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Wie höre ich auf zu rauchen?

Kurs soll in sechs Wochen zum Nichtraucher machen

Lütgendortmund Ab Mitte Juni bietet das Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund wieder ein Nichtraucher-Training an. Innerhalb von sechs Wochen sollen die Teilnehmer aufhören zu rauchen. So soll es funktionieren.

Kurs soll in sechs Wochen zum Nichtraucher machen

Der Griff zur Zigarette soll für die Teilnehmer des Lütgendortmunder Nichtraucher-Trainings schon bald der Vergangenheit angehören. Foto: dpa

Mit dem Rauchen aufhören: für viele grenzt das an ein Ding der Unmöglichkeit. Ab Mitte Juni soll ein Kurs des Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund dabei helfen. Dafür bietet das Krankenhaus ein Nichtraucher-Training an. Innerhalb von sechs Wochen sollen die Teilnehmer aufhören zu rauchen. So soll es funktionieren:

Wie ist das Seminar aufgebaut?

Die ersten beiden Wochen gelten der Vorbereitung, Woche drei ist die Rauchstoppwoche. Die letzten drei Wochen dienen der Absicherung. Für die Rauchstoppwoche vereinbart die Gruppe zusätzliche Termine zur Motivationskontrolle. Ebenso wird ein Folgetermin etwa vier Wochen nach dem letzten Seminartag festgelegt. Auch er soll zum Durchhalten motivieren.

Was sind die Kursinhalte?

Informationen zu Folgen und Auswirkungen des Rauchens, Motivationsgründe und Tipps fürs Aufhören, Entwicklung von Alternativen zum Rauchverhalten, Besprechung von Rückfallsituationen und Erarbeitung eines Rückfallplans.

Wer leitet das Training?

Die approbierte Psychotherapeutin am Klinikum, Susanne Scheidat, und der Chefarzt Dr. Thomas Finkbeiner, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Neurologie, führen durch die Seminarreihe. Letzterer war selber bis zu seinem 40. Lebensjahr Raucher und hat erst nach mehreren Versuchen und Rückschlägen den endgültigen Absprung vom Tabakkonsum geschafft. Von diesen persönlichen Erfahrungen wird er der Gruppe auch berichten.

Gibt es eigentlich noch viele Raucher in Deutschland?
„Rauchen ist aus der Mode gekommen“, sagt Dr. Finkbeiner. Rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung rauche heute noch. Den Rückgang erkläre die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen mit dem erschwerten Zugang zu Zigaretten und strengeren Kontrollen durch das Nichtrauchergesetz.

Was sind die Hauptgründe für den erhofften Tabak-Verzicht?

„Bei mir war es die Unfreiheit, die durch das Rauchverlangen entsteht. Die wollte ich nicht mehr haben“, sagt Dr. Finkbeiner. Bei vielen Rauchern seien auch Folgekrankheiten wie etwa Herzerkrankungen der Grund, endgültig mit dem Rauchen aufzuhören.

Man hört immer wieder von Rückschlägen bei der Raucherentwöhnung. Warum ist es so schwer, von der Zigarette loszukommen?

Das im Tabak enthaltene Nikotin löst eine extreme Sucht aus, es macht sowohl körperlich als auch psychisch abhängig. Die Abstinenzraten bei Rauchern seien schlechter als bei Alkoholikern, sagt Dr. Finkbeiner.

Fällt es leichter, in der Gruppe mit dem Rauchen aufzuhören?

Ja, denn die Betroffenen können sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Gemeinsam legen die Gruppenmitglieder ihren Nichtrauchertag fest, jeder verfasst für sich einen Motivationssatz. Die dauerhafte Nikotinabstinenz (ab einem Jahr) liegt hier bei 25 bis 35 Prozent. „Das ist eine gute Quote für eine so schwere Abhängigkeit“, so Dr. Thomas Finkbeiner.

Werden während des Gruppenseminars auch Hilfsmittel wie Nikotinpflaster, -kaugummi oder -tabletten eingesetzt?
Das werde mit jedem einzelnen Teilnehmer besprochen, sagt Thomas Finkbeiner.

Was kann während der Rauchentwöhnung helfen?

Zum einen sollen die Betroffenen ihr Vorhaben öffentlich machen und möglichst vielen davon erzählen. Zum anderen können Sport und Bewegung die Entzugserscheinungen lindern. Körperliche Fitness ist eine Abstinenzmotivation.

Was sind die häufigsten Entzugserscheinungen?

Craving (die Gier nach Nikotin), Reizbarkeit, Unruhe, Frustration oder Ärger, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, verminderte Herzfrequenz, gesteigerter Appetit und Gewichtszunahme. Gerade die Gewichtszunahme ist ein häufiger Rückfallgrund.

Wann genau beginnt das Nichtraucher-Training?

Los geht es am 13. Juni, das ist ein Mittwoch, im Knappschaftskrankenhaus, Volksgartenstraße 40. Danach trifft sich die Gruppe an den fünf folgenden Mittwochen immer von 18 bis 19 Uhr.

Was kostet das Seminar?

Es fällt eine Kursgebühr von 90 Euro an, die von einigen Krankenkassen zumindest anteilig übernommen wird. Teilnehmen können zehn bis 15 Personen.

Anmeldungen zum Nichtraucher-Training nimmt Heike Tewes, Chefarztsekretärin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, entgegen: Im Sekretariat (Raum U03) des Knappschaftskrankenhauses, Volksgartenstraße 40.

Weitere Informationen gibt es auch am Telefon: Tel. 61 88-231.

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