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Großbaustelle an der Seekante

Media Markt in Hörde nimmt Gestalt an

HÖRDE Es gibt eine ganze Menge Menschen, die sich an der Straße Seekante in Hörde auf den Frühling freuen. Für die einen ist das dann der lang ersehnte Start eines Projekts, von dem sie sich viel versprechen. Für andere das lang ersehnte Ende einer Baustelle, die an die Nerven geht.

Media Markt in Hörde nimmt Gestalt an

Koloss mit Schwung: Der Media Markt an der Faßstraße in Hörde soll Ende März eröffnen.

Hätte man das Geschehen auf der Insel-Fläche zwischen Hörder Fußgängerzone, Phoenix-Gymnasium und See-Rand im Zeitraffer-Modus mit einer Kamera aufgenommen, hätte man folgendes gesehen: Ein Bunker verschwindet in großen Staubwolken. Dann bauen Hunderte fleißige Figuren einen neuen Beton-Brocken wieder auf.

In Echtzeit ist das natürlich nicht so einfach. Sondern eine hochkomplexe Baustelle in großer Enge und unter gewissem Zeitdruck. Langsam fügt sich das Bild, das der Bau einmal abgeben soll. Massiv, aber auch wenig verspielt, am Ende verziert mit einer Glasfassade.

Voraussichtlich Ende März, in jedem Fall aber vor Ostern (14.-17. April), möchte die Media-Saturn-Holding ihren zweiten Markt in Dortmund eröffnen. Martin Steinfort von der Firma JKV Phoenix, die das Großprojekt plant, sagt: „Wir werden Ende Februar an die Media-Saturn übergeben, die dann die Einrichtung übernimmt.“ Seit September 2016 läuft der Innenausbau, der bis Ende Januar beendet sein soll. Ein entscheidender Schritt wird nach diesem Wochenende getan sein, wenn ein Autokran Zwischendecken anliefert. Die Straße Seekante ist deshalb bis Montagmorgen gesperrt. Mit einer Ausnahmegenehmigung laufen die Arbeiten auch nachts.

Zu viele Ausnahmen?

„Schon wieder eine Ausnahme“, sagt Rene Althaus, Bewohner der Seekante mit Blick auf den Hinweiszettel zur Sperrung. Im August 2015 hatte diese Redaktion Althaus schon einmal besucht. Fenster auf, Dauer-Dröhnen von Maschinen, Fenster wieder zu – das ist heute dieselbe Kulisse wie im Sommer 2015, als der Hochbunker gerade abgerissen wurde und die Pfählung im Boden begann. Der Sohn, den Althaus und seine Frau Anne damals noch erwarteten, ist mittlerweile fast eineinhalb. Für andere Kleinkinder sind Bagger und Kräne das Größte, weil selten. Für ihn sind sie ganz normal.

„Wir fühlen uns manchmal wie in einem schlechten Film“, sagt Althaus. Und meint damit das Anpassen an den Lärm, den Verzicht auf Privatsphäre, die oft erst kurzfristig angekündigten Nachtarbeiten. Trotz mehrerer Nachfragen seien seine Sorgen von keinem der Baustellen-Beteiligten ernst genommen worden. Stattdessen sei die Baustelle „auf dem Rücken der Anwohner durchgekloppt worden“.

Eine ganze Reihe von jungen Familien oder langjährigen Mietern habe das schon vertrieben. Althaus, seine Frau und sein Sohn könnten zu den nächsten gehören. Denn zwar ist das nahende Ende der Baustelle ein Lichtblick. Eine Zukunft an diesem neuen Anziehungspunkt Hördes mit Kunden- und Autoverkehr ist für die Familie schwer vorstellbar. Martin Steinfort betont auf Nachfrage, dass die Zahl der Sondergenehmigungen im üblichen Rahmen liege. „Das gibt es temporär bei jeder größeren Baustelle“, sagt er und verweist etwa auf die Dauer-Bautätigkeit am Phoenix-See. „Hörde ist in dieser Hinsicht im Moment natürlich stark belastet. Aber wenn man möchte, dass sich etwas verändert, und das möchte eine Mehrheit, dann geht es nur so“, sagt Steinfort.

Was bringt die Zukunft?

Was würde der Zeitraffer-Film in einem Jahr zeigen? Sicherlich Ballons und Händeschütteln zur Eröffnung. Dann wieder Hunderte Figuren, diesmal Kunden, die in den Elektronik-Markt strömen. Wahrscheinlich auch reichlich Autos, die um die Insel herum kurven. Viele Bürger und Geschäftsleute in Hörde erwarten gespannt, was sich mit dem neuen Anker am Eingang zum Ortskern verändern wird. Die Planer rechnen mit deutlich mehr Einkaufsbesuchern in Hörde. Es gibt aber auch Befürchtungen, dass die neue Groß-Konkurrenz kleineren Betrieben schadet.

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