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„Heinig-Winkel“ im Neubaugebiet Luisenglück

Kik-Gründer Heinig wünscht sich eine Straße in Hombruch

HOMBRUCH. Die Unternehmerfamilie Heinig wünscht sich, dass eine Straße in Hombruch nach ihr benannt wird, weil sie hier viel Geld investiert. Die Idee der Gründer des Textilunternehmens Kik löst Diskussionen aus.

Kik-Gründer Heinig wünscht sich eine Straße in Hombruch

Auf der Industriebrache an der Straße Luisenglück baut die Firma H.H. Projektentwicklung ein Wohn- und Geschäftsquartier. Foto: Hans Blossey

Tagesordnungspunkt 11.2 in der Sitzung der Bezirksvertretung Hombruch am Dienstag (5.12.) hat es in sich. Die CDU-Fraktion schlägt vor, einer von drei neuen Straßen Neubaugebiet „Hombrucher Bogen“ an der Straße Luisenglück den Namen „Heinig-Winkel“ zu geben und damit den Bauherrn des Großprojekts auf einer ehemaligen Industriebrache zu würdigen. Es folgt eine emotionale Debatte, an deren Ende die endgültige Entscheidung auf den 4. Februar vertagt wird.

Bittbrief an Bezirksvertretung und Tiefbauamt

Hinter dem ungewöhnlichen Straßennamen steht ein ungewöhnlicher Wunsch. Formuliert hat ihn Harald Evers, Geschäftsführer der H.H. Projektentwicklung GmbH, in einem Brief an Bezirksvertretung und Tiefbauamt. Das Unternehmen werde demnach in den nächsten Jahren über 80 Millionen Euro in das Wohn- und Geschäftsviertel Luisenglück investieren, „nachdem über Jahrzehnte dieses Projekt niemand angepackt hat“. Dies besitze eine „herausragende Bedeutung“ für die Ortsteile Hombruch und Barop.

„Es ist nachvollziehbar, dass es Wunsch der Unternehmerfamilie ist, dass zumindest ein kleiner Hinweis im Wohnquartier auf den Initiator gegeben wird.“ Der Straßenname „Heinig-Winkel“ sei ein „großer Wunsch“, so der Geschäftsführer. Weitere Nachfragen zu der Idee an die Pressestelle der H.H. Projektentwicklung blieben unbeantwortet. Das Tiefbauamt hat gegenüber Hombruchs Bezirksbürgermeister Hans Semmler angedeutet, dass die Idee umsetzbar sei.

Umfrage

Sollte eine Straße im Neubaugebiet Luisenglück nach dem Kik-Gründer benannt werden?

554 abgegebene Stimmen

Hinter der H.H. Projektentwicklung stehen Jost-Stefan Heinig und seine Familie. Der 56-jährige Dortmunder gründete 1994 die Textilkette Kik und machte sie mit einer Billigpreis-Strategie zu einem der erfolgreichsten deutschen Unternehmen in diesem Segment.

2011 zog er sich aus der Geschäftsführung von Kik zurück. Seine Aktivitäten konzentrieren sich seitdem auf Projektentwicklung, Immobiliengeschäfte und die Beteiligung an anderen Unternehmen (unter anderem Tedi, Woolworth, Takko, über eine Holding). Das Geschäft der Holding führt bereits seit zehn Jahren Jost-Stefan Heinigs Sohn Benjamin. Sitz der Firma ist Bönen im Kreis Unna.

Heinig ist öffentlichkeitsscheuer Selfmade-Millionär

Stefan Heinig gilt als Selfmade-Millionär, der aus wenigen Mitteln ein großes Firmennetzwerk aufgebaut hat. Er gilt als öffentlichkeitsscheu und lässt nur wenige Blicke hinter die Kulissen seines Firmenimperiums zu. Kik stand von 2010 bis 2013 massiv in der Kritik, weil ein Lieferant in Bangladesch Arbeiter unter prekären Bedingungen arbeiten ließ. Strittig sind auch Lohnpolitik und Umgang mit Lieferanten. Jost-Stefan Heinig ist Gründer der „Help & Hope“-Stiftung. Über Kik ist er beim Fußballclub FC Brünninghausen im Vereinssponsoring aktiv.

Über die „Heinig-Winkel“-Idee wird in der Bezirksvertretung nicht abgestimmt. Sie hätte keine Mehrheit gehabt. Die Befürworter heben den Einsatz des Unternehmens im Stadtteil hervor. Mehrere Bezirksvertreter verweisen dagegen auf die umstrittene Firmenpolitik. Andere befürchten, dass weitere Investoren Wünsche anmelden. „Dann gibt es bald einen Rundholzweg und eine Derwaldstraße“, lautet ein Kommentar.

Die Benennung neuer Straßen ist Aufgabe der Bezirksvertretungen.

Menschen müssen länger als fünf Jahre tot sein, bevor eine Straße oder ein öffentlicher Platz nach ihnen benannt werden kann..

Über Ausnahmen entscheidet der Rat, zuletzt beim Günter-Samtlebe-Platz.

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