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Ständig auf Achse mit dem Wohnmobil

Martener Rentner sind überzeugte Camper

Der Ruhestand ist für das Ehepaar Denk eher ein Unruhestand. Denn mindestens die Hälfte des Jahres sind die beiden Rentner auf Achse – mit dem Wohnmobil und einer speziellen Arbeitsteilung.

Martener Rentner sind überzeugte Camper

Mit der Fähre, auf der natürlich auch das Wohnmobil geparkt wurde, erreichten Elke und Alfred Denk Norwegen. Foto: Alfred Denk

Spätestens nach zwei Monaten in den heimischen vier Wänden packt Elke und Alfred Denk das Fernweh. Anders als viele andere Menschen muss das Ehepaar aus Marten dieses Gefühl aber nicht unterdrücken. Denn die Beiden sind in der komfortablen Lage, dass sie sich mehrmals im Jahr aus dem Dortmunder Staub machen können. Allerdings setzen sich die Denks dafür nie in einen Flieger oder Zug, sie verreisen ausschließlich mit ihrem Wohnmobil. „Es gibt keine bessere Art, Urlaub zu machen“, sagen sie überzeugt.

Bis zum regulären Rentenalter haben Elke und Alfred Denk nicht gewartet, um ihr ständiges Fernweh zu stillen. Bereits vor fünf Jahren verkauften sie ihren Partyservice, und seit diesem Tag ist das Wohnmobil ihr zweites Zuhause. Heute ist Elke Denk 62, ihr Mann 64 Jahre alt. Ganz bewusst haben sie ihren Ruhestand, in ihrem Fall wohl eher Unruhestand, vorverlegt, um fit genug zu sein, für ihre großen und kleinen Reiseabenteuer.

„Man ist frei und total flexibel“

„Ein bisschen holen wir auch die versäumten Urlaube nach – mehr als 14 Tage im Jahr waren früher nicht drin“, erzählt Elke Denk. Vom Hotel bis zur Ferienwohnung haben sie alles ausprobiert. Doch davon wollen sie schon lange nichts mehr wissen. „Mit dem Wohnmobil ist man frei, man bleibt da, wo es einem gefällt. Man ist nicht festgelegt, sondern total flexibel“, schwärmen die beiden.

Vier große und viele kleinen Reisen haben die Denks mittlerweile unternommen. Große Reisen heißt, dass sie dann rund drei Monate unterwegs sind. Zuerst ging es nach Korsika, danach folgten die Bretagne, dann der Donauradweg vom Altmühltal bis nach Wien und im vergangenen Jahr Norwegen. Welche Reise war davon die schönste? „Alle!“

Zwischendurch streuen die Denks kürzere Touren ein: Im November und Dezember haben sie zum Beispiel Weihnachtsmärkte in Deutschland abgeklappert und im Februar am Bodensee die Fastnacht miterlebt. „Länger als zwei Monate am Stück sind wir eigentlich nie zu Hause“, erzählt Elke Denk.

Martener Rentner sind überzeugte Camper

Mit diesem Wohnwagen machten sich die Denks auf die erste große Reise: zehn Wochen Korsika. Mittlerweile sind sie mit einem Van der Marke Malibu Carthago unterwegs. Foto: Alfred Denk

Egal, ob sie nur zwei Wochen oder drei Monate auf Achse sind, bei dem Martener Ehepaar gilt immer dieselbe Arbeitsteilung: „Sie ist die Köchin, ich bin der Chauffeur“, sagt Alfred Denk. Weil sie in der Regel nie mehr als 100 Kilometer pro Tag fahren, sei das für ihn kein Problem, so der 64-Jährige. „Bei mir gibt es immer schnelle Küche, alles Gemüse in eine Pfanne, dafür brauche ich keine Hilfe“, verrät Elke Denk. Auch vom Spülen und Abtrocknen befreit sie ihren Mann. „Ist doch viel zu eng, da kann man nicht zu zweit arbeiten.“

Mit Händen und Füßen kommt man überall durch

Viele Bekannte würden immer wieder fragen, wie man es so lange auf so engem Raum aushalten könnte, erzählt Elke Denk. Kein Problem, sagt sie, denn die wenigste Zeit würde man doch im Wohnmobil verbringen. Sie seien ständig zu Fuß unterwegs, in Städten, in Dörfern, auf Märkten. Sightseeing eben. „Wir wollen viel davon mitbekommen, wie die Menschen in den jeweiligen Ländern leben und versuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Mit Deutsch oder mit Händen und Füßen kommt man überall durch“, so Elke Denk.

Auf dem Donau-Radweg seien sie sogar mehr mit dem Rad als mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen. „1400 Kilometer“, erzählt Alfred Denk. Jede Reise würden sie intensiv vorbereiten, wobei der grobe Plan dank Wohnmobil jederzeit umgeworfen werden kann. „Herrlich“, seufzt Elke Denk.

„Camper sind ein Völkchen für sich“

Die Abende verbringen die Denks in der Regel auf dem Campingplatz. Bei gutem Wetter wird die Marquise ausgefahren, mit Lesen und einem Gläschen Rotwein klingt der Tag gemütlich aus. Zehn bis 15 Bücher haben die Denks pro Reise an Bord. Ganz schnell komme man auch mit den anderen Campern ins Gespräch. „Camper sind ein Völkchen für sich. Sie sind locker, offen, geben sich untereinander Tipps“, so Elke Denk.

Noch ganz frisch sind die Erinnerungen an die große Norwegen-Tour. Wie auf Knopfdruck geraten die Denks ins Schwärmen. Erzählen von den Fjorden, insbesondere den Sognefjorden, den beeindruckenden Wasserfällen wie Låtefossen und Tveitafossen, den traumhaften Stränden, dem besonderem Licht. Von Angelerfolgen, dem Aufstieg zur spektakulären Felskanzel Preikestolen und dem dreitägigen Aufenthalt in Oslo. „Eine wunderschöne Stadt mit wenig Verkehr.“

Heimweh nach KIndern und Enkelkindern

Irgendwann löst das Heimweh das Fernweh ab. Dann zieht es die Denks wieder nach Hause, nach Marten, zu den drei Kindern und den drei Enkelkindern. „Und zwischendurch muss man ja auch mal den Garten machen“, sagt Elke Denk. Parallel werden die nächsten Reisepläne geschmiedet. Im April und Mai geht es in die Dolomiten, dort wird Alfred Denk auch an geführten Wandertouren teilnehmen, und im Sommer ins Elbsandsteingebirge und nach Meran in Südtirol.

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