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"Jetzt hat er verloren"

Um 12.22 Uhr heißt es Abflug. Der Kranhaken packt den Engel, die schwere Kette strafft sich, und los geht's. 45 Meter hoch. An die Spitze des größten Weihnachtsbaums der Welt.

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Richtfest Weihnachtsbaum / Engel wird mit Kran montiert
[Foto: Dieter Menne, RN
Datum: 16. November 2007]

Richtfest Weihnachtsbaum / Engel wird mit Kran montiert
[Foto: Dieter Menne, RN
Datum: 16. November 2007]

Richtfest Weihnachtsbaum / Engel wird mit Kran montiert
[Foto: Dieter Menne, RN
Datum: 16. November 2007]

Die Stunde der Wahrheit. Doch alles passt auf dem Mast: Peter Buchter (l.) und Duane Gray setzen den Engel auf den Baum.

Allerdings nicht ohne, dass der ach so irdische TÜV die himmlische Figur vorher abgenommen hat. Prüfer Martin Kesper (Foto, 72) sind die Flügel und die Trompete zu wackelig. "Die müssen noch einmal stabilisiert werden", fordert er. Gerüstbauer und Statiker Carsten Weise lässt seine Mitarbeiter die Flügel mit Kabelbindern am Korpus befestigen - zusätzlich zu den Verschraubungen. Die Trompete muss auch so halten, meint er.

Der Reißsicherung aus dem Segel-Zubehör, mit dem der Engel - erst oben angekommen - per Zug am Seil ausgeklinkt werden soll, traut Carsten Weise allerdings nicht. "Ich bin kein Segler". Deshalb lässt er eine zweite Reißsicherung kommen. Doppelt hält besser.

Rückwärts gedacht

Bevor der Engel von der Kette gelassen wird, muss dagegen alles flutschen. Gerüstbauer Duane Gray (36) hat die Haltestange von außen mit Vaseline eingepinselt. So rutscht das Rohr besser in die Halterung und Wochen später wieder heraus. Gerüstbauer denken rückwärts, wenn sie vorausdenken.

Doch bei der Kette, an der sich der Engel aus Aluminium in die Luft aufmacht, um Spitze zu werden, haben die Gerüstbauer trotz aller Berechnungen zu kurz gedacht. Oder besser zu lang. Der Kranausleger kommt für die lange Kette nicht hoch genug, kann das Rückgrat des Engels nicht über die Verankerung ziehen.

Also Engel wieder runter und ein zweiter Versuch. Ohne Kette. Jetzt greift der Kranhaken direkt in die Halteschlaufe und zieht. Und zieht. Bis zur Spitze, wo bereits Duane Gray und sein Kollege Peter Buchter im Baum warten, um die Stange in die Halterung zu bugsieren.

Unten auf dem Hansaplatz sind auch ihre Chefs Thomas und Carsten Weise unter den zahlreichen Zaungästen, verfolgen gespannt, wie sich der Engel langsam in seine Verankerung senkt. "Jetzt hat er verloren", sagen beide unisono und atmen auf: "So, das war's." Die Brüder sind begeistert, wie reibungslos sich mit einem Zug am Seil die Reißsicherung des Karabinerhakens öffnet: "Einmal ziehen, und weg war's. Das war super", meint Carsten Weise.

Elfter Baum

Jetzt muss Duane Gray den Engel noch auf die Diagonale des Gerüsts ausrichten. "Damit der Popo nicht so weit rüber hängt", hatte Bauleiter Heinz Kohlmann (55) zuvor erklärt. Es ist der elfte Baum, den er betreut.

Schließlich passt alles. Fünf Spanngurte stellen sicher, dass der Riesenengel nicht von seinem Riesenthron stürzt. Zudem bohrt Gray vier Löcher in die Stütze, um die Haltestange am Baum-Mast festzuschrauben. Was fehlt, ist noch das bisschen Spitzen-Grün, in das der Saum des Engel-Gewands eingebettet wird. Alles soll sein wie aus einem Guss.

Weises hatten leise Angst, dass die Proportionen von Baum und Spitze nicht stimmen könnten. Fünf Meter Engel, dachten sie aufgrund der Computer-Simulation, sei zu groß, drei Meter zu klein. Mit ihrer Wahl der vier Meter sind sie schließlich zufrieden. "Das passt". Und dann heißt es für sie wie für die vielen Zaungäste: Abflug. Gaby Kolle

Eine Diashow vom "Anflug des Engels" unter: www.RuhrNachrichten.de/dortmund

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