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Städtevergleich sieht Ruhrgebietsstädte weit hinten

In Dortmund lässt es sich (angeblich) schlecht leben

Dortmund Eine vom ZDF präsentierte Deutschland-Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos vergleicht die Lebensverhältnisse in Deutschland in 53 Kategorien – von Wirtschaft und Sicherheit bis zu Natur und Gesundheit. Es ist eine weitere Städterangliste, bei der die Tücken im Detail liegen.

In Dortmund lässt es sich (angeblich) schlecht leben

Die Statistiker haben für einen Städtevergleich mal wieder einen Blick auf Dortmund geworfen – mit teils fragwürdigen Ergebnissen. Foto: Oskar Neubauer

Das Elend geht weiter – und man darf sich aussuchen, ob man diese Erkenntnis auf das Elend beziehen, in dem wir in unserer Stadt leben oder das Elend von fragwürdigen Städtevergleichs-Studien.

Der neueste Städtevergleich stammt vom Prognos-Institut, das nun mit dem gebührenfinanzierten ZDF einen neuen Partner hat. „Wo lebt es sich am besten“ war die zentrale Frage bei der großen Deutschland-Studie, für die statistische Daten zu allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland ausgewertet wurden. Das kurzgefasste Ergebnis: In München lebt es sich am besten, in Gelsenkirchen am schlechtesten. Wie überhaupt das Ruhrgebiet ganz am Ende der Skala steht. Herne nimmt Rang 400, Duisburg Rang 399, Bochum kommt auf Platz 371, Essen auf 379.

DORTMUND Wie steht Dortmund im Vergleich mit den anderen deutschen Städten und Kreisen da? Ziemlich schlecht, sagen große Rankings. Lokale Politik und Wirtschaftsförderung halten immer dagegen: Der Stadt geht es gut, die Vergleiche sind zweifelhaft. Wer hat recht?mehr...

Dortmund liegt irgendwo dazwischen – auf Rang 394. Der siebtletzte Platz also bundesweit. Mit 128 von 300 möglichen Punkten. Ähnlich schlecht fiel vor einigen Monaten ein „Ranking der Regionen“ des Magazins Focus auf, bei dem Dortmund auf Platz 374 kam.

Hohe Kriminalitätsrate

Besonders schlecht schneidet unserer Stadt in der aktuellen Prognos-Rangliste in der Rubrik Gesundheit und Sicherheit ab (Rang 396). Nach den statistischen Daten (für das Jahr 2016) ist Dortmund ein Hort der Kriminalität: Die meisten Wohnungseinbrüche je 10.000 Einwohner (Platz 401) und die viertmeisten Gewaltverbrechen (Platz 397). Das die Zahlen inzwischen deutlich gesunken sind, spielt keine Rolle.

Aber auch die Zahl der „Raucher je 100 volljährigen Einwohnern“ zieht nach unten (Rang 389). Kinder- und Altersarmut (Rang 393) tun ein Übriges. Ein Trost: Punkten kann Dortmund immerhin mit der Erreichbarkeit von Krankenhäusern (Rang 19). Noch besser schneidet die Stadt nur beim Frauenanteil im Stadtrat ab (Rang 17). Der Punkt gehört zur Kategorie Arbeit und Wohnen, in der Dortmund bundesweit Platz 378 einnimmt. Besonders negativ hier: Die hohe Arbeitslosenquote (Rang 389) und die vielen Einwohner in Bedarfsgemeinschaften (Rang 392).

Bei Freizeit und Natur kommt Dortmund immerhin auf Platz 315, punktet mit einem hohen „Anteil an Erholungsfläche an der Gesamtfläche“ (Rang 36) und der Studierendendichte (Platz 43).

Vergleichsdaten für alle 401 Kommunen

Die Kategorie zeigt aber auch, dass nicht nur die Gegenüberstellung von Landkreisen und Großstädten ein Vergleich von Äpfeln und Birnen ist, sondern auch das generelle Problem bei der Auswertung statistischer Daten. So wurden, wie es in der Erläuterung zur Studie heißt, nur Daten berücksichtigt, die für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte vorliegen.

In Sachen Kultur wertet die Studie so, die „Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung“. Dortmund kommt hier auf Rang 121, Bochum auf Platz 47 – obwohl es dort beispielsweise kein Opernhaus und einen Konzertsaal mit deutlich reduziertem Veranstaltungsprogramm gibt.

Das Konzerthaus Dortmund mit Gastspielen weltberühmter Orchestern fällt dagegen ganz aus der Wertung. Alleinstellungsmerkmale zählen nicht, weil es keine bundesweiten Vergleichszahlen gibt. Ebenso wenig, wenn es um nicht klassische Konzerte gibt. Rock und Pop zählen nicht. Freizeitwert hat hier nur, was die Statistik hergibt. Die Sinnfrage einer solchen Auswertung mag sich jeder selbst stellen.

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