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Künstlerdrama auf blutroter Bühne

Künstlerdrama auf blutroter Bühne

<p>Juliane Gruner. Foto Stage Picture</p>

Vollendet ist es noch lange nicht, dennoch gibt der Dichter Tasso - endlich - sein Epos ab. Es ist sein Hauptwerk, sein Kind. Die gelangweilte Gesellschaft nimmt es wie selbstverständlich entgegen, ehrt den Dichter in einer künstlich-überhöhten Zeremonie. Im Studio des Schauspiels feiert am Freitag Goethes Dichterdrama "Torquato Tasso" Premiere - als psychologische Studie des Künstlers in der Gesellschaft.

Regisseurin Sybille Fabian, die in diesem Jahr bereits Shakespeares "Was ihr wollt" inszeniert hat, sieht den "Tasso" als zeitloses Werk. Sie hat es auf eindreiviertel Stunden gekürzt und platziert es vor blutigem Hintergrund: Es steht für Herzblut, für Tassos Wunde, auch für einen geschlossenen Kreislauf. Wenig passiert in diesem textreichen Drama, umso mehr Wert legt die Regisseurin auf die Sprache. "Die Charaktere entwickeln sich aus der Sprache, nicht aus Handlung", sagt Fabian, "alle Figuren haben einen Abgrund, den sie mit Sprache verdecken wollen."

So werden ihre Figuren zu Trägern von Konflikten und Emotionen; man darf sich auf ein fein akzentuiertes und betontes Stück freuen. pin

Die Premiere (23.11.) ist ausverkauft; Termine am 2., 19., 30.12., Karten unter 50-2 72 22

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