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Dortmunds gefährlichster Ort

Lebensgefahr auf der Kronen-Brache

DORTMUND Für die Polizei ist es einer der gefährlichsten Orte Dortmunds - das Kronen-Gelände an der Märkischen Straße. Es liegt seit Jahren brach, doch fast jedes Wochenende muss die Polizei Jugendliche vom Dach des Turms holen, in diesem Jahr bereits 18 Mal.

Lebensgefahr auf der Kronen-Brache

Der Abgrund ist tief: Wer hier abstürzt, kommt nur mit schweren Verletzungen davon. Polizei und Eigentümer warnen davor, hier ein Abenteuer zu suchen.

Der Besitzer hingegen sieht das Gelände ausreichend gesichert. Er besteht darauf, dass er seinen Sicherungspflichten nachgekommen sei. 

Um in 60 Metern Höhe auf dem Dach des früheren Fasslagers ihre Partys zu feiern oder einen romantischen Ausblick zu haben, haben die Eindringlinge sogar Stahltüren aufgebrochen und Mauern zum Einsturz gebracht.Wer betrunken ist und seinen „siebten Sinn“ verloren hat, kann schnell abstürzen: Aufzug-Türen schließen nicht mehr oder sind aufgerissen. Ein Fehltritt reicht für ein Desaster. Am vergangenen Wochenende war ein junger Mann drei Meter tief in einen Schacht gestürzt, hatte sich aber nur leicht verletzt. 

 Eine 71-Jährige hatte im vergangenen September weniger Glück: Die betrunkene Frau fiel fünf Meter in die Tiefe. Höhenretter der Feuerwehr konnten sie schwer verletzt retten. Polizeisprecher Manfred Radecke berichtet von weiteren Verletzten, „brandgefährlicher“ Abenteuerlust, Randale und Suizid-Versuchen.  

Der alte Kronen-Turm an der Märkischen Straße

Bauzäune sollen den Zugang zum Kronen-Turm versperren - die Betonung liegt auf "sollen", denn diese Hindernisse sind schnell überwunden.
Der Kronen-Turm (links) und das alte Wenker-Gebäude sind Nachbarn. Jugendliche veruschen, die versperrten Zugänge zwischen den Gebäuden immer wieder zu öffnen.
Überall lauern die Gefahren: Dieser Schacht führt gut fünf Meter in die Tiefe.
Die Elektroinstallationen sind von Kupferdieben geplündert worden.
"Nicht schließen" steht auf dieser Tür.
Deutlich erkennbar: Aufbruchspuren am Schloss einer schweren Tür aus Stahl.
Der Abgrund ist tief: Wer hier abstürzt, kommt nur mit schweren Verletzungen davon. Polizei und Eigentümer warnen davor, hier ein Abenteuer zu suchen.
Blick ins Erdgeschoss des alten Fasslagers.
Hinter den Bauzäunen herrscht Absturzgefahr. Bei Dunkelheit ist diese Gefahr kaum zu erkennen.
Der Kronen-Turm ist 60 Meter hoch - und seine Zukunft ungewiss. In Frage kommen ein Umbau und ein Abriss.
Jugendliche hinterlassen mit Filzstiften ihre Spuren.
Den Strom hat der Eigentümer längst gesperrt.
Hier ragen alte Rohrleitungen aus der Wand.
Überall sind die Spuren der Brauereigeschichte erkennbar.
Aufgebrochene Tür im Kronen-Gebäude neben dem Turm.
Mauer hinter Glas: Um den Zugang zu versperren, mussten hinter dieser Tür die Steine hochgezogen werden.
Verrammelt und verriegelt: Immer wieder öffnen ungebetene Gäste die Zugänge zum Kronen-Gebäude an der Märkischen Straße.
Die Rückseite des Kronen-Turms.
Rückseite des Kronen-Gebäudes an der Märkischen Straße.
Außenwand des Wenker-Gebäudes.
Im alten Brauhaus.
Blick auf altes Holzinventar im Wenker-Keller.
Im alten Brauhaus an der Märkischen Straße.
Eingeschlagene Scheiben im Brauhaus.
Den Zugang zum Inneren hat der Eigentümer an verschiedenen Stellen zumauern lassen.
Im Wenker-Keller. Hier ist es absolut dunkel. Eine Verbindung zum Funknetz besteht nicht.
Im Wenker-Keller.
Blick in den alten Wenker-Keller.
Blick auf einen Schriftzug, der die Historie der Braustätte erläutert.
Immer wieder muss die Polizei ausrücken, um Randalierer aus dem Gebäude zu holen.
"Erleben Sie Dortmund": Dieser Aufkleber prangt auf einem umgestürzten Stahlschrank.
Das Schild kümmert Eindringlinge herzlich wenig.
Rohrleitungen und Ventile unter dem Brauhaus. Hier ist es absolut dunkel. Tageslicht dringt nicht bis in den Keller.
Schild im Pumpraum unter dem Brauhaus.
In einem Pumpraum unter dem Brauhaus.
Eine massive Eisentür, gesichert durch ein Schloss und mit einer Schweißnaht. Doch solche Sicherungen sind für Abenteuerlustige kein Hindernis.
Blick auf eine verschweißte Tür aus Stahl: Immer wieder öffnen ungebetene Gäste diese Türen mit Brecheisen, um einen Zugang zum Kronen-Turm zu finden. Mehrmals im Moment muss der Eigentümer diese Schlupflöcher sichern.
Ein zu einem Strang gebundenes Kabel hängt von der Decke hinab.
Überall lauern Gefahren: Dieser Blickwinkel führt von unten in einen Schacht.
Hinter Mauern wie dieser lauern Gefahren. Der Eigentümer versucht mit massiven Anbauten das Objekt zu sichern - jedoch vergeblich.
Im Wenker-Keller: In diesem Gewölbe wurde früher feste gefeiert.
"Kein Netz" mit dem Mobiltelefon: Wer sich verletzt und hilflos ist, hat keine Funkverbindung.
Mal einen Stuhlkreis gebildet: jugendliche treffen sich in dem abgesperrten Gebäude, um zu feiern.
Im Keller: Hier ist ein Aufzugsschacht zugemauert worden. Allerdings treten ungebetene Gäste diese Sicherungen immer wieder ein.
Blick in den Aufzugsschacht im Brauhaus.
Blick in einen Aufzugschacht: Auch diese Tür der stillgelegten Anlage ist aus der Führungsschiene herausgehebelt worden.
Hinter dieser mit Gewalt geöffneten Aufzugstür besteht Lebensgefahr: Der Schacht ist nicht gesichert. Wer im Dunkeln und / oder betrunken seinen 7. Sinn verliert, kann hier abstürzen.
Absturzgefahr im Aufzugsschacht: Auf der Matraze sind Blutspritzer zu erkennen. Woher sie stammen, ist unklar. Im Juni 2012, kurz nachdem das Bild entstand, war hier aber ein Jugendlicher abgestürzt.
Im alten Brauhaus. Hier war früher ein Museum.
Eingeschlagene Scheibe mit Blick auf die Märkische Straße in Richtung B1 / Ophoff.
Ein abgebrannter Bürostuhl in einer Etage über dem Brauhaus.
Loch in der fassade des Kronen-Turms. In den Etagen lagerte die Brauerei früher die Bierfässer.
In der Fassade sind Löcher: Wer hier das Gleichgewicht verliert, stürzt mindestens 40 Meter tief.
Die Spitze des Kronen-Turms: In 60 Metern Höhe feiern Jugendliche ihre Partys.
Deutlich erkennbar sind an den Türen die Aufbruchspuren.
Immer wieder brechen Abenteuerlustige die Tür auf, die in das alte Brauhaus  führt, um so auch den benachbarten Turm zu erreichen.
"Zugang Brauerei-Museum": Ein Schild aus alten Tagen. Die Videoüberwachung gibt es nicht.
Der Kronen-Turm (links) ist 60 Meter hoch. Auf dem Dach feiern Jugendliche ihre Partys. Aufstieg und Abstieg bedeuten Lebensgefahr. Es ist stockfinster.
Der Kronen-Turm (links) und das alte Brauhaus an der Märkische Straße: Auf der Suche nach verbotenen Wegen gehen Jugendliche hier große Risiken ein.

Das Kronen-Gelände gehört Hans-Georg Hovermann. „Die haben da schon einen 13-jähriges betrunkenes Kind vom Dach geholt“, sagt der Eigentümer. Er habe das Gelände mit Bauzäunen gesichert, lasse Stahltüren zuschweißen und Türen zumauern. Doch das helfe nicht: „Die brechen alles auf und waren sogar schon mit einer Flex am Werk, um die Schweißnähte aufzutrennen. Mehrmals in der Woche müssen Handwerker die massiven Sicherungen reparieren.“ Auch gestern hätten wieder Handwerker das Gebäude außen und innen neu absichern müssen.  

 Hovermann bemühe sich, den Kronen-Turm und das Wenker-Haus zu verkaufen. Ein Investor müsse sich zwischen Abbruch oder Umbau entscheiden. Konkrete Pläne gebe es jedoch weiterhin nicht.  „Mir ist vollkommen klar, dass die Jugendlichen nicht in böser Absicht in die Gebäude einbrechen“, so Hovermann. Doch mit „List und Tücke“ würden sie versuchen, die immer wieder verriegelten Zugänge zu öffnen – und dabei die Gefahren in den Brauerei-Ruinen ausblenden.

Kein Mobilfunknetz

Groß ist die Gefahr nicht nur wegen der absoluten Dunkelheit in den Katakomben – wer dort unten die Gefahr sucht, kommt im Extremfall darin um: In den Kellern besteht keine Funkverbindung zum Mobilfunknetz, so dass Hilfe durch einen Notarzt gar nicht oder erst spät herbei gerufen werden kann.  Hans-Georg Hovermann warnt eindringlich davor, die Kronen-Brache zu betreten. Außerdem: „Es ist allgemein bekannt, dass man nicht fremde Grundstücke und Gebäude betreten darf.“

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