Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Möglicher Logistikpark

Kraftwerk Knepper in Dortmund ist verkauft

OESTRICH/DEININGHAUSEN 2014 wurde das Kraftwerk Knepper auf der Grenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel stillgelegt – dann geschah lange nichts. Nun hat Eigentümer Uniper die Kraftwerksfläche samt der Anlagen an eine Gütersloher Unternehmensgruppe verkauft. Mögliche Logistik-Pläne stoßen in Mengede auf harsche Kritik.

Kraftwerk Knepper in Dortmund ist verkauft

Wohl im Frühjahr 2018 soll der Abriss der Kraftwerksanlagen auf der Knepper-Fläche beginnen. Foto: Dieter Menne

Es war zuletzt ein Sorgenkind, das frühere Steinkohlekraftwerk Knepper mit seinem 60 Hektar großen Areal in Oestrich auf der Grenze zu Castrop-Rauxel. Kraftwerks- und Flächeneigentümer Uniper rief dem Vernehmen nach einen stattlichen Preis auf – ein Kauf durch die Stadt war damit kein Thema. 2016 scheiterte ein Verkauf an den Handelskonzern Metro.

Nun aber hat Uniper nach Gesprächen mit mehreren Interessenten tatsächlich einen Käufer gefunden: die Hagedorn-Unternehmensgruppe aus Gütersloh.

Stadt will bald wissen, was mit Knepper-Fläche passiert

Deren Marketingleiter Dirk Hanke bestätigte das Geschäft am Mittwoch auf Anfrage; Details wolle man derzeit nicht nach außen geben. In einigen Wochen, womöglich auch erst Anfang 2018, „werden wir die Öffentlichkeit informieren“, versprach Hanke. Die Stadt werde von Hagedorn binnen zwei Wochen „in Kenntnis gesetzt, was da passiert“, sagte Robert Litschke, Sprecher der Wirtschaftsförderung.

Was da passiert – darauf gibt es allerdings Hinweise. Der betroffenen Bezirksvertretung Mengede berichtete Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde zuletzt von Kontakten zwischen Uniper und verschiedenen Investoren. Laut Wilde seien Konzeptideen für Knepper als „Logistik-Gewerbe/Industriestandort erörtert worden“.

Logistik auf Knepper-Fläche? Kritik aus Mengede

In Mengede sorgt die Aussicht auf einen Logistikpark für Unmut. „Ich höre immer nur Logistik. Gibt es in Dortmund nichts anderes mehr?“, fragt Dieter McDevitt, Vorsitzender der Fraktion Die Linke & Piraten in der Bezirksvertretung. Die Fraktion spricht sich wegen der „schlechten Bezahlung“ gegen einen Logistikstandort aus – und wegen der Zunahme des (Lkw-) Verkehrs, den dieser zur Folge hätte.

McDevitt ärgert sich „sehr über die Stadt Dortmund, die eine angeblich so gute verkehrliche Erschließung der Knepper-Fläche bejubelt“. Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch (SPD) hält die Verkehrssituation rund um das Autobahndreieck Bodelschwingh bereits jetzt für „sehr ausgereizt“. Und auch er würde auf der Knepper-Fläche lieber Firmen mit Jobs etwa im Technologie- und Computerbereich sehen.

Hagedorn-Unternehmensgruppe: „Reine Spekulation“

Logistik auf der Fläche sei „reine Spekulation“, sagte derweil Hagedorn-Marketingchef Hanke. Ob Logistik völlig falsch sei, dazu äußerte er sich allerdings auch nicht weiter. Auf der Hagedorn-Internetseite liest man zumindest von einer Tochterfirma, die alte Industrieflächen belebt, damit dort „wieder geeignete Flächen für Logistik und für den Einzelhandel entstehen“. Ein anderer Bereich der Unternehmensgruppe erschließt auch Logistikzentren.

Wirtschaftsförderungssprecher Litschke betont, „Wunsch und Ziel der Stadt ist eine vielfältige und attraktive Gewerbenutzung. Da kann auch Logistik ein Bestandteil sein“. Zumal es in der Branche – Forschung und Entwicklung – ja auch hochwertige Arbeitsplätze gebe.

Zum Preis, den die Hagedorn-Gruppe für die Knepper-Fläche an Uniper zahlt, war am Mittwoch nichts zu erfahren. Uniper ließ eine Anfrage unbeantwortet. Nach Informationen unserer Redaktion sollen die Abbrucharbeiten im Frühjahr 2018 beginnen, das Gelände soll im Sommer 2019 geräumt sein.

DORTMUND Dortmund ist als Logistikstandort weiter gefragt. Die DSW21-Tochter Dortmund Logistik hat jetzt den zweiten Bauabschnitt der früheren Sinteranlage auf der Westfalenhütte komplett verkauft - an den internationalen Logistikpark-Betreiber Prologis. Und der hat Großes vor. mehr...

Neues Logistikzentrum in Dortmund

Besuch bei Amazon: Millionen Pakete auf dem Fließband

DORTMUND Am 13. Oktober, vor einem Monat, ist das neue und „modernste Logistikzentrum Europas“ von Amazon auf der Dortmunder Westfalenhütte in Betrieb gegangen. Wie sieht es aus in der Amazon-Welt? Einen Monat nach dem Start durften wir erstmals hinter die Kulissen blicken.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

10. Jobmesse in Dortmund

Abitur, Ausbildung oder Studium? Schüler informierten sich

Dortmund Bei der 10. Jobmesse haben sich Hunderte junger Leute über die Chancen auf einen Ausbildungsplatz informiert. Viele haben genaue Vorstellungen, aber nicht jeder erfüllt alle Voraussetzungen.mehr...

Neuer Schweighöfer-Film „Vielmachglas“

Zwergziege Bounty aus Dortmund wird Kino-Star

Dortmund Ein kleiner Bock aus Dortmund-Mengede spielt die tierische Hauptrolle in der neuen Filmkomödie „Vielmachglas“ von Matthias Schweighöfer. Zwergziege Bounty wurde auf Händen getragen, in einen Bus geschmuggelt und hatte mit Hauptdarstellerin Jella Haase sogar eine „Bettszene“.mehr...

Dart-Club in Mengede gegründet

Diese Banditen wollen nur ein paar Pfeile werfen

Mengede Kaum eine Sportart erfährt gerade solch einen Hype wie der Dartsport. Eine Gruppe Pfeile-Freaks aus Mengede ist Teil dieses Phänomens: Sie haben in diesem Jahr einen neuen Club gegründet.mehr...

Jobmesse Dortmund bei Mercedes

„Online reicht nicht, Unternehmen müssen auf Jobmessen“

DORTMUND Tausende Besucher kommen am Wochenende zur Jobmesse Dortmund, weil sie eine Ausbildung, ein Studium oder einen Job suchen. 85 Aussteller sind vertreten – Betriebe zweier Branchen fehlen allerdings, wie der Veranstalter im Interview beklagt.mehr...

Messerstecherei in Dortmund-Mengede

Angeklagte bitten ihre Opfer vor Gericht um Verzeihung

Dortmund/Castrop-Rauxel Mit den Aussagen der Opfer ist am Mittwoch am Dortmunder Landgericht der Prozess um die lebensgefährliche Messerstecherei am Bahnhof Dortmund-Mengede fortgesetzt worden. Doch es gibt Probleme mit den Aussagen.mehr...

Gastronomie im Dortmunder Brückstraßenviertel

Mit Abriss des Karstadthauses geht‘s aufwärts

DORTMUND Jahrelang lag das Brückstraßenviertel in Dortmund im Schatten des leer stehenden Karstadthauses. Das wird nun abgerissen, Händler, Anwohner und Gastronomen atmen auf. Und das Viertel entwickelt sich in eine neue Richtung: An der Brückstraße wächst eine echte Gastromeile heran. mehr...