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Kirchengemeinden nehmen zur Armut in Hörde Stellung

HÖRDE Kinder- und Jugendarmut – ein Schlagwort, dass durch die Medien geistert und in aller Munde ist. Doch was bedeutet der Begriff wirklich? Was heißt Armut im Stadtteil und was tut Hörde dagegen?

Kirchengemeinden nehmen zur Armut in Hörde Stellung

Gesunde Ernährung hat für viele Experten entscheidend mit dem Kampf gegen Kinderarmut zu tun.

Es gibt eine doppelte Bedeutung, meint Susanne Smolen, Geschäftsführerin beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). „Mir fällt in Hörde die materielle Bedürftigkeit auf und auf der anderen Seite eine Art geistige Armut“, sagt sie. „Wenn sich etwa die Eltern nicht richtig um ihre Kinder kümmern und die dann vor dem Fernseher sitzen.“ Die erste Form sei oft gar nicht so offensichtlich. „Sie kommt zwar im Stadtteil häufiger vor als man denkt“, sagt Susanne Smolen. „Doch natürlich wird sie auch gern versteckt.“ So kämen selten Menschen zu ihr, die direkt sagten, dass sie nichts mehr zu essen haben. „Man kriegt es eher im Gespräch raus.“ Dann gibt es diskrete Soforthilfen wie Nahrungsmittel oder Kleidung.

Beim Thema „geistige Armut“ ist die Herangehensweise eher langfristig. In Kooperationen bietet der Sozialdienst Ausflüge und Kurse für Kinder an. Etwa das Projekt „Junges Gemüse“, bei dem es viel über gesunde Ernährung zu lernen gibt. Das sei laut Susanne Smolen deshalb so wichtig, weil in den Familien heute oft nicht mehr zusammen gegessen werde. „Junges Gemüse“ richtet sich an alle Kinder – niemand soll als „bedürftig“ stigmatisiert werden. Ganz ähnliche Ziele, verfolgt „Miteinander Essen“. Nur, dass hier an Schulen und Kindergärten gemeinsam gegessen wird, und damit Familien, die wenig Geld haben, unterstützt werden, erklärt Martin Pense. Vor etwa einem Jahr rief der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Hörde das Projekt in der Ganztagsbetreuung der Brücherhoff Grundschule ins Leben. Dort werden die Mahlzeiten von Spendern finanziert. Nun weitete Pense das Angebot aus.

„Ich denke, wir konnten Aufmerksamkeit wecken“, meint der Pfarrer. Dafür, dass es Armut auch direkt vor der Haustür gibt.“ Gerade in Hörde sei das kaum zu übersehen. Der Anteil der Arbeitslosen oder Hartz 4-Empfänger liege laut Sozialplan bei rund 25 %. Insgesamt sind für Pense die Probleme in den letzten Jahren gewachsen. Gleichzeitig sei aber eben auch das Bewusstsein größer und es gebe mehr Hilfen. Nun hofft er: „Damit sinken vielleicht auch langsam Schamgefühl und Ausgrenzung.“

  • Der Kursus „Junges Gemüse“ (ein Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen) findet zweimal im Monat für 8- bis 12-Jährige im Nachbarschaftstreff am Clarenberg statt.
  • Das Projekt „Miteinander Essen“gibt es seit knapp drei Monaten auch an zwei Hörder Kindergärten und weiteren Schulen.
  • Weitere Informationen unter Tel. 4 27 08 19.
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