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Medizin wie gemalt

Hörde "Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht."

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Referierte im Bürgersaal: Dr. Markus Kohlhaas. de Boer

"Der Blindensturz" vom Maler Peiter Brueghel von 1568 erzählt vom leidlichen Weg einer Erblindung. Dr. Markus Kohlhaas verband in seinem Vortag Themen der Kunst und der Medizin. privat

Dr. Markus Kohlhaas zitierte am Mittwochabend im Bürgersaal, der guten Stube Hördes, den wohl berühmtesten deutschen Maler der Romantik: Caspar David Friedrich. Und leitete so seinen Vortrag "Die Welt mit anderen Augen sehen" ein.

Passender hätte der Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde des St.-Johannes-Hospitals selber wohl keinen Anfang formulieren können. Der Maler Friedrich sprach bereits im 19. Jahrhundert das aus, was dem Dortmunder Augenarzt am Herzen liegt: Die Augen sind das Fenster zur Seele. Mit seinem Vortrag zog Markus Kohlhaas einen gekonnten Brückenschlag zwischen Medizin und Malerei. Anhand bekannter Bildern van Goghs zeigte er auf, wie ein Mensch mit einer psychischen Erkrankung die Welt sieht - der Maler litt bis zu seinem Lebensende unter einer starken Depression.

Mit Bildern von Claude Monet zeigte er, wie sich der Verlust des Augenlichtes im Alter auch in der Malweise spiegeln kann. Was unter Kunsthistorikern sicherlich mit der Frage "War es tatsächlich ein Augenleiden oder doch einfach bloß Malstil?" diskutiert werden würde, verfehlte am Mittwoch im Bürgersaal die Wirkung nicht - unterstützt von zahlreichen Fotos zeigte Kohlhaas, wie das Leben eines langsam erblindenden Menschen aussehen kann.

"Augenoperationen zählen zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland", sagte Dr. Kohlhaas. Und nutzte seinen kleinen Exkurs in die Kunstgeschichte auch, um über neuste Forschungsmethoden der Augenheilkunde zu berichten. LdB

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