Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Dramatischer Personalmangel

Klinik-Chefs protestieren gegen Krankenhausreform

DORTMUND In Dortmund formiert sich Protest gegen das geplante Krankenhaus-Strukturgesetz: Klinik-Direktoren lehnen die Reform der Bundesregierung ab. Sie sprechen von einer Mogelpackung, der Bundesgesundheitsminister von besser kontrollierter Qualität. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Klinik-Chefs protestieren gegen Krankenhausreform

Symbolisch greifen die Chefs der Dortmunder Krankenhäuser zum Blaulicht. Sie fürchten massives Kliniksterben infolge des neuen Strukturgesetzes.

Worum geht es?

Der Entwurf für das Krankenhaus-Strukturgesetz wurde jüngst vom Bundeskabinett verabschiedet. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe spricht von besser kontrollierter Qualität und von einem Pflegeförderprogramm, die Klinik-Chefs sprechen von „Mogelpackung“ und nicht eingelösten Finanzierungs-Versprechen. Jedes zweite Krankenhaus schreibt rote Zahlen. Jetzt soll noch weniger Geld ins System fließen – zum Nachteil von Patienten und Klinikpersonal, heißt es.

Was stimmt an der Finanzierung des Personalbedarfs nicht?

Die Preis-Tarif-Schere bleibt ungelöst. Die Tarifsteigerungen der Beschäftigten sind seit Jahren nicht gegenfinanziert. Die Unterdeckung beträgt bundesweit 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Pflegekräfte verdienen sich ihre Tariferhöhungen selbst durch Arbeitsverdichtung und Personal-Abbau. Das geht auf die Dauer nicht gut.

Ein Loch klafft auch bei der Finanzierung der ambulanten Notfälle. Wie hoch ist es?

Pro Notfall erhält eine Klinik 32 Euro an durchschnittlichen Erlösen, die Kosten liegen aber im Schnitt bei 120 Euro. Seit Jahren sind die Ambulanzen völlig überlastet und arbeiten hoch defizitär. Krankenhäuser behandeln mittlerweile mehr ambulante Notfälle als niedergelassene Ärzte. Bei zehn Millionen Fällen bundesweit ergibt sich pro Jahr eine Unterdeckung von einer Milliarde Euro.

Wer stemmt die Investitionskosten?

Das ist Länderaufgabe, aber die Länder kommen ihr nicht nach. Nordrhein-Westfalen zahlt seit Jahren nur eine Baupauschale, zuletzt 500 Millionen Euro. Der Bedarf im Land liegt aber bei 1,8 Milliarden Euro. Jedes zweite Krankenhaus schreibt rote Zahlen. Tendenz: steigend.

Wie geht es jetzt weiter?

In seltener Einigkeit sehen sich die Klinikdirektoren mit den Forderungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi: Die ruft für Mittwoch (24. 6.) ab 13 Uhr bundesweit Beschäftigte zu einer Menschenkette auf. Vor den Standorten Klinikum Mitte und Nord, Knappschaftskrankenhaus Brackel und Lütgendortmund sowie der psychiatrischen LWL-Klinik in Aplerbeck demonstrieren Beschäftigte für mehr Krankenhauspersonal. Die Protestler halten quer durch die Republik Nummern von 1 bis 162.000 in die Höhe. Nach einer Verdi-Erhebung fehlen bundesweit 162.000 Beschäftigte, darunter 70.000 in der Pflege.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Großeinsatz in Dorstfeld

Rauch im Hannibal - Feuerwehr rückt aus

DORSTFELD Großalarm am Hannibal in Dorstfeld: Wegen einer größeren Menge Rauchs ist die Feuerwehr in der Nacht zu Dienstag zum riesigen Wohnkomplex ausgerückt. Einen Brand fand die Feuerwehr zwar nicht - aber warm wurde es im Gebäude trotzdem.mehr...

Übersichtskarte

Das wird aus den Ex-Filialen von Sparkasse und Volksbank

Dortmund 17 Filialen der Dortmunder Volksbank und 16 der Sparkasse Dortmund schlossen seit 2016. Gerade in den Stadtteilen gab es die Sorge, die Räumlichkeiten könnten lange leer bleiben. Nun sind einige sinnvolle Nachnutzungen in Sicht. Auf einer interaktiven Karte zeigen wir, was der aktuelle Stand an allen Standorten ist.mehr...

Übersicht

Hier wird in Dortmund geblitzt

DORTMUND Die Dortmunder Polizei und das Dortmunder Ordnungsamt verraten täglich, wo die Geschwindigkeit der Autofahrer kontrolliert wird. Auf unserer Übersichtskarte zeigen wir die Straßen, an denen Polizei und Ordnungsamt blitzen wollen.mehr...

Keine Anwohner betroffen

Bombenfund am Hafen - Blindgänger ist entschärft

DORTMUND Zweiter Bombenfund in drei Tagen: In Huckarde ist am Mittwoch am Rande des Hafens eine 125-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Im Gegensatz zum Bomben-Trio von Lindenhorst am Montag waren diesmal jedoch weder Anwohner noch größere Straßen betroffen. Die Entschärfung lief ohne Probleme.mehr...

Spektakulärer Video-Flug

Fliegen Sie durch Dortmunds Nebeldecke

DORTMUND Dichte Nebelschwaden lagen am Mittwochmorgen über Dortmund. Nur die höchsten Punkte der städtischen Skyline wie der Florianturm ragten aus dem Dunst hervor. In einem kurzen Video nehmen wir Sie mit auf die Reise durch die Nebeldecke - mit einem spektakulären Ende.mehr...

Feuerwerksunglück von Datteln

Gastronom zahlt beinamputiertem Opfer 3000 Euro

DORTMUND/DATTELN Im "Böller-Prozess" gegen einen Gastronom (51) aus Lütgendortmund hat der Angeklagte am Mittwoch finanzielle Wiedergutmachung in Aussicht gestellt. Bereits in den kommenden Tagen will er vorab 3000 Euro an das Hauptopfer überweisen. Der Frau musste nach Querschlägern aus einer Feuerwerksbatterie ein Unterschenkel amputiert werden.mehr...