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Stadt Dortmund will Personalkosten sparen

Kein Geld für Vertretung der Mengeder Bibliotheksleiterin

Mengede Die derzeitige Leiterin der Mengeder Bibliothek, Janine Sebrantke, geht in den Mutterschutz. Da die Stadt Dortmund aus finanziellen Gründen keinen gleichwertigen Ersatz stellt, überlegt auch die Mengeder Politik, ihre Unterstützung auf Eis zu legen.

Kein Geld für Vertretung der Mengeder Bibliotheksleiterin

Trotz fehlender Leitung soll es zumindest keine Einschränkungen im Ausleihbetrieb oder bei den Öffnungszeiten der Bibliothek geben. Foto: Stephan Schuetze

Seit Mitte Mai ist die Leiterin der Mengeder Bibliothek, Janine Sebrantke, im Urlaub. Unmittelbar daran schließt sich ihr Mutterschutz (ab dem 1. Juni) bis September 2019 an. Gleichwertig ersetzt wird sie jedoch nicht, es kommt nur zu einer abgespeckten Variante – aus Kostengründen.

Das bestätigt die Stadtsprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage: „Während der Abwesenheit von Frau Sebrantke gibt es wie üblich eine Vertretung“, heißt es einleitend in der schriftlichen Stellungnahme. „Allerdings kann die Abwesenheitsvertretung aufgrund tarifrechtlicher Bestimmungen nicht alle Leitungsaufgaben wahrnehmen.“

Mehr Arbeit bedeutet mehr Geld

Auf gut Deutsch heißt das: Das verbliebene Personal dort müsste für die zusätzliche Arbeit auch zusätzlich bezahlt werden. Doch dafür gebe es kein Budget. Gleiches gilt auch für die ursprünglich angestrebte Lösung: Zunächst sei nämlich beabsichtigt gewesen, den Leiter der Bibliothek Scharnhorst, Andreas Röhr, für den Zeitraum der Abwesenheit zusätzlich mit der Leitung der Bibliothek Mengede zu betrauen, so Pinetzki.

„Dem standen jedoch ebenfalls tarifrechtliche Probleme entgegen.“ Alternativ wäre eine interne Ausschreibung der Stelle zwar grundsätzlich möglich, teilte Pinetzki mit, hätte aber aufgrund der Bewerberlage wenig Aussicht auf Erfolg gehabt.

Andreas Röhr war bereits Röhr einige Jahre Leiter


 Die Röhr-Lösung wäre sicherlich die beste gewesen, schließlich hat er die Mengeder Bibliothek bereits einige Jahre geleitet und ist mit Strukturen im Ort immer noch gut vertraut – und hätte die anstehenden Aufgaben wohl bewältigen können.

Zu diesen durchaus wichtigen Aufgaben gehört beispielsweise das Netzwerken mit anderen Mitspielern des öffentlichen Lebens, wie Kindergärten, Schulen oder auch der Politik. Aber auch die Entwicklung, Vorbereitung und sowie Durchführung kultureller Angebote wie etwa Lesungen oder Ausstellungen gehören dazu.

Größere Sorgen, dass das künftig alles deutlich zu kurz kommen könnte, macht man sich seitens der Stadtverwaltung offenbar jedoch nicht, wie Kathrin Pinetzki betont: „Die Stadtteilbibliothek Mengede ist dank der guten Arbeit der bisherigen Leiterin sehr gut aufgestellt. Wir gehen nicht davon aus, dass die guten und gewachsenen Kontakte in den Stadtteil in der Zeit ihrer Abwesenheit abbrechen werden.“

Stadt ist zuversichtlich, die Zeit gut überbrücken zu können

Daher sei man zuversichtlich, die Zeit bis zur Sebrantkes Rückkehr gut überbrücken zu können. „Selbstverständlich wird es nicht ohne gewisse Einschränkungen gehen – diese werden aber nicht unbedingt sichtbar für die Nutzer“, so Pinetzki, die verspricht, dass es keine Einschränkungen im Ausleihbetrieb oder bei den Öffnungszeiten der Bibliothek geben werde.

Doch wie bereits erwähnt, macht eine Stadtteilbibliothek mehr als nur Bücher und andere Medien auszuleihen – und ein Teil dieser Angebote wird auch von der Mengeder Bezirksvertretung (BV)unterstützt.

Mengeder Politiker denken drüber nach, Unterstützung auf Eis zu legen

„Im Rahmen unsere Vereinsförderungen wollten wir als BV zwei Projekte finanzieren“, erklärt Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch, was nicht zuletzt an der guten Zusammenarbeit mit Janine Sebrantke gelegen habe. „Aktuell gehen wir zwar davon aus, dass die umgesetzt werden, da wir nichts Nachteiliges gehört haben.“ Falls dem allerdings nicht so wäre, würden die Mengeder Politiker ihre Unterstützung auf Eis legen.

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