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"In Dortmund fehlt die Basis"

Ein Verlust für Dortmund: Dr. Christoph Kivelitz (41), Leiter des Kunstvereins, wechselt im Januar als stellvertretender Geschäftsführer zu einer Galerie in Hannover. Über die Zukunft des Kunstvereins sprach RN-Redakteurin Katrin Pinetzki mit ihm.

Kunstvereine gründeten sich im 19. Jahrhundert: Das Bürgertum wollte zeitgenössische Kunst auch Laien zugänglich machen. Heute kommt jedermann für wenig Geld ins Museum - haben sich Kunstvereine überlebt?

Kivelitz: In kleineren Städten übernehmen Kunstvereine oft die Funktion von Museen. Ansonsten haben sich die Grenzen tatsächlich verwischt, auch Museen haben gute Bildungs- und Vermittlungsprogramme. Der Unterschied ist, dass Kunstvereine unabhängig von der Stadt sind. Sie sind flexibel, können Ausstellungen schneller wechseln - und sie werden von den Bürgern getragen, die zeitgenössischer Kunst dadurch näher kommen.

Ist das in Dortmund auch so?

Kivelitz: Nein, und das ist das Problem. Der Dortmunder Kunstverein ist erst 23 Jahre alt, ein reges Vereinsleben gab es nur in den ersten Jahren. Wirtschaftsunternehmen, die den Kunstverein gefördert haben, führen ihr Engagement nach einem Führungswechsel oft nicht fort. Von 500 Mitgliedern sind nur noch 160 übrig, die mit ihren Beiträgen meine halbe Stelle und laufende Kosten tragen. Wenn es noch weniger werden, sehe ich schwarz, zumal der Kurator die Kosten für die Kunst selbst erst akquirieren muss. Seit 1999 gibt es permanent Finanzprobleme.

War die halbe Stelle genug, den Kunstverein künstlerisch und geschäftlich zu leiten?

Kivelitz: Nein, nie. Ich habe die Stunden am Ende nicht mehr gezählt - ich schreibe ja jeden Brief selbst und habe sogar geputzt. Natürlich habe ich auch ein aufwändiges Programm gemacht mit sieben, acht Ausstellungen im Jahr und vielen Katalogen. Auf die Dauer reibt das sehr auf. Und der Rückhalt in der Stadt ist nicht immer spürbar. Man macht so viele Veranstaltungen, zu denen nur ein paar Leute kommen - das frustriert. Es fehlt die Basis. Ein Stück weit ist es an den Dortmundern zu entscheiden, ob sie dem Kunstverein eine Perspektive geben.

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