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Kreative Köpfe werden selbstständig

Künstler-Köpfen das Einmaleins des Existenzgründens beibringen: Es klingt ein wenig wie die Quadratur eines Kreises, aber Idee und Konzept der Uni haben die Jury überzeugt.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert mit knapp 800 000 Euro für drei Jahre das Projekt "Kultur.Unternehmen.Dortmund". Das von der Transferstelle und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni koordinierte Projekt überstand ein zweistufiges Auswahlverfahren unter insgesamt 63 Antragstellern bundesweit.

Rückenwind

Dass sich die "Technische Universität Dortmund" dabei ausgerechnet mit Kultur gegen starke Gegner aus den Gebieten klassischer Existenzgründungen durchsetzte, macht Uni-Rektor Prof. Eberhard Becker stolz ("Man hat uns viel Vertrauen entgegengebracht") und Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer froh ("Ich bin hellauf begeistert"). Studierende, die sich für eine Gründung in der Kreativ- und Kulturwirtschaft qualifizieren wollen - da bekommt sein Traum von einem solchen Zentrum im U-Turm plötzlich Rückenwind.

Im Sommersemester 2008 soll das Angebot stehen, "mit allem Drum und Dran", sagt Dr. Elmar Konrad von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.

Kein Mangel an Ideen

Ein zweisemestriges Zertifikatsstudium soll die Kulturschaffenden fit machen für eine Existenzgründung: Management, Marketing, Betriebswirtschaft, alles, was man so braucht, um am Markt zu bestehen. Im Idealfall kann die Abschlussarbeit gleich Geschäftskonzept sein. Dann kommt die Stadt mit ins Boot mit all' dem, was sich im Bereich der Technologieförderung bewährt hat: Mentoren und kostengünstige Büros sind nur zwei Stichworte.

Mit rund 200 Interessenten rechnet man, in der Hoffnung, dass dann etwa 30 tatsächlich den Schritt wagen. An Ideen mangelt es offenbar nicht: Prof. Walter Grünzweig von der Fakultät Kulturwissenschaften, hat seine Studierenden schon mal danach gefragt. Die Antworten in Stichworten: Comicverlag, Stadtteiltheater, eine Grafikkooperative und "Lyrik in neuen Medien".

Indes kennt auch Grünzweig die erste Hürde: das "tiefsitzende Misstrauen zwischen Kultur und Wirtschaft" überwinden. blf

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