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Konzerthaus wurde zum Saloon

"Canadian Brass" gehören zu den lustigsten und vielseitigsten Künstlern, die im Konzerthaus bislang aufgetreten sind. Ende Oktober 2002 war das Quintett zuletzt da - am Donnerstag spazierten die fünf Blechbläser wieder mit schwarzem Anzug und weißen Turnschuhen durch den Saal auf die Bühne.

Exzellente Musiker und Akrobaten sind diese "Brass-Boys", die ihre Konzerte mit den Zugaben eröffnen, mit virtuoser Lippenartistik auf hohen Trompeten brillieren und mühelos den Spagat zwischen so genannter E- und U-Musik schaffen. Mit Überraschungen muss man bei den Kanadiern immer rechnen. Bach machen sie in ihren Arrangements mit Gershwin bekannt, in Barbers berühmtem Adagio blasen sie jedes Streichorchester an die Wand, vor Glenn Miller verneigen sie sich in einem Medley mit Bigband-Qualitäten, "Oh when the saints" mischen sie vergnügt mit Händels "Halleluja". Wenn's sein muss, ersetzt das Quintett auch ein ganzes Opernensemble.

Dass in Opern so viel gesungen wird und Blechbläser selten Hauptrollen spielen, hat das vor 37 Jahren gegründete und oft kopierte Ensemble gestört. Peter Schickele schuf Abhilfe und komponierte eine "Pferdeoper", mit der die Kanadier das Konzerthaus in einen Westernsaloon verwandelten: Das Trompeten-Fräulein verliebt sich ins Cowboy-Horn, ein Tuba-Pfarrer traut beide, man tanzt Square Dance, bis der Schurke mit der Trompete dem Horn Hörner aufsetzt. Das Publikum möchte wohl nicht wieder fünf Jahre auf diese Originale warten. JG

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