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Komplette Jahrgangsstufe probt den Aufstand

DORTMUND Das Turbo-Abitur bringt Eltern, Schüler und Lehrer auf Touren. Heutige Siebtklässler müssen als erste richtig Gas geben, um die Schulzeit in zwölf Jahren zu packen. Eltern des Leibniz-Gymnasiums treten auf die Bremse. Sie drohen mit einer freiwilligen Ehrenrunde ihrer Kinder.

Komplette Jahrgangsstufe probt den Aufstand

Eltern des Leibniz-Gymnasiums treten auf die Bremse. Sie drohen mit einer freiwilligen Ehrenrunde ihrer Kinder.

„Da die bei unserem Gespräch gemachten Zusagen zur Unterrichtsversorgung nicht annähernd eingehalten worden sind, sehen wir uns möglicherweise gezwungen, unsere Kinder der Jahrgangsstufe 7 ein Jahr zurückstufen zu lassen,“ heißt es einem offenen Brief an die Bezirksregierung Arnsberg. Das Schreiben soll nach Rücksprache mit den Eltern in diesen Tagen in die Post gehen.

Darin bemängeln die Klassenpflegschaften der vier siebten Klassen Unterrichtsausfall und -kürzungen. „Seit der 5. Klasse hat sich dadurch ein massives Bildungsdefizit aufgestaut“, kritisiert Veronika Kluge, Vize-Pflegschaftsvorsitzende. Die laut Schulgesetz vorgeschriebenen 153 Mindeststunden für die Jahrgänge 5 bis 9, könnten nicht mehr erreicht werden. „Von gleichen Startchancen beim Abitur kann keine Rede sein“, glaubt sie. Denn in fünf Jahren beugt sich zeitgleich der letzte Jahrgang des alten Systems über die Klausuren. Und der hatte noch dreizehn Jahre Zeit zum Pauken.

„Die Kinder dieses Doppeljahrgangs werden trotz unterschiedlichem Bildungsstand gleichzeitig zum Abitur antreten“, moniert die Mutter eines solchen Doppeljahrganges. Ihr Sohn (14) besucht die achte, ihre Tochter (12) die siebte Klasse. Chancengleichheit vermisst die Mutter. „Die Jüngeren werden das Nachsehen haben“, fürchtet auch Uwe Sondhof (48), Klassenpflegschaftsvorsitzender der bilingualen Klasse 7 b und Vater einer 13-jährigen Tochter.

„Ich kann die Sorgen der Eltern gut nachvollziehen“, sagt Schuldirektor Dr. Bernd Hamann. Zumal auch die „Strukturen der Oberstufe noch nicht klar“ seien. Der G8-Betrieb sei übers Knie gebrochen worden, der Elternprotest ein Signal.

Das freiwillige Sitzenbleiben hingegen sei nicht so einfach. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe 1 (§ 20, Abs.3), so Bernd Hamann, sieht zwar vor, dass auf Antrag der Eltern ein Schüler eine Klasse freiwillig wiederholen kann. Aber nur dann, wenn er nicht erfolgreich mitarbeiten kann. „Darüber entscheidet die Versetzungskonferenz“, betont Hamann. Einen Rechtsanspruch aufs Hängenbleiben gebe es nicht.

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