26. Oktober 2014 mit 44 verletzten Polizisten und zuletzt in Wuppertal am 14. März 2015 rollt die Gefahr von Rechts jetzt erneut auf Dortmund zu.

"Solche Einsätze sind immer schwierig"

Hooligans wollen am Samstag (28.3.2015) an einer Nazidemonstration zwischen Huckarde und Dorstfeld teilnehmen und rufen über Facebook zum Mitmarschieren auf. "Da kann man noch so viel Polizei auf die Straße stellen: Solche Einsätze sind immer schwierig", sagte der Vorsitzende der Kreisgruppe Dortmund der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Frank Schniedermeier fünf Tage vor dem Einsatz am Samstag.

DORSTFELD Auf Dorstfeld kommt am 28. März ein brisanter Demo-Marathon zu: Genau zehn Jahre nach der Tötung des Dortmunder Punkers Thomas Schulz durch einen Neonazi haben sowohl Rechtsextreme als auch Nazi-Gegner Kundgebungen im Dorstfelder Zentrum angemeldet.mehr...

Die Polizei wollte die Demonstration und das Rechtsrock-Konzert verbieten, scheiterte damit aber vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen und schaltete in einem nächsten Schritt das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster dazu. Die Richter dort entscheiden nicht vor Mittwoch (25.3.) darüber, ob Nazis und Hooligans marschieren und das Konzert durchführen dürfen.

"Blockado" rechnet mit über 1000 Nazi-Hooligans

Die Dortmunder Polizei will sich zurzeit zu dem bevorstehenden Einsatz nicht äußern. Zahlen nennt dagegen das Blockade-Bündnis "Blockado": Sprecherin Iris Bernert-Leushacke rechnet mit über 1000 Neonazis und Hooligans, die durch den Dortmunder Westen ziehen.

Sie geht nicht davon aus, dass die Richter in Münster das Verbot der Polizei bestätigen. Ihre Befürchtung: "Von einem Aufmarsch bestehend aus gewalttätigen Hooligans und Neonazis wird am kommenden Samstag eine massive Gefahr ausgehen." Die Polizei sei gefordert, die Teilnehmer rechtsextremer Aktionen "umfassend im Auge zu behalten."

"Wer die Steine wirft, ist egal"

Frank Schniedermeier von der GdP blickt nicht nur nach rechts-, sondern auch nach linksaußen: "Wer Steine auf die Polizisten wirft, ist egal. Das massive Auftreten von Chaoten - ganz gleich, auf welcher Seite sie stehen - ist immer ein Problem. Die jungen Kollegen und Väter und Mütter wollen nach so einem Einsatz gesund nach Hause kommen."

Frank Schniedermeier über die Gefühle unter dem Schutzhelm: "Man will Gutes tun und wird bespuckt, beworfen und geschlagen. Die Kollegen befinden sich in einer Extremsituation."

Warten auf Beschluss beim OVG in Münster

Das Blockade-Bündnis "Blockado" will am Samstag "Widerstand an Ort und Stelle" leisten und informiert Antifaschisten über gemeinsame Anreisepunkte in Bonn, Köln und Düsseldorf. Aus dem Westen Nordrhein-Westfalens reisen auch die "Hogesa"-Teilnehmer an, wenn das OVG in Münster das Verbot der Dortmunder Polizei kippt. Die Anreise beider Seiten stellt Polizei und Bundespolizei vor große Aufgaben. Denn auch der Anreiseweg zu Demonstration ist zu schützen.

Sollte die Neonazis marschieren dürfen, hat das weitreichende Folgen für die beiden Stadtteile Huckarde und Dorstfeld: Unterwegs sind gewaltbereite Rechtsextremisten und Hooligans, die nicht zimperlich sind. Aktuell kommen zwei Demonstrationsrouten ab dem Huckarder Zentrum in Richtung Dorstfeld in Frage (beide überqueren die Mallinckrodtstraße):

  • Rahmer Straße - Arminiusstraße - Wilhelmplatz
  • Rahmer Straße - Huckarder Straße - Dorstfelder Allee - Wilhelmplatz

Autofahrer, Passanten und Bus- und Bahnkunden müssen in beiden Stadtteilen verteilt über mehrere Stunden mit Beeinträchtigungen rechnen; zuerst in Huckarde, dann in Dorstfeld.

DORTMUND Sie sorgten für Chaos, verletzten 44 Polizisten: Hooligans und Rechtsradikale demonstrierten im Oktober 2014 in Köln - mittendrin waren auch Neonazis aus Dortmund. Nun ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen zwei Dortmunder. Einer von ihnen war bei dem wohl symbolträchtigsten Vorfall der Ausschreitungen dabei.mehr...

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