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Kein Kreisverkehr am Bärenbruch

LÜTGENDORTMUND Der Martener Bärenbruch verfügt über ein Nadelöhr, das Raser zwar stoppt, aber die Anwohner bisweilen rasend macht. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

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Die Bövinghauser Bahnhofsbrache soll mit Geschäftshäusern bebaut werden, doch der Investor befürchtet starke Konkurrenz durch andere Bauvorhaben im Ort. Archiv

Die Eisenbahnunterführung am Martener Bärenbruch ist ein Nadelöhr.

Ein Kreisverkehr, hatten die Anwohner gehofft, würde die oft brenzlige Verkehrssituation im Bereich der Autobahnauffahrt am Bärenbruch entschärfen. "Gibt es bereits eine Entscheidung, ob der Kreisverkehr gebaut wird?", wollte Ex-Kommunalpolitiker und Anwohner Thomas Schwingeler am Donnerstag auf der Lütgendortmunder InSEKt-Veranstaltung wissen. Die Antwort von Verkehrsplaner Winfried Sagolla war eindeutig: Der Kreisel wird nicht gebaut. Denn die Untersuchungen der Planer haben ergeben, dass der Bau des Kreisverkehrs am Bärenbruch 12 Millionen Euro verschlingen, durch den Bau aber nicht der gewünschte Effekt erzielt würde. "Dazu ist der Verkehr dort zu stark", berichtete Sagolla und legte den Anwohnern schonungslos die Karten. "Sie werden noch einige Zeit mit dem Verkehrsproblem leben müssen." Und das war nicht die einzige Pille, die die spärlich erschienenen Besucher der Veranstaltung im eiskalten Saal des "Haus Kersten" schlucken mussten.

Nachdem Stadtdirektor Ullrich Sierau, der mit halbstündiger Verspätung eintraf, den momentanen Zustand des Stadtbezirkes Lütgendortmund skizziert hatte und Lütgendortmund nebst Nebenorten ein gutes Zeugnis ausgestellt hatte, kamen weitere 40 Minuten später die Einwohner zu Wort.

Überangebot

Einer von ihnen: Investor Ulrich Diermann. Der Bövinghauser plant Großes in seinem Ort, will mit neuen Geschäften auf der alten Bahnhofsfläche Schwung in den Vorort bringen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. An der Stadtgrenze zu Castrop Rauxel will Edeka expandieren und direkt daneben plant noch ein Discounter zu bauen. "Ich habe Angst, dass es zu einem Überangebot kommt und ich am Ende vor Investitionsruinen stehe."

Die Stadt teilt diese Ängste nicht. "Konkurrenz belebt das Geschäft", glaubt Ullrich Sierau, dass die Verbraucher von zwei Standorten auch profitieren könnten. Bernd Kunert vom Planungsamt sieht außerdem kein Überangebot. "Nach unseren Berechnungen werden wir eine Kundenbindung von 84 von angestrebten 100 Prozent erreichen, wenn beide Flächen entwickelt werden", rechnete Kunert vor.

Momentan würden lediglich 28 Prozent der Bövinghauser die regelmäßigen Einkäufe im eigenen Ort erledigen. Hinzu käme, so Kunert weiter, dass das künftige Angebot nicht nur von den Bövinghausern, sondern auch von Bürgern aus Castrop-Rauxel genutzt würde.

Mehr Bäume

Angetan von den Ausführungen war der Investor sichtlich nicht. Ullrich Sierau versprach, die Bedenken "mit zu nehmen" und ist von einer verträglichen Lösung für alle Seiten überzeugt.

Apropos mitnehmen: Die Stadt wird sich auf Wunsch der Bürger auch mit Radwegen und Bäumen beschäftigen. Für die Räder forderten zwei Teilnehmer der Versammlung neue Wege: Unter anderem von Westrich nach Frohlinde und vom Ölbachtal nach Bochum Gerthe.

Und auch für ein paar mehr Bäume an der entschärften Provinzialstraße in Bövinghausen will sich Stadtdirektor Ullrich Sierau stark machen. Das versprach er, ganz wie es seine Art ist, wortgewaltig und ohne jeden Zweifel daran zu lassen, dass Dortmund ein Ort ist, auf den nicht nur sämtliche Nachbarstädte mit großer Bewunderung schauen. "Ich werde mal sehen, ob wir da nicht noch ein paar mehr Bäume hinkriegen", so Sierau. "Ich will nicht nach Mecklenburg- Vorpommern fahren müssen, um schöne Alleen sehen zu können."

 

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