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Prostitution im Hochhaus

Kein Antrag auf Sperrgebiet-Ausweitung

DORTMUND Die Anwohner der Straße Am Südwestfriedhof im Kreuzviertel sind ernüchtert: Anders als von der Politik gewünscht, wird die Stadtverwaltung keinen Versuch starten, den Sperrbezirk in der Innenstadt zu erweitern und so die Prostitution aus dem Wohngebiet herauszuhalten. Der Konflikt schaukelt sich hoch, Anwohner drohen mit Klage.

Kein Antrag auf Sperrgebiet-Ausweitung

Anwohner ärgern sich über Prostitution in diesem Haus an der Straße "Am Südwestfriedhof" und befürchten eine Ausweitung.

Mario Samoticha ist geschockt. „Sollte die Stadt bei ihrer Haltung bleiben, werden wir vor das Verwaltungsgericht ziehen“, kündigt der Anwohner an. Das werde bereits besprochen. Was ihn und die anderen Anwohner besonders ärgert: Noch vor Kurzem sah es so aus, als seien sie mit ihrem Vorstoß zur Ausweitung des Sperrbezirks erfolgreich. Ihren Beobachtungen zufolge gehen Frauen im benachbarten Hochhaus Am Südwestfriedhof 41 bis 47 der Prostitution nach. Sowohl auf eigene Rechnung als auch organisiert und in größerem Stil. Der Suchverkehr der Kunden führt direkt durchs Wohngebiet - auch weitere Begleiterscheinungen wie Drogenverkauf wollen Anwohner beobachtet haben.

Jägers: "Keine Aussicht auf Erfolg"

Nach einem Besichtigungstermin schlugen sich die Politiker aus der Bezirksvertretung Innenstadt-West auf die Seite der Bürger: In einem gemeinsamen Antrag forderten SPD, CDU und Grüne die Stadtverwaltung auf, bei der Arnsberger Bezirksregierung die Ausweitung des Sperrgebietes zu beantragen. Sowohl ihr Quartier als auch der nahe gelegene Schulkomplex und eben das Hochhaus liegen knapp außerhalb des Sperrbezirks. Nur: In Arnsberg ist kein Antrag der Stadt zur Erweiterung der Sperrbezirksgrenzen eingegangen. Und es wird auch keiner eingehen, kündigt Rechtsdezernentin Diane Jägers an. Begründung: Ein solcher Antrag habe „keine Aussicht auf Erfolg“ und würde von Gerichten sofort wieder kassiert.

Die Hürden für eine Ausweitung des Sperrgebietes seien „sehr, sehr hoch“, so Jägers. Es müsse eine „Gefährdung des Jugendwohls“ vorliegen. De Ausübung der Prostitution müsse den „öffentlichen Anstand verletzen“ und von daher auch öffentlich wahrnehmbar sein. Das aber sei angesichts der vorliegenden Erkenntnisse in dem fraglichen Wohngebiet nicht der Fall. Deshalb: kein Antrag auf Ausweitung des Sperrbezirks.

Die Bezirksvertreter sind verschnupft und haben Vertreter des Ordnungsamtes in die Sitzung am 2. November geladen. Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß (Grüne) sieht im „Nein“ der Verwaltung „vorauseilenden Gehorsam“. Stellvertreter Ralf Stoltze (SPD) fragt sich, „was sich die Stadt im Falle eines Antrags eigentlich vergeben würde?“ Und für CDU-Sprecher Jörg Tigges ist es nach dem Ortstermin „offensichtlich, dass in dem Hochhaus gewerbsmäßig organisierte Strukturen herrschen.“ Es sei klar erkennbar, dass es eben nicht um eine Einzelperson gehe, die auf eigene Rechnung tätig sei.

Keine Eingriffsmöglichkeiten

Inzwischen hat das Ordnungsamt an einige Wohnungstüren des Hochhauses geklopft. Ergebnis: die Mitarbeiter trafen zwei Frauen an, die dort nicht gemeldet waren. Daraufhin sei ihnen die weitere Tätigkeit verboten und die Wohnungstüren versiegelt worden. Weitere Eingriffsmöglichkeiten bestünden nicht, teilt das Ordnungsamt mit.

DORTMUND Etappensieg für die Anwohner der Straße Am Südwestfriedhof im Kampf gegen die Prostitution in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft: Die Bezirksvertretung Innenstadt-West wünscht, dass die Stadt die Ausweitung des Sperrbezirks im Kreuzviertel in die Wege leitet.mehr...

DORTMUND Vor Jahren beschwerten sich die Anwohner der Nordstadt über Freier, die auf der Suche nach Prostituierten durch die Straßen kurvten. Ähnliche Vorgänge beobachten Bewohner der Straße Am Südwestfriedhof im Kreuzviertel. In einem Brandbrief bitten sie die Stadt um Hilfe.mehr...

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