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Lieferengpässe

Medikamente in Dortmunder Krankenhäusern werden knapp

DORTMUND In einigen Dortmunder Krankenhäusern werden wichtige Medikamente knapp. Damit die Patienten möglichst nichts davon merken, beginnt für die Mitarbeiter hinter den Kulissen ein Wettlauf mit der Zeit.

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In den Apotheken der Dortmunder Krankenhäusern, wie hier im Johannes-Hospital, werden Krebsmedikamente für die Chemotherapie zusammengestellt

In so genannten Reinräumen mischen pharmazeutisch-technische Assistenten die Medikamente.

Die weltweite Arzneimittelverknappung schlägt auch auf die Dortmunder Krankenhäuser durch. Bestimmte Medikamente wie flüssiges Aspirin oder das Antibiotikum Fosfomycin, das etwa zur Bekämpfung von Infektionen mit Superkeimen wie MRSA eingesetzt wird, sind in ausreichender Menge nur noch über stark erhöhten Zeit- und Geldaufwand für die Kliniken zu bekommen. Betroffen sind auch Ausgangsprodukte für Krebsmittel, Zytostatika, die von den großen Krankenhäusern in eigenen Labors hergestellt werden. Ressourcen-Knappheit, steigende Nachfrage und gravierende Veränderungen in der Arzneimittelbranche durch ständige Firmenübernahmen führen zu Lieferengpässen. Damit Patienten davon nichts spüren, wird der Wettlauf hinter den Türen der Kliniken immer arbeitsintensiver.

Seit etwa einem Jahr verschärfe sich die Situation, bestätigt Ulrich Sommer, der als Apotheken-Leiter für die Katholische St.-Johannes-Gesellschaft insgesamt sieben Krankenhäuser mit zwei Kardiologien beliefert. Er muss monatlich 1800 Artikel vorhalten (zum Vergleich: eine öffentliche Apotheke rund 10 000 Artikel).Allein freitags und montags werden die sechs Häuser mit 5000 Packungen beliefert. „Bei etwa 20 Arzneimitteln haben wir Schwierigkeiten, sie zu bekommen“, ärgert sich Sommer. Der Zeitaufwand steige.

Als Beispiel nennt er das Antibiotikum Fosfomycin, für das es weltweit gerade einmal zwei Produktionsstätten gebe, in Frankreich und Spanien. Könnten etwa die Franzosen nicht die notwendigen Chargen liefern, würde es knapp. Ein Jahr lang sei dies bei Fosfomycin der Fall gewesen, bestätigt auch Klinikum-Sprecher Jörg Kühn. Das Team um Peter Drupp, dem Leiter der Apotheke im Klinikum, musste Ersatzpräparate aus dem Ausland besorgen. „Das gleiche Medikament, nur vom anderen Hersteller“, relativiert Kühn. Und: „Bei 50 000 bestellten Positionen Arzneimittel im Jahr sind weniger als fünf Medikamente von der Verknappung betroffen“, ergänzt Jörg Kühn. Apotheker Sommer kritisiert die „schlechte Kommunikation“ der Pharma-Unternehmen, von denen zwar „jede Menge Werbung“ in den Krankenhäusern landen würde, aber nicht die Information, warum welches Medikament nicht lieferbar sei. Oft sei nur aufgrund von EDV-Umstellung ein Medikament vier Tage nicht zu bekommen. Sommer: „Große Firmen verkaufen unrentable Arzneimittel an kleinere Firmen, die das Medikament dann nicht in ausreichender Menge herstellen können.“

Besonders fatal kann sich die ständige Verknappung von Aspirin zur intravenösen Verabreichung auswirken. Es wird etwa im Notarztwagen gebraucht für jeden Patienten, der mit Verdacht auf Herzinfarkt eingeliefert wird. Die Krankenhäuser versuchen, über große Einkaufsgemeinschaften Druck auf die Hersteller auszuüben. Das Klinikum hat einen Einkaufsverbund mit Sana, deren Kliniken AG bundesweit 43 Häuser betreibt. Die Krankenhäuser der St.-Johannes-Gesellschaft gehören zur Einkaufsgemeinschaft Ruhrgebiet. 

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