Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Dorstfelder Gotteshaus

In dieser Kirche könnten bald Partys steigen

DORSTFELD. Nach der Entwidmung der evangelischen Kirche Dorstfeld im Jahr 2013 ist es still geworden um das Backsteingebäude an der Hochstraße. Doch jetzt rückt eine Neunutzung der denkmalgeschützten Kirche für Events in greifbare Nähe. Wofür die Kirche genutzt werden soll und was noch für Streit sorgt, lesen Sie hier.

In dieser Kirche könnten bald Partys steigen

Die evangelische Kirche im Stadtteil Dorstfeld wurde 2013 entwidmet, diente zwischenzeitlich als Kulturkirche und ist seit 2015 ungenutzt. Ein Investor will sie nun als Eventkirche nutzen.

„Ein Investor will Pfarrhaus und Kirche kaufen“, berichtet Pfarrer Christian Höfener-Wolf von der Elias-Kirchengemeinde. Er plant, das entwidmete Gotteshaus als Eventkirche für private und gewerbliche Veranstaltungen zu nutzen. Hochzeiten und Geburtstage aber auch Firmenjubiläen, Tagungen, Ausstellungen oder Konzerte sollen nach Vorstellungen der Betreiber künftig an der Hochstraße stattfinden.

Das sind die nächsten Schritte

Bis zum Jahresende würden Gemeinde und Investor den Vertrag gern unter Dach und Fach bringen. Danach könnte die Umgestaltung beginnen. „Im Inneren des Pfarrhauses sollen Service-Räume und Sanitärbereiche untergebracht werden“, skizziert Höfener- Wolf die Pläne. In der Kirche selbst soll es keine baulichen Veränderungen geben. Lediglich die Heizungsanlage und der Fußboden sollen erneuert werden. 

Allerdings ist geplant, außer der Kanzel alle sakralen Gegenstände wie zum Beispiel den Altar zu entfernen. Und auch von ihrer wertvollen Sauerorgel möchte sich die Gemeinde schweren Herzens trennen. „Eine dauerbeheizte Kirche und die höhere Luftfeuchtigkeit durch viele Besucher ist Gift für die Orgel. Außerdem muss ein solch wertvolles Instrument regelmäßig gespielt werden“, argumentiert der Pfarrer. „Bei uns tut das zurzeit eine Orgelschülerin.“

Darüber wird noch gestritten

Trotz aller Argumente der Gemeinde sind die untere Denkmalbehörde in Dortmund und der Denkmalschutz des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe aber bisher noch gegen den Ausbau des Instruments. Sie sehen in der Orgel einen festen Bestandteil der Kirche und kein bewegliches Denkmal. Ein Ausbau bedeutet aus ihrer Sicht eine erhebliche Veränderung.

„Momentan gibt es mit den Denkmalpflegern noch keine Einigung, aber wir sind sehr zuversichtlich“, so Höfener Wolf. Die Landeskirche hat inzwischen auch einen Orgelsachverständigen eingeschaltet, der nun ein Gutachten erstellen soll. Einen möglichen Käufer für die Orgel hat die Gemeinde übrigens ebenfalls bereits gefunden. „Die evangelische Kirche in Gronau ist interessiert, das Instrument zu übernehmen“, berichtet Pfarrer Höfener-Wolf. Sie hat sogar bereits erfolgreich einen Antrag auf Fördergelder für die 1904 erbaute Orgel gestellt.

Davon hängt die Entscheidung ab

„Derzeit ringen alle Beteiligten, die Gemeinde, der Kirchenkreis, die Landeskirche Westfalen, die Denkmalschützer und der Investor um eine Lösung, die das Projekt auf den Weg bringt. Ob die Sauer-Orgel tatsächlich ins Münsterland umzieht, hängt nun maßgeblich davon ab, ob der bestellte Gutachter die Denkmalpfleger überzeugen kann. Die Gemeinde hofft es. „Denn wir sind mit der geplanten Umnutzung so weit, wie wir noch nie waren“, schwärmt Höfener-Wolf. „Wir wollten immer, dass die Kirche auch weiterhin ein Platz ist, der von den Menschen genutzt wird. Die Eventkirche ist eine solche Lösung.“

Notfalls wäre die Gemeinde, falls keine Einigung erzielt wird, deshalb auch bereit, die Orgel in der Kirche zu lassen, sofern der Investor mitspielt. „Doch das ist für uns die schlechtere Lösung“, so Höfener-Wolf. Denn dann wäre sie nur noch Zierde aber als Instrument über kurz oder lang verloren.

Orte:

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Rekonstruktion einer Zwangsräumung

Schacht matt im Hannibal

DORSTFELD Am 21. September verloren 753 Menschen in Dortmund ihre Wohnungen. Die Stadt räumte den Dorstfelder Hannibal wegen gravierender Brandschutzmängel. Die Zwangsräumung hat eine jahrelange Vorgeschichte, geprägt von ignoranten Investoren, lange bekannten Problemen - und einem Zufallsfund. Die Rekonstruktion einer beispiellosen Vertreibung.mehr...

Brandschutz-Mängel seit 2009

Dorstfelder Hannibal bleibt zwei Jahre unbewohnbar

DORSTFELD Die Räumung des Hannibals wird die Bewohner länger als erwartet treffen. Nach Angaben der Stadt hat der Besitzer des Hochhaus-Komplexes einen Zeitrahmen von zwei Jahren genannt. Recherchen unserer Redaktion zeigen: Die Brandschutz-Mängel existieren seit mindestens acht Jahren - und fielen erst durch Zufall auf.mehr...

Auf dem Friedensplatz

Das fordern die Demonstranten der "Initiative Hannibal II"

DORTMUND/ DORSTFELD Die neu gegründete Initiative Hannibal II hat am Samstag in der Stadt demonstriert. Krisenstabsleiter Ludger Wilde stellte sich auf dem Friedensplatz den Mietern des geräumten Komplexes. Die haben ganz konkrete Forderungen.mehr...

TU Dortmund

H-Bahn blieb auf offener Strecke stecken

EICHLINGHOFEN Probleme bei der H-Bahn: Am Mittwochmorgen ist die Schwebebahn, die auf dem Campus der Technischen Universität Dortmund verkehrt, zwischen den Haltestellen "Technologiezentrum" und "Dortmund-Universität" stecken geblieben.mehr...

Demo gegen Räumung

Hannibal-Bewohner wollen vor Rathaus protestieren

DORTMUND Seit drei Wochen ist der Wohnkomplex Hannibal II im Westen der Stadt geräumt, nach wie vor sind die Mieter im Unklaren, wie es für sie weitergeht. Am Samstag will ein Teil von ihnen in der Innenstadt demonstrieren. Ihre Forderungen an die Stadt sind weitreichend.mehr...

Zwischen Dorstfeld und Schönau

Vergessener Ort - die Emscherauen

DORTMUND Über die Schnettkerbrücke fahren täglich Tausende von Autos. Die Emscherauen aber, die sie überspannt, kennen die wenigsten. Dabei konnte man in den 1910er-Jahren von dort aus noch bis nach Amerika fahren.mehr...