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Konto-Betrug: Enkel nahm Oma (90) aus

Erst gönnte er sich ein "Premiere-Fußball-Abo", dann stopfte er sich die Taschen voll Bargeld. Im Sommer 2006 nahm ein Kellner (31) aus Dortmund seine 90-jährige Großmutter aus. Am Freitag wurde er verurteilt.

Es war wirklich eine schäbige Tat. Die alte Dame hatte ihrem Enkel blind vertraut. Sie war hilflos, konnte das Haus offenbar kaum noch verlassen. Deshalb gab sie ihm ihre EC-Karte. Damit er in Einzelfällen ein paar Bankgeschäfte für sie erledigen konnte.

Und das hat der Angeklagte schamlos ausgenutzt. Kaum hatte er Zugang zu ihren Ersparnissen, holte er sich die Fußball-Bundesliga ins Wohnzimmer und ging fünf Mal zur Bank. Manchmal nutzte er EC-Karte und PIN, manchmal reichte er gefälschte Überweisungsträger ein. Die Unterschrift seiner Oma war für den 31-Jährigen kein Problem. Und die Bank schöpfte keinen Verdacht.

Erst als ein anderes Familienmitglied die ungewöhnlichen Kontobewegungen entdeckte, kam der Angeklagte in Bedrängnis. Er wurde angezeigt, musste vor Gericht. Dort machte er am Freitag allerdings sofort reinen Tisch. "Es stimmt, ich gebe alles zu", sagte er dem Richter. "Ich brauchte halt Geld." Ob er denn schon etwas zurückgezahlt habe? Antwort: "Nein."

Es ist ohnehin fraglich, ob der 31-Jährige dazu in naher Zukunft überhaupt in der Lage sein wird. Mit seinem Kellnerjob verdient der Dortmunder nach eigenen Angaben zurzeit gerade 800 Euro. Und die Strafe, die vom Amtsgericht verhängt wurde, ist auch happig. Sie beläuft sich auf 3500 Euro (140 Tagessätze) - wegen Betruges und Urkundenfälschung.

Es war nicht das erste Mal, dass sich der Angeklagte an fremdem Geld vergriffen hat. Das zeigt ein Blick in sein Vorstrafen-Register. Dort ist bereits eine Unterschlagung vermerkt. Richter Gerhard Breuer: "Sie müssen jetzt sehen, dass sie das mit dem Geld wieder hinkriegen. Immer die Oma abzuzocken, dass kann es ja wohl nicht sein." Jörn Hartwich

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