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Mehr Behinderte sollen in Betrieben arbeiten

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die westfälischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrt haben sich darauf geeinigt, dass bis 2010 mehr Menschen als bisher außerhalb der Werkstätten für Behinderte arbeiten sollen. Mit der umfassenden Vereinbarung sind die westfälischen Partner Vorreiter in Deutschland.

Nach einer Modellrechnung des LWL können innerhalb der nächsten drei Jahre rund 40 Menschen mit Behinderung in Dortmund aus den Werkstätten in Betriebe wechseln oder nach der Schule gar nicht erst in eine Werkstatt gehen. Weitere 55 der insgesamt etwa 1600 Werkstattbesucher in Dortmund könnten bis 2010 auf Werkstattplätzen arbeiten, die aber in Firmen des ersten Arbeitsmarktes ausgelagert würden.

"Oft sind die Werkstätten die einzige Möglichkeit für behinderte Menschen, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden - aber nicht immer", so LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. Der LWL und die westfälischen Wohlfahrtsverbände wollen danach behinderte Menschen, die meisten von ihnen geistig oder schwer körperlich eingeschränkt, stärker in den so genannten ersten Arbeitsmarkt bringen oder ihnen Alternativen zur Werkstatt öffnen. Kirsch: "Integration heißt: Wer auf den ersten Arbeitsmarkt passt, sollte dort auch arbeiten." Das sei für diese Menschen ein weiterer Schritt in ein weitgehend selbstbestimmtes Leben.

Die Einsparung aus der Vereinbarung bezifferte Kirsch auf insgesamt zehn bis 15 Millionen Euro für Westfalen-Lippe. Das sei auch ein "wichtiger Beitrag, den Kostenanstieg für die Städte und Kreise, die uns bezahlen, zu dämpfen", so Kirsch.

Die Freie Wohlfahrtspflege betreibt 60 Werkstätten in Westfalen und Lippe, der LWL finanziert sie überwiegend mit jährlich rund 350 Millionen Euro. Jedes Jahr kommen 1000 neue Werkstattbesucher dazu. Ein Platz in der Werkstatt kostet im Durchschnitt 33 Euro am Tag.

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