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Kalte Blicke für die Mörderin

Es war 15.09 Uhr, als der Vorsitzende des Schwurgerichts, Wolfgang Meyer, gestern das Urteil verkündete: lebenslange Haft für Sabrina L., (Foto) die Mörderin ihrer drei kleinen Kinder Chantal, Pascal und Kevin.

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Die des dreifachen Kindsmordes Angeklagte Sabrina Michaela L. sitzt am Dienstag (13.11.07) im Landgericht Dortmund auf ihrem Platz auf der Anklagebank neben ihrem Verteidiger Tim Burow. Im Prozess gegen die 27-jaehrige Frau, die sich wegen dreifachen Mordes an ihren Kindern verantworten muss, wird heute das Urteil erwartet. In dem Prozess hatte die Frau weitgehend geschwiegen, nachdem sie zuvor bei der Polizei und gegenueber einer Psychiaterin die Taten eingeraeumt hatte. (zu ddp-Text) Foto: Michael Gottschalk/ddp

Die Gräber der Kinder: Chantal und Pascal starben im Juli und September 2001. Halbbruder Kevin war 2004 das letzte Opfer seiner Mutter. Archiv Reminghorst und Weckenbrock

Es passiert nicht oft, dass einem erfahrenen Richter die Stimme stockt. Doch Wolfgang Meyer musste gleich mehrmals den Kopf schütteln. Er sagte: "Wir haben das Bild von Pascal gesehen. Dieses frische, unbefangene Gesicht, diesen vertrauensvollen Blick. Man kann das, was passiert ist, kaum für möglich halten."

Pascal wurde im September 2001 von seiner Mutter mit einem Kissen erstickt - genau wie seine Schwester Chantal kurz zuvor und sein Halbbruder Kevin im April 2004. Ein aufgewecktes, pflegeleichtes Kind, das nicht einmal zwei Jahre alt werden durfte.

Die beiden Eltern der Kinder - der Ex-Mann von Sabrina L. und ihr anschließender Partner - vernahmen den Urteilsspruch ohne äußere Regung. Für die Frau, die sie einst liebten, haben sie heute nur noch kalte Blicke übrig.

Sabrina L. hat ihnen vieles genommen. Der Ex-Ehemann der Angeklagten findet erst langsam wieder in einen normalen Alltag zurück. Die Nachricht vom August 2006, dass Chantal und Pascal nicht - wie ursprünglich angenommen - am Plötzlichen Kindstod gestorben, sondern eiskalt ermordet worden waren, hatte seine ohnehin schon schlimme Seelen-Pein noch vergrößert. Auch Kevins Vater hat schwer gelitten. "Das hört nie auf", sagte er am Rande des Prozesses.

Dass die Taten schließlich doch noch aufgeklärt werden konnten, ist Polizisten zu verdanken, die niemals aufgaben - weil sie sich einfach nicht vorstellen konnten, dass drei Kinder derselben Mutter am Plötzlichen Kindstod starben. Sie überwachten die Telefone, setzten einen verdeckten Ermittler auf sie an, bis sie endlich die Wahrheit wussten. Bei einem Spaziergang in Oberhausen sagte Sabrina L. zu dem Ermittler: "Ich habe bei meinem ersten Kind die Finger im Spiel gehabt. Ich habe ein Kissen übers Gesicht gelegt und nicht mehr losgelassen."

Martin von Braunschweig

Eine Umfrage zum Thema unter: www.RuhrNachrichten.de/dortmund

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