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Leukoplastbomber statt Wohnzimmer

EICHLINGHOFEN Ein Auto aus Sperrholz und Kunstleder: In Gedanken fährt August Bürger auch heute noch mit dem kleinen Lloyd 300 seine Runden.

Leukoplastbomber statt Wohnzimmer

Die Bürgers und ihr 1000-D-Mark-"Flüchtlingsporsche", auf den sie so stolz waren.

Er war klein, hatte einen winzigen Motor und bei voller Beladung ächzte er beim Bergauf-Fahren – der kleine Lloyd 300. Dennoch freute sich August Bürger im Januar 1955 sehr über den so genannten Flüchtlingsporsche oder Leukoplast-Bomber. Es war sein erstes Auto. „Damals mussten wir uns entscheiden: Kaufen wir das Auto oder einen Wohnzimmerschrank?“ Das Ehepaar Ruth und August Bürger entschied sich fürs Auto. Schließlich brauchte der junge Familienvater einen Wagen für seine Arbeit als Kohlenfahrer für die Bundesbahn. Den gebrauchten Lloyd entdeckten die Bürgers über eine Anzeige in den Ruhr Nachrichten. „1000 D-Mark kostete der Wagen“, erinnert sich Bürger. „Stolz wie Oskar wurde er dann von mir nach Huckarde, wo wir aufgewachsen sind und wohnten, nach Hause gefahren.“

Die gesamte Familie bestaunte und bewunderte das neue Gefährt, erinnert sich Bürger, der heute in Eichlinghofen lebt. „Nach einiger Zeit habe ich unseren Wagen mit Pinsel und Farbe gestrichen. Oben weiß und unten blau. Unser so genannter Flüchtlingsporsche sah einfach herrlich aus.“ Seinen Spitznamen, Leukoplast-Bomber, bekam der Lloyd, weil seine Außenhülle aus Sperrholz und Kunstleder bestand. An die Jahre mit dem Lloyd erinnert sich August Bürger gerne zurück. „Wir haben viele schöne Fahrten mit unserem Liebling gemacht. Die Serpentine Hohensyburg schaffte er mit vier Personen besetzt nur mit einem ‚Hui, hui, hui-Gejaule‘ nach oben. Aber er schaffte es mit Bravour“, erzählt Bürger. Nach ein paar Jahren und vielen Kilometern quittierte der Leukoplast-Bomber seinen Dienst, ein Opel Olympia ersetzte den Lloyd. In ihrer Erinnerung dreht der kleine 300er der Bürgers noch immer seine Runden.

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