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Lebendige Kunst

Lebendige Kunst

<p>Bei der Eröffnung: (v. l.) Tirzah Haase (Laudatio), Künstlerin Bettina Brökelschen und Galerist Hans-Michael Behling. Stania</p>

Die beschauliche, kleine Galerie 111 an der Hohen Straße platzte Samstagnachmittag fast aus den Nähten. Die Vernissage der Dortmunder Malerin Bettina Brökelschen lockte Fans und enge Wegbegleiter.

Galerist Hans-Michael Behling zeigte sich hoch erfreut, die Künstlerin und ihre neuen Werke nach ihrer schweren Brustkrebstherapie begrüßen zu dürfen. "Sie kam, sah und siegte", so Behling, der erst im Juli seine Galerie eröffnete.

Der Siegeswillen spiegelt sich in ihren neuen Bildern wider. Mit bunter Farbe und energischem Pinselstrich sind Werke voller Kraft und Dynamik entstanden, abstrakter als zuvor. "Mit dem Alten habe ich abgeschlossen", erklärt Brökelschen. Die Frau, die ihre Laudatorin, die Sängerin und Schauspielerin Tirzah Haase, vor Jahren als "sexy Weibsbild" kennen gelernt hatte, ist durch die Krankheit im vergangenen Jahr verändert. "Sie ist eine tolle, liebenswerte Frau, in sich noch gestärkter jetzt", empfindet Haase.

Die 45-jährige Brökelschen schreibt als Einleitung in ihrem neuen Katalog, der sie mit Glatze zeigt: "Der Krebs hat mir äußerlich die Schönheit genommen, dafür hat er mir die Seele und die Augen für neue Denk- und Sichtweisen geöffnet."

Dazu gehört, dass die "Auszeit" ihre Verbundenheit zu Dortmund gestärkt hat. "Ich habe hier sehr viel Unterstützung bekommen. Nicht nur von Familie und Freunden, auch von den Ärzten". Verschiedene Dortmunder Alltagssituationen hat sie nunmehr festgehalten, in denen man sie oftmals selbst findet. Mal steht sie als Zwölfjährige auf dem Markt, mal sitzt sie bei einer Tasse Kaffee mit schulterlangem Haar, wie sie sich zukünftig sieht, vor der Kulisse der Reinoldikirche. "Das Positive an der Erkrankung ist, dass ich mich jetzt voll und ganz der Malerei widmen kann, da ich durch die Rente finanziell unabhängiger bin." nic

Ausstellung vom 9.11. bis 24.11., Galerie 111, Hohe Str. 111.

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